Mobilfunk-Frequenzauktion beendet

Telefónica gibt nach und ist dennoch die Gewinnerin der Frequenzauktion
(PresseBox) (Berlin / Göttingen, ) Knapp 5,1 Milliarden Euro zahlen die drei Netzbetreiber für insgesamt 270 MHz Bandbreite bei der beendeten Frequenzauktion. Mit nur 60 MHz (3 x 10 MHz gepaart in den Bereichen 700, 900 und 1800 MHz) erhält Telefónica zwar das kleinste Stück vom Kuchen, im Gegenzug investiert Telefónica aber auch "nur" 1,2 Mrd. Euro. Vodafone sichert sich zwar 110 MHz, muss jedoch mit 2,1 Mrd. Euro auch erheblich tiefer in die Tasche greifen. Die Deutsche Telekom zahlt 1,8 Mrd. Euro für 100 MHz. Telefónica kommt zugute, dass sie durch die Übernahme von E-Plus bereits gut mit Frequenzen ausgestattet ist: "Zwar verfügt Telefónica künftig in den wichtigen Bereichen um 900 und 1800 MHz über 1/3 weniger Bandbreite als die Deutsche Telekom. Doch die Nutzer brauchen deswegen keine Angst zu haben, mit einem o2- oder E-Plus-Handy künftig im Funkloch zu sitzen." erklärt Kai Petzke, Gründer des Telekommunikations-Magazins teltarif.de: "Allenfalls ist die Maximaldatenrate etwas geringer. Aber die wird mit dem Smartphone nur selten erreicht. Viel wichtiger ist die durchschnittliche Datenrate. Die hängt davon ab, wie viele Nutzer sich eine Zelle teilen. Und hier punktet Telefónica mit dem dank der E-Plus-Übernahme dichtesten Netz in Deutschland."

In den Bereichen um 700 und 800 MHz, die für die langreichweitige Grundversorgung mit Datendiensten besonders wichtig sind, sind alle drei Netzbetreiber zudem gleich ausgestattet. Und bei 2100 MHz und 2600 MHz, die sich besonders gut für die Datenversorgung in dicht besiedelten Gebieten eignen, verfügt Telefónica sogar über so viel Spektrum wie die beiden Konkurrenten zusammen: "Gerade für die Versorgung von Innenstadtbereichen und Großveranstaltungen ist Telefónica bestens aufgestellt." kommentiert Petzke: "Dank Ihres Rückzugs aus dem Wettbieten spart Telefónica 600 bis 900 Millionen Euro im Vergleich zur Konkurrenz. Dieses Geld kann sie nun zusätzlich in den Netzausbau stecken."

Im Bereich um 1500 MHz hat sich Telefónica komplett rausgehalten. "Es ist noch nicht absehbar, ob diese TDD-Frequenzen in Deutschland in den kommenden Jahren überhaupt wichtig werden. Es verfügen bereits alle Netzbetreiber über große Mengen an ungenutztem TDD-Spektrum", so Petzke. Die größte Herausforderung für Telefónica ist nun die schnelle Netzintegration. Bis Ende 2016 müssen sie im Bereich um 1800 MHz fünf Blöcke zu je 5 MHz gepaart freiräumen. Drei davon gehen an die Telekom, zwei an Vodafone. Zusätzlich sichert sich Vodafone einen bisher ungenutzten Block (den sogenannten DECT-Schutzabstand). "Die Räumung eines so großen Frequenzbereichs ist eine große Herausforderung. Telefónica muss sich bei der Netzintegration also beeilen." erläutert Petzke.

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