Mindestlohn: Gute Konjunktur überdeckt negative Arbeitsmarkteffekte

IHK widerspricht Arbeitskammer
(PresseBox) (Saarbrücken, ) Die Bilanz des Mindestlohns ist aus Sicht der IHK Saarland keineswegs positiv. Richtig sei zwar, dass die Beschäftigung deutschlandweit und auch im Saarland steige. Zu diesem Anstieg sei es aber nicht wegen, sondern trotz des Mindestlohns gekommen. "Der Mindestlohn hat ganz gewiss Arbeitsplätze im Niedriglohnsegment gekostet. Die negativen Effekte werden derzeit aber durch die gute Konjunktur überdeckt. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen ihre Stammbelegschaften mit Blick auf den wachsenden Mangel an Fachkräften konstant halten oder aufstocken. Zur Klärung der Frage, wie viele Arbeitsplätze durch den Mindestlohn strukturell verloren gehen, ist es derzeit noch viel zu früh." So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch die heutige (15. Juli) Meldung der Arbeitskammer, wonach die Einführung des Mindestlohns positive Effekte auf den Arbeitsmarkt hätte.

Erkennbar seien die negativen Arbeitsmarkteffekte bereits im Bereich der Minijobs und gerade auch bei Praktikantenplätzen. Giersch: "Seit Jahresbeginn sind deutschlandweit bereits rund eine Viertelmillion Minijobs verschwunden - und damit auch zahlreiche Möglichkeiten für Schüler, Studenten, Rentner und Hausfrauen, ihre Einkommen aufzustocken." Zudem halten sich, so die IHK, viele Unternehmen aufgrund des Mindestlohns bei der Vergabe von Praktikumsplätzen deutlich zurück. Das ist auch deshalb zu bedauern, weil sich Praktika - gerade auch für Studenten - als wichtige Brücke in den Arbeitsmarkt erwiesen haben.

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