"Spitzenfrauen in Gremien!" vermittelte AR-Vorsitzende an SEEBURGER AG

Generationenwechsel eingeläutet
(PresseBox) (Pforzheim, ) Über die Datenbank "Spitzenfrauen in Gremien!" fand die SEEBURGER AG (Bretten) eine neue Aufsichtsrätin: Prof. Dr. Simone Zeuchner. Letzten Freitag wurde sie zur Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt.

Bei der Seeburger AG findet ein Generationenwechsel statt. Firmengründer und CEO Bernd Seeburger wird sich zum Jahresende in den Ruhestand verabschieden. Mit diesen Plänen im Hinterkopf fiel Seeburger im Frühjahr 2014 eine Mitteilung des Steinbeis-Innovationszentrums Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim in die Hände. Darin wurde eine Datenbank vorgestellt, die anhand eines kriteriengestützten Verfahrens qualifizierte Frauen für Mandate in Aufsichtsräten, Beiräten und Kuratorien an baden-württembergische Unternehmen vermittelt.

Als nach 15 Jahren und drei Amtsperioden der bisherigen Aufsichtsräte die Neubesetzung des Aufsichtsrats anstand, ließ Seeburger sich von den Projektleiterinnen der Datenbank, Prof. Dr. Barbara Burkhardt-Reich und Prof. Dr. Elke Theobald beraten und bat anschließend um passende Vorschläge aus der Datenbank. Kurze Zeit später hielt er fünf Profile von qualifizierten Frauen in der Hand und hatte die Qual der Wahl. Die Auswahl hat gepasst. "Ich hätte jede der vorgeschlagenen Damen genommen," erklärte Seeburger. Den Ausschlag gab die große Erfahrung Zeuchners, von der auch die ebenfalls in den Aufsichtsrat gewählte Tochter des Firmengründers, Katrin Seeburger, Lehrerin an einer Grund- und Werkrealschule mit Gemeinschaftsschule, profitieren soll.

Prof. Dr. Simone Zeuchner ist Professorin für Wirtschaftswissenschaften und Organisation an der Hochschule Esslingen (Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen) und Vorstand im Financial Experts Association (FEA), dem Berufsverband für Finanzexperten im Aufsichtsrat.

Die SEEBURGER AG wurde 1986 von Bernd Seeburger gegründet, hat heute 650 Mitarbeiter, 10 Niederlassungen weltweit, die größten in USA und China und ein großes Entwicklungszentrum in Bulgarien. Das IT-Software- und Dienstleistungsunternehmen wies im letzten Jahr einen Umsatz von 70 Millionen Euro aus, den höchsten in der Firmengeschichte. "Der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel an der Spitze," bekräftigte Seeburger. Das Kerngeschäft der SEEBURGER AG liegt im automatisierten Datenaustausch zwischen Kunden und Lieferanten, vor allem in den Branchen Automobil- und Konsumgüterindustrie . In den letzten Jahren kamen die Versorgungsindustrie, der Maschinenbau sowie der Finanzbereich dazu. Das Unternehmen zählt 10.000 Kunden.

Die Datenbank Spitzenfrauen in Gremien!

In der nicht-öffentlichen, geschützten Datenbank "Spitzenfrauen in Gremien!" sind aktuell 242 Bewerbungsprofile von Frauen gespeichert. Sie alle haben Interesse an der Mitarbeit in einem Aufsichtsgremium. Unternehmen können ihre Anforderungen für künftige Mandatsträgerinnen in einem interaktiven Formular spezifizieren oder sich alternativ persönlich beraten lassen. Auf eine Unternehmensanfrage erfolgt ein softwaregestütztes Matching-Verfahren. Nach Prüfung des Matching-Ergebnisses werden dem Unternehmen potenzielle Kandidatinnen mit dem Wunsch-Profil vorgeschlagen.

Die Datenbank wird seit Oktober 2013 aufgebaut, um Unternehmen zu unterstützen bei der Suche nach Frauen, die qualifiziert und auch bereit sind, ihre Erfahrungen in Aufsichtsgremien einzubringen. Mit dem Angebot der Datenbank wird das Argument entkräftet, dass Unternehmen zwar gerne Aufsichtsratsmandate mit Frauen besetzen würden, aber keine Frauen finden können.

Zu den Vorteilen der Datenbank zählen, dass sinnvolle Kompetenzen bei der Besetzung des Gremiums im Laufe des Verfahrens objektiv diskutiert werden, der potenzielle Bewerberpool um interessante Kandidatinnen erweitert wird und das Gremium durch neue Sichtweisen bereichert werden kann. Für Unternehmen in Baden-Württemberg ist die Nutzung der Datenbank kostenfrei.

Der Anfang

Im Februar 2011 startete das Webportal www.spitzenfrauen-bw.de auf Initiative und mit Unterstützung des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg. Im Herbst 2013 kam die Datenbank www.spitzenfrauen-in-gremien.de dazu. Seit April 2015 wird das Projekt weiter gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Baden-Württemberg.

Das übergeordnete Ziel aller Projektmaßnahmen ist eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen in Baden-Württemberg. Dazu gibt es neben der Datenbank "Spitzenfrauen in Gremien!" folgende Angebote auf dem Webportal www.spitzenfrauen-bw.de: positive Rollenvorbilder (107 Spitzenfrauen), Mentoring Angebote (Karrieretipps to go, Mentorinnen-Vermittlung), eine Spitzenfrauen-Akademie mit acht Lernmodulen ( z.B. "Die ersten 100 Tage in Führung"), über 350 Blogartikel, Videointerviews, 26 Unternehmensportraits, die Vorstellung von Netzwerken sowie aktuelle Frauen und Karriere relevante Nachrichten.

Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Barbara Burkhardt-Reich und Prof. Dr. Elke Theobald vom Steinbeis-Innovationszentraum Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim.

Kontakt

Steinbeis - Innovationszentrum Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim
Blücherstr. 32
D-75177 Pforzheim
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