Leuchtturmprojekt für Klimaschutz: Schule in Holzbauweise und Plusenergiestandard

Leuchtturmprojekt für Klimaschutz: Schule in Holzbauweise und Plusenergiestandard (PresseBox) (Augsburg, ) Das Bauprojekt Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf zog bei der Veranstaltung des Netzwerks Holzbau im Wirtschaftsraum Augsburg am Freitag, 10.07.2015, eine Vielzahl fachkundiger Teilnehmer an. Mit über 90 Anmeldungen trafen Kurzvorträge und Baubesichtigung auf großes Interesse.

Seit der Entscheidung für den Bau des Gymnasiums Diedorf und dem Baustart im September 2013 sind (über-)regionale kommunale Bauherren, Architekten, Bauplaner und Ingenieure sowie die breite Öffentlichkeit gespannt auf Europas größtes Schulgebäude in Holzbauweise. Besichtigungen gehören schon fast zum Alltag der Bau- und Planungsteams. So fand auch die Veranstaltung des Netzwerks Holzbau, organisiert von der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, sehr großen Zuspruch. Aus Sicherheits- und organisatorischen Gründen musste die Teilnehmerzahl auf 50 begrenzt werden, sodass eine zweite Veranstaltung für Herbst 2015 geplant wird.

Planung und Umsetzung sind ökologisch und nachhaltig

Das 40 Mio. Euro schwere Bauprojekt erhielt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) bereits den dritten Förderbescheid und wird demnach mit ca. 1 Mio. Euro unterstützt. Einzigartig bewertet die DBU hierbei die Gebäudeplanung, die von allen verantwortlichen Akteuren in einem integralen Planungsprozess konzipiert und umgesetzt wurde. Die ökologisch herausragenden Lage des ca. 46.150 m² großen Schulgrundstücks im Landschaftsraum des Schmuttertals in mitten des Landschaftsschutzgebiet "Naturpark Augsburg - Westliche Wälder" rundet den nachhaltigen und ökologischen Bau von zwei dreigeschossigen "Lernhäusern", einem Versammlungsgebäude und einer Dreifachturnhalle ab. Das Turnhallengebäude wurde von der MERK Timber GmbH gebaut, einem regionalen Unternehmen mit Sitz in Aichach, welches Mitglied im Netzwerk Holzbau ist. Das Baumaterial Holz schafft nicht nur beste Lern- und Arbeitsatmosphäre, sondern erfüllt auch sehr hohe ökologische Standards. Allein die Baustoffwahl der tragenden Konstruktion des Holzskeletts mit integrierten Holzstahlbetonverbunddecken ermöglicht eine CO2-Einsparung von bis zu 75 %. Zusätzlich zu den Zielen eines Plusenergiehauses wurden die eingesetzten 470 Werkstoffe und Materialien einer kritischen Prüfung auf Giftstoffe unterzogen, um ein möglichst menschen- und umweltschonendes Gebäude zu errichten. Hervorzuheben ist hierbei die lösungsmittelfreie Innenraumfarbe des regionalen Unternehmens KEIMFARBEN GmbH.

Umwelt- und Klimaschutz

Über den gesamten Gebäudelebenszyklus werden Energieeffizienz maximiert und Betriebskosten minimiert. Dies geschieht durch ausgeklügelte Lüftungstechnik, mit Wärmerückgewinnung, ressourcenschonende Kälteerzeugung und eine Photovoltaikanlage. Modernste Technik und der Baustoff Holz selbst tragen zu Umwelt- und Klimaschutz bei. Holz als nachwachsender Rohstoff ist ein wirksamer Kohlenstoffspeicher und ein wiederverwertbarer und energieeffizienter Bau- und Werkstoff. Mit der Entscheidung, dieses Schulgebäude in Holz zu bauen, hat der Landkreis Augsburg nicht nur regional, sondern europaweit ein Zeichen gesetzt und mit wohlüberlegter Holzverwendung Verantwortungsbewusstsein für die nächste Generation gezeigt. proHolz Bayern, einer der Unterstützer des Netzwerks Holzbau im Wirtschaftsraum Augsburg, verdeutlicht, dass heute getroffene Beschlüsse das Stadt- und Ortsbild sowie regionale Klimabilanzen nachhaltig prägen. Vorbildlich ist die Aussage des verantwortlichen Landrates, Martin Sailer: "Die Anstrengungen des Landkreises im Bildungsbereich belaufen sich in den Jahren 2016-2018 auf über 50 Mio. Euro. Schulbau und Schulsanierung sind wichtige politische Aufgaben. Wenn wir durch die bewusste und hochwertige Holzverwendung außerdem zu den regionalen, bundesweiten und globalen Klimaschutzzielen beitragen können und sich der Kosten-Nutzen-Effekt langfristig positiv gestaltet, sind Entscheidungen wie der Neubau des Schmuttertal-Gymnasiums Diedorf ein Muss." In 1 m³ Holz wird 1 Tonne des klimaschädlichen Gases CO2 als Kohlenstoff gespeichert.

Wolfgang Sailer, leitender Forstdirektor im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg, hat als Wald- und Holzliebhaber den Entscheidungs- und Bauprozess von Anbeginn verfolgt und ist begeistert von der Entwicklung. "Mir gefällt die Gesamtarchitektur. Das Holz kommt sehr ästhetisch zum Tragen. Die Sichtbarkeit des Materials und die Kombination mit anderen Werkstoffen, wie dem Megaplan Boden, erzielen eine besondere Wirkung. So hätte ich auch gern gelernt.", kommentiert Wolfgang Sailer die Führung durch die Gebäude.

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