fecher nimmt Stellung zum Kauf von Gupta durch Unify

Langjähriger Premium-Partner gibt Gupta-Anwendern und -Partnern konkrete Handlungsempfehlungen
Pressefoto Eberhard Fecher, Inhaber (PresseBox) (Rodgau, ) Die am 14. September veröffentlichte Ankündigung von Unify, Gupta zu kaufen und mit dem eigenen Unternehmen zu verschmelzen, hat unter den Gupta-Anwendern und
Partnern für einige Unruhe gesorgt. Insbesondere gilt dies für hunderte von Unternehmen, die ihre unternehmenskritischen Anwendungen und Branchenlösungen auf dem Gupta Team Developer aufbauen. fecher, selbst dreizehn Jahre lang Premium-Partner von Gupta, kennt deren Sorgen und Nöte und gibt erstmals konkrete Handlungsempfehlungen ab.

"Die Frage, ob sich damit nun für die ohnehin an mangelnder Sichtbarkeit leidenden Gupta-Produkte eine neuerliche Namensänderung ergibt, ist sicher das kleinste Problem", findet Eberhard Fecher, Inhaber von fecher. "Aber es muss schon die Frage erlaubt sein, wie aus der Verschmelzung zweier praktisch unbekannter Spieler nun plötzlich eine relevante Marktgröße entstehen soll."

Ein Blick auf das Produktportfolio beider Unternehmen zeigt, wo sich die angekündigten Synergien ergeben sollen: So verfügt Unify mit NXj und dem DataServer ebenso über eine Entwicklungsumgebung und eine Datenbank wie Gupta mit dem Team Developer und SQLBase.

"Die Datenbank-Produkte sind durchaus komplementär", erläutert Fecher. "Mit dem wachsenden Erfolg ihrer Anwendungen mussten SQLBase-Nutzer bisher auf Fremdprodukte wie etwa den SQL-Server ausweichen, wenn mehr als 70 Benutzer zu unterstützen waren oder Row-Level-Locking gefragt war." Der Unify DataServer bietet hier zusätzlich den Vorteil einer besseren Skalierbarkeit und einer breiteren Plattformunterstützung für Nicht-Windows-Umgebungen. Kunden, die auf diese Funktionen Wert legen und unternehmenskritische Anwendungen betreiben, empfiehlt Fecher allerdings, sehr genau zu prüfen, auf welchen Anbieter sie setzen. "Wenn ohnehin eine Migration ansteht, könnten Hersteller wie Microsoft, Oracle und InterSystems oder Open Source-Alternativen wie mySQL langfristig die bessere Wahl sein."

Bei den Entwicklungsplattformen befindet sich Gupta momentan mitten in einer vollständigen Neuentwicklung des Team Developers. Die angekündigte Version 2006 soll vor allem durch native Unterstützung von Linux, internationalen Unicode-Zeichensatz, Web-Services, verbesserte Datenbankanbindung und neue GUI-Komponenten glänzen. Ein Freigabetermin steht allerdings noch nicht fest, Tester der ersten Beta-Version berichten, dass der Funktionsumfang bisheriger Versionen noch lange nicht erreicht ist. Das Unify-Produkt NXj hingegen verfügt über die meisten der geplanten Team-Developer-Erweiterungen bereits und wird von Unify als das zukunftsträchtigere Produkt positioniert. "Wenn man bedenkt, welchen Aufwand Unify noch investieren müsste, um eine releasefähige Version zu erreichen, beginnt man schon zu zweifeln", findet Fecher. "Viele der von uns betreuten Entwickler rechnen deshalb damit, dass es den Team Developer 2006 vielleicht gar nicht mehr geben wird."

Eines jedenfalls kann als sicher gelten: Eine Version mit nativer .NET-Unterstützung, wie sie sich mancher Entwickler für die nahe Zukunft insgeheim erhofft hat, passt nicht so recht in die Unify-Strategie. Diese ist vielmehr in Richtung Enterprise Java, SOA und Linux ausgerichtet. Eingefleischte Team-Developer-Entwickler hingegen sind in der Regel zugleich Microsoft-Fans. Immerhin 62,9% der Teilnehmer der letzten Gupta-Entwicklerkonferenz haben sich für eine stärkere Ausrichtung auf Microsoft ausgesprochen und eine bessere .NET- und Visual-Studio-Integration gefordert.

"Team-Developer-Anwender mit einer klaren Microsoft-Strategie kann Unify nicht bedienen", lautet deshalb auch das Resümee von Fecher. "Wer seine Anwendungen in eine .NET-Umgebung bringen will, kommt früher oder später nicht um eine Migration herum." Für manch Anderen wird dies unfreiwillig auch gelten: "Aufgrund der umfangreichen internen Änderungen kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand definitiv sagen, welche Anwendungen mit dem Team Developer 2006 überhaupt noch funktionieren werden. Auf alle Fälle ist mit erheblichem Aufwand für Migration und Tests zu rechnen."

Anