Robuste Konjunktur in schwierigem Umfeld

Wirtschaftslagebericht der IHK Heilbronn-Franken für das 2. Quartal 2015
Präsentieren den Wirtschaftslagebericht für das zweite Quartal 2015: IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring und Dr. Helmut Kessler, stellvertretender Hauptgeschäftsführer (Foto: IHK) (PresseBox) (Heilbronn, ) Die Einschätzungen der regionalen Unternehmen zur aktuellen Geschäftslage haben im 2. Quartal 2015 auf hohem Niveau etwas nachgegeben. Insbesondere die Lageurteile im Groß- und Einzelhandel sowie bei den Dienstleistern haben sich per saldo abgeschwächt. Die Industrieunternehmen beurteilen ihre aktuelle Situation fast genauso günstig wie im Vorquartal. Eine spürbare Verbesserung meldet die Baubranche. Für die kommenden zwölf Monate zeigen sich die Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken hingegen zuversichtlicher als im Vorquartal.

Die aktuelle Geschäftslage bewerten die Unternehmen in Heilbronn- Franken per saldo etwas ungünstiger als im Vorquartal. 42 Prozent (Vorquartal 46 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen sprechen von einer guten Geschäftslage, während 7 Prozent (Vorquartal 6 Prozent) der Betriebe mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Als Stütze erweisen sich dabei sowohl der Außenhandel als auch eine solide Binnennachfrage.

Hinsichtlich des Geschäftsverlaufs in den nächsten zwölf Monaten äußern sich die Unternehmen zuversichtlicher als im Vorquartal. Die Einschätzungen fallen so optimistisch wie seit Frühjahr 2014 nicht mehr aus. 32 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) der Betriebe erwarten einen günstigeren Geschäftsverlauf, lediglich 8 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) der Unternehmen gehen von einer schlechteren Entwicklung aus.

Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken: "Der Optimismus der regionalen Wirtschaft ist ungebrochen. Ein starker Konsum, ein schwacher Eurokurs und die sich festigende konjunkturelle Erholung im Euroraum beflügeln die Nachfrage. Risiken liegen andererseits in der Entwicklung in den Schwellenländern und in den mit der griechischen Schuldenkrise im Zusammenhang stehenden Unsicherheiten."

Industrie weiterhin stark

Die Industrie schätzt die wirtschaftliche Lage per saldo nahezu genauso gut wie im Vorquartal ein. Während 47 Prozent (Vorquartal 49 Prozent) der Industriebetriebe eine gute Geschäftslage melden, bezeichnen wie im Vorquartal nur 7 Prozent der Unternehmen den Geschäftsverlauf als schlecht.

Die Zahl der Auftragseingänge aus dem Ausland hat sich gegenüber dem Vorquartal per saldo erneut erhöht. 29 Prozent (Vorquartal 33 Prozent) der Unternehmen melden steigende Auslandsorders. 16 Prozent (Vorquartal 24 Prozent) der Betriebe klagen über Einbußen. Die inländischen Auftragseingänge fallen per saldo sogar so positiv wie zuletzt vor vier Jahren aus. 29 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) der Betriebe verweisen auf einen Zuwachs bei den Inlandsorders, nur noch 13 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) der Unternehmen klagen über einen Rückgang.

Die Umsatz- und Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten wird positiv bewertet. 42 Prozent (Vorquartal 40 Prozent) der Unternehmen gehen von einem Umsatzwachstum aus, 8 Prozent (Vorquartal 10 Prozent) befürchten Umsatzeinbußen. 37 Prozent (Vorquartal 32 Prozent) der Unternehmen rechnen mit einem günstigeren Geschäftsverlauf und nur 7 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) der Betriebe blicken pessimistisch in die Zukunft.

Die Exportaussichten schätzen die Betriebe optimistischer als im Vorquartal ein. 39 Prozent (Vorquartal 36 Prozent) der Industriebetriebe erwarten steigende Exporte. Bei den Investitionen sieht etwa jedes dritte Unternehmen einen Anstieg der Inlandsinvestitionen vor und knapp die Hälfte aller Betriebe plant gleichbleibende Investitionsausgaben.

Dienstleister verlieren

Die Beurteilung der konjunkturellen Situation durch die regionalen Dienstleister hat sich gegenüber dem Vorquartal verschlechtert. Rund ein Drittel der Unternehmen (Vorquartal 45 Prozent) bezeichnet die aktuelle Geschäftslage als gut, während 6 Prozent (Vorquartal 4 Prozent) der Dienstleister mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Insbesondere die Betriebe des Bereichs Beratung und wirtschaftsnahe Dienstleister zeigen sich mit ihrer aktuellen Lage weniger zufrieden als im Vorquartal. Auch beim Auftragsvolumen melden die Unternehmen per saldo einen Rückgang. 30 Prozent (Vorquartal 36 Prozent) der Dienstleister berichten über steigende Auftragsvolumina, während 17 Prozent (Vorquartal 15 Prozent) über Einbußen klagen.

