Schwankende Energienachfrage erfordert flexible Anlagen. Interview mit Dr. Reinhold Stadler, Energiemanagement & Technologie, BASF SE

Teil 4 der Kurzinterviewreihe des Energieeffizienz-Strategiedialogs im Cintelligence-Netzwerk / Reinhold Stadler wird am 22./23. Juni in Bad Homburg zum Thema "Flexibilisierung der Nachfrage zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit" referieren
(PresseBox) (Potsdam, ) Cintelligence:Wo liegen die Schwerpunkte der Energieeffizienz-Optimierung bei BASF?

Stadler: Wir checken vorrangig unsere großen Energie-Kostenblöcke Wärme/Dampf, Strom und Kühlung - in dieser Reihenfolge. Diese drei Blöcke verursachen 90% unserer Energiekosten in den Produktionsanlagen.

Cintelligence: Welche Projekte der letzten Jahre würden Sie herausheben?

Stadler: Wir haben in den letzten Jahren alle Produktionsbetriebe analysiert und Verbesserungspotenziale beim Einsatz von Rohstoffen und Energien ermittelt. Die Umsetzung dieser Potenziale dauert noch an. Nach wie vor ist die Überprüfung von weiteren Wärmeintegrationspotenzialen ein wesentlicher Bestandteil. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die elektrischen Verbraucher. Wir überprüfen, ob sie auslegungsgemäß betrieben werden, erkennen Einsparpotenziale und setzen sie um.

Cintelligence: Beim nächsten Energieeffizienz-Strategiedialog referieren Sie zum Thema "Flexibilisierung der Nachfrage zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit". Worum wird es gehen?

Stadler: Bei diesem Thema stehen wir noch in den Startlöchern. Je nach Auslastung und Witterung schwankt unser Bedarf an verschiedenen Energien deutlich. Als Energiemanager können wir darauf eingehen und eine recht flexible Versorgung gewährleisten. Die Nutzer auf der Nachfrage-Seite sind aber für dieses kritische Thema der Schwankungen nicht sensibilisiert. Hier besteht erheblicher Aufklärungsbedarf. Jegliche Flexibilisierung von Anlagen bedeutet einen Mehraufwand für die Mitarbeiter. Häufig führen veränderte Betriebsweisen auch zu Einbußen in der Effizienz der Anlagen. Der wirtschaftliche Anreiz, sich an Flexibilisierungsmaßnahmen zu beteiligen, muss den Mehraufwand kompensieren.

Cintelligence: Wenn Sie Unternehmen drei Empfehlungen für den Aufbau eines Energiemanagements geben müssten, wie würden diese lauten?

Stadler:
1. Messen Sie den Energieverbrauch der einzelnen Anlagenteile.
2. Ordnen Sie den Energiebedarf einzelnen Prozessschritten und Produkten zu.
3. Analysieren Sie Abweichungen von üblichen Betriebszuständen.

Cintelligence: Energiemanager betonen immer wieder den Menschen als entscheidenden Faktor. Wie nehmen Sie bei BASF die Mitarbeiter mit?

Stadler: Wir informieren die Mitarbeiter über die Auswirkungen des Energieverbrauchs, vor allem in Bezug auf die Kosten. Außerdem binden wir die Kreativität der Mitarbeiter ein, um Effizienzmaßnahmen zu entwickeln. Abweichungen vom optimalen Betriebszustand zeigen wir sofort für jeden erkennbar auf.

Cintelligence: Wie sieht der Energieeffizienz-Ausblick bei BASF für die kommenden Jahre aus? Planen Sie neue Projekte?

Stadler: Wir haben das Ziel, unsere Effizienz fortlaufend zu verbessern. Die aktuellen Energieverbrauchswerte im Vergleich zu den optimalen Werten sollen für die Mitarbeiter durch verstärkten Einsatz von Energiedaten in den Prozessleitsystemen sichtbar werden.

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