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„Herausforderungen bei der Implementierung der Mehr-/Mindermengenabrechnung zum 01.04.2016“
(PresseBox) (Würzburg, ) Mit der Veröffentlichung zur Vereinheitlichung der Mehr-/Mindermengen-abrechnung zum 01.04.2016 hat die Bundesnetzagentur im Markt für großes Aufsehen gesorgt. Die Änderungen sind komplex, der Zeitplan knapp und nicht alle Marktteilnehmer ideal vorbereitet. Insbesondere im Bereich des Energiedatenmanagements können unerwartet große Anpassungen notwendig sein.
André Schneider und Dominik Panzer, Manager und EDM-Berater bei Intense AG, sprechen über Inhalte, Problemstellungen und Lösungsansätze zur neuen rollierenden zählpunktscharfen Mehr-/Mindermengenabrechnung (MeMi).

Was sind aus Ihrer Sicht die zentralen Punkte der neuen MeMi?
<Hr. Schneider> Ab dem 01.04.2016 ist nur noch ein einheitliches Verfahren zulässig: die MeMi ist zählpunktscharf, rollierend und einheitlich für Strom und Gas durchzuführen. Die Rechnungsstellung erfolgt nur noch elektronisch über getrennte INVOIC für Netznutzung und MeMi. Zusätzlich erhält der Lieferant über die Marktkommunikation weitere Informationen, mit denen er eine Rechnungsprüfung durchführen kann - der Netzbetreiber übermittelt die bilanzierte Menge und per Abo die Allokationsliste mit den Allokationsdaten im Gas.
<Hr. Panzer> Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Prozess für alle Beteiligten transparenter und nachvollziehbarer wird - das reduziert aber natürlich auch den Spielraum für manuelle Anpassungen.

Wo sehen Sie die kritischen Punkte?
<Hr. Panzer> Es gibt mehrere Herausforderungen im Rahmen der neuen MeMi: Ein Hauptaspekt ist sicherlich die EDM-Schnittstelle bzw. die vorhandenen Bilanzierungsdaten. Denn für eine saubere Durchführung der MeMi müssen die Daten bereits zählpunktscharf vorliegen. Dies ist insbesondere bei Kunden die kein SAP EDM nutzen nicht zwangsweise gegeben. Die Bilanzierung von Einspeisern wird nicht zwangsweise zählpunktscharf durchgeführt - auch bei Kunden die bereits SAP EDM nutzen. Dabei ist zu beachten, dass die geplante Auslieferung der SAP kundeindividuell an die vorhandene EDM anzubinden ist.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Konsistenz der Daten - alle Meldungen müssen deckungsgleiche Mengen liefern, d. h. NN-INVOIC, MeMi-INVOIC, die übermittelte bilanzierte Menge, die Daten aus den Allokationslisten und auch die Abrechnung gegenüber dem Bilanzkoordinator.
Neben diesen Kernprozessen ist natürlich insbesondere der saubere Umstieg auf das neue Verfahren ein zentraler Aspekt - insbesondere in der Sparte Gas.

Wie sehen diese möglichen Übergangsszenarien auf die neue MeMi aus?
<Hr. Schneider> Im Vorfeld der Umstellung auf die rollierende zählpunktscharfe MeMi-Abrechnung sind von den Netzbetreibern schon heute umfangreiche Aktivitäten notwendig. Dies betrifft insbesondere die Mengenabgrenzungen beim Wechsel vom Altverfahren zum Übergangszeitraum mit Rumpfabrechnung.

Wie können sich Lieferanten strategisch aufstellen?
<Hr. Panzer> Lieferanten/Transportkunden empfehlen wir eine genaue Prüfung der MeMi im Rahmen der Rechnungseingangsprüfung der INVOIC. Eine Mengenprüfung allein auf Daten des Netzbetreibers mit empfangener Bilanzierungsmenge und Allokationsliste ist nur bedingt zu empfehlen. Jeder Lieferant sollte so weit unter Kosten/Nutzenaspekten vertretbar auch eine Prüfung gegen die eigenen EDM-Bilanzierungsdaten der Prognoseprozesse durchführen. Da Abrechnungszeitraum von Netzbetreiber und Lieferant nicht zwangsweise synchron laufen, muss hier genau geprüft werden. Ein weiterer Aspekt ist die Vollständigkeit der erhaltenen MeMi für jeden abgerechneten Zählpunkt. Hier unterstützt die Intense AG mit einem zusätzlichen Feature in Ihrer Business Prozess Monitoring Solution (BPMS).

Wie unterstützt die Intense AG Ihre Kunden im Bereich MeMi?
<Hr. Panzer> Die Intense AG hat bereits mehrere Softwareauswahl- und Strategieprojekte zum Thema MeMi durchgeführt. Grundsätzlich geht es oft darum, die Lösung der SAP auf Basis IDEX Common Layer und Convergent Invoicing einzusetzen oder auf eine Projektlösung. Dies ist v.a. eine strategische Frage, aber auch eine Frage der vorhandenen Systemlandschaft. Wer bisher kein Common Layer im Einsatz hatte, muss sich Gedanken machen, ob der das MeMi-Projekt und eine zusätzliche Common Layer Umstellung schultern möchte und kann.
<Hr. Schneider> In beiden Fällen ist aber das Thema EDM-Schnittstelle besonders zu beachten. Wir bieten hier einen Projektbeschleuniger an, die auch für den SAP-Standard für die Sparten Strom und Gas eine Lösung für SAP EDM liefert. Dabei werden verschiedenen Datenquellen beachtet, wie z. B. Daten aus Bilanzierungsbelegen oder fortgeschriebene EDM-Profilen. Aber auch Sonderfälle wie Bilanzierung ohne Netznutzung werden erfasst. Durch unsere Erfahrungen können wir durch ein breites Spektrum an erprobten Lösungsansätzen unterstützen.

Welche zusätzlichen Themen müssen beachtet werden?
<Hr. Panzer> Die neue MeMi hat auch Auswirkungen auf Bestandsprozesse - so ist ein besonderes Augenmerk auf den REMADV-Prozess zu legen. Denn durch die Verdoppelung der gesendeten INVOIC kann es - insbesondere in der Anlaufphase - zu einer hohen Anzahl an negativen REMADVs kommen. Die Intense AG bietet mir der Reklamations Management Solution (RMS) eine komfortable und massenprozesstaugliche Lösung an, die seit Jahren bei zahlreichen EVUs im Einsatz ist. Wird die Lösung der SAP umgesetzt, so wird auch hier wieder die BPEM-Klärfallbearbeitung zur Fehlerbehandlung verwendet. Wir bieten hier mit dem Exception Clearing Monitoring (ECM) eine Lösung an, um die Klärfallbearbeitung im SAP zu beschleunigen.
<Hr. Schneider> Für Auspeisenetzbetreiber sind auch die MGV-Prozesse wie SSQNOT-Versand und die MeMi-Abrechnung gegenüber dem MGV detailliert zu betrachten und durch geeignete IT-Ausprägung projektspezifisch zu unterstützen.

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