Andererseits fällt die Einschätzung der zukünftigen Geschäftsentwicklung positiver als im Vorquartal aus. 30 Prozent (Vorquartal 31 Prozent) rechnen mit einem günstigeren Geschäftsverlauf, während 8 Prozent (Vorquartal 15 Prozent) pessimistisch in die Zukunft blicken.

Baugewerbe legt kräftig zu

Die aktuelle Geschäftslage im regionalen Baugewerbe hat sich im 2. Quartal 2015 auf hohem Niveau noch einmal deutlich auf ein Zweijahreshoch verbessert. 64 Prozent (Vorquartal 47 Prozent) der Betriebe bezeichnen den Geschäftsverlauf jetzt als gut und kein Unternehmen (Vorquartal 3 Prozent) spricht von einer schlechten Geschäftslage.

Alle Bausparten melden per saldo steigende Auftragseingänge. Im Einzelnen berichten im Straßen- und Tiefbau 41 Prozent der Betriebe von steigenden Auftragseingängen, nur 9 Prozent leiden unter einer sinkenden Ordertätigkeit. In den Bereichen gewerblicher Hochbau und Wohnungsbau konnten jeweils 35 Prozent der Unternehmen Auftragszuwächse verzeichnen. Im öffentlichen Hochbau melden 15 Prozent der Betriebe wachsende Auftragseingänge, während ein Zehntel einen Rückgang verkraften musste.

Hinsichtlich der zukünftigen Geschäftsentwicklung überwiegt der Pessimismus. Nur 12 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) der Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft. 15 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) der Betriebe rechnen andererseits mit einer ungünstigeren Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten.

Großhandel gibt nach

Im Großhandel hat die Zufriedenheit mit der aktuellen Geschäftslage gegenüber dem Vorquartal deutlich nachgelassen. 29 Prozent (Vorquartal 44 Prozent) der Betriebe melden eine gute Geschäftslage, während 9 Prozent (Vorquartal 6 Prozent) der Großhändler mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Vor allem im produktionsverbindenden Großhandel haben sich die Lageurteile verschlechtert.

Zurückgegangen im Vergleich zum Vorquartal sind auch die Bestellungen. 28 Prozent (Vorquartal 34 Prozent) der Betriebe verbuchten steigende Bestellungen. 19 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) der Großhändler klagen über rückläufige Bestellmengen.

Hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten herrscht per saldo weniger Optimismus als im Vorquartal. 30 Prozent (Vorquartal 38 Prozent) der Unternehmen rechnen mit einem günstigeren Geschäftsverlauf. Wie im Vorquartal blicken 13 Prozent der Betriebe skeptisch auf die zukünftige Geschäftsentwicklung.

Einzelhandel schwach

Das Stimmungsbild im Einzelhandel fällt auch im 2. Quartal 2015 per saldo nach wie vor verhalten aus. 26 Prozent (Vorquartal 23 Prozent) der Einzelhändler beurteilen den Geschäftsverlauf als gut und 51 Prozent (Vorquartal 60 Prozent) bezeichnen ihn immerhin als zufriedenstellend. 23 Prozent (Vorquartal 17 Prozent) der Unternehmen melden eine schlechte Geschäftslage. Die Beurteilung des Kaufverhaltens hat sich gegenüber dem Vorquartal verschlechtert. 56 Prozent der Betriebe (Vorquartal 60 Prozent) stufen das Kaufverhalten als kauffreudig oder saisonüblich ein. 44 Prozent (Vorquartal 40 Prozent) der Betriebe sprechen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten.

Für die weitere Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten zeigen sich die regionalen Einzelhändler hingegen so optimistisch wie zuletzt im Herbst 2013. 35 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) der Einzelhändler erwarten eine günstigere Geschäftsentwicklung, lediglich 12 Prozent (Vorquartal 17 Prozent) der Betriebe blicken skeptisch in die Zukunft.

Arbeitsmarkt in guter Verfassung

Die Beschäftigungsplanungen der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate sind nahezu stabil geblieben. Wie im Vorquartal planen 21 Prozent der Unternehmen eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl, während 13 Prozent (Vorquartal 12 Prozent) Stellenstreichungen in Erwägung ziehen. Spitzenreiter bei den geplanten Neueinstellungen sind der Dienstleistungssektor und das Baugewerbe. 31 bzw. 24 Prozent der Betriebe ziehen Neueinstellungen in Betracht.

An der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn- Franken haben rund 350 Unternehmen mit insgesamt rund 72.000 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk teilgenommen.

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Ferdinand-Braun-Straße 20
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