Erzgebirgische Innovationen in Berlin dabei

22. Innovationstag Mittelstand des BMWi
Verpackung aus Miscanthus für ein Propellermodell. Foto: Beckmann-Institut (PresseBox) (Oelsnitz, ) Am 11. Juni 2015 findet in Berlin der 22. Innovationstag Mittelstand statt. Die Netzwerkplattform wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit dem Ziel organisiert, den Leistungen innovativer kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen ein Forum zu bieten. Mehr als 300 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kooperationsnetzwerke präsentieren in Berlin neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen, deren Entwicklung durch die Unterstützung des Bundes möglich wurde. Aus dem Erzgebirge werden zwei Projekte vorgestellt, darunter das des BECKMANN-INSTITUTs für Technologieentwicklung e.V.

Schnell, individuell, sicher und umweltfreundlich einen fragilen Prototypen verpacken - das ist die Herausforderung, der sich ein Oelsnitzer Entwicklerteam gestellt hat. Im Beckmann-Institut, der einzigen Forschungseinrichtung im Erzgebirge, werden seit Jahren über 3D-Printing und weitere additive Fertigungsverfahren u.a. Prototypen für technologische Entwicklungen hergestellt. Oftmals steht am Ende der Fertigung die Frage, wie die filigranen, oft nur wenige Gramm schweren Einzelteile schnell und sicher verpackt werden, sodass sie die Reise an ihren Bestimmungsort unbeschadet überstehen. "Umweltschonend, in einer eigens dafür 3D-gedruckten Box aus Miscanthus Stroh", so lautet die simple Antwort der Projektleiterin Diana Klemm.

In Deutschland werden pro Jahr mehrere tausend Tonnen Miscanthus produziert. Der nachwachsende Rohstoff ist vorrangig für die energetische Verwertung vorgesehen. Die Verwendung der auch als Chinaschilf bekannten Pflanze für die Herstellung von Verpackungen stellt eine innovative stoffliche Nutzung dieses nachwachsenden Rohstoffes dar. Neben dem 3D-Printing von Miscanthus, wurde auch die Verwendung im Fasergussverfahren untersucht. Hierbei können Verpackungen mit hoher Festigkeit und gutem Dämpfungsverhalten hergestellt werden, die für das sichere Verpacken empfindlicher Produkte geeignet sind. Das Recycling der hergestellten Miscanthus-Verpackungen ist problemlos möglich.

Stoß- und temperaturempfindliche Prototypen mit sehr dünnen Strukturen und empfindlichen Oberflächen, wie beispielsweise Wachsmodelle für den Präzisionsguss, brauchen eine individuelle und zuverlässige Verpackung, die an den richtigen Bereichen polstert und stützt.

Mit wenigen Klicks zur individuellen Verpackung

In einem Forschungsprojekt des Beckmann-Instituts, welches durch das BMWi über einen Zeitraum von zwei Jahren gefördert wurde, ist es der Entwicklungsgruppe gelungen, zusammen mit der ARC Solutions GmbH ein Programm zu entwickeln, das mit wenigen Mausklicks aus CAD-Daten eines Bauteils die ideale Verpackung berechnet und einen Datensatz des Hohlkörpers erstellt. "Aus den CAD-Daten kann just-in-time an einem 3D-Drucker die Verpackung erstellt werden. Fein gemahlenes Miscanthuspulver wird schichtweise auf einer Bauplattform mit einem flüssigen Binder aus dem Druckkopf entsprechend der Geometriedaten des Bauteiles verfestigt", beschreibt Diana Klemm den Herstellungsprozess. Das Projekt wurde mit drei Unternehmen aus den Bereichen Faserguss, Prototypenherstellung und Materialaufbereitung sowie einer weiteren Forschungseinrichtung zur Materialprüfung schnell und erfolgreich realisiert. Mit der Präsentation dieses und anderer innovativer Projekte auf dem Innovationstag zeigt das BMWi, welchen Stellenwert Forschung und Entwicklung in Deutschland besitzt. Hier wollen die Projektpartner weitere Kontakte knüpfen, um das umweltschonende und schnelle Herstellungsverfahren für Verpackungen von Prototypen einem breiteren Anwenderkreis vorzustellen und so neue Anwendungsbereiche erschließen.

Weiterer Aussteller aus dem Erzgebirge

Ein weiteres Unternehmen aus der Region hat es mit seinem Forschungs- und Entwicklungsprojekt in die Auswahl der vielversprechendsten Projekte geschafft, die in Berlin vorgestellt werden. Die Gebrüder Ficker GmbH Formen- und Werkzeugbau aus Marienberg werden sich ebenfalls auf der Leistungsschau präsentieren.

Forschungsinstitute stehen den mittelständischen Unternehmen als Projektpartner für Forschungs- und Entwicklung beiseite. Weitere Institute, die auch vielfältige Kontakte mit erzgebirgischen Unternehmen pflegen, sind u.a. die Forschungseinrichtungen der Technischen Universitäten Chemnitz und Freiberg sowie das Forschungs- und Transferzentrum e.V. der Westsächsischen Hochschule Zwickau oder branchenspezifische Forschungseinrichtungen wie das Sächsische Textilforschungsinstitut e.V. in Chemnitz.

Der Bund fördert seit 2008 mit dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) wirkungsvoll Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Mittelstand, um deren Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu steigern. Denn der innovationsstarke Mittelstand leistet einen erheblichen Beitrag zum Erhalt der Wertschöpfungskette am Wirtschaftsstandort Deutschland und bildet die Grundlage für die künftige Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft. In Eigenregie oder im Rahmen von Netzwerkprojekten werden durch das Förderprogramm Neuentwicklungen zur Marktreife gebracht.

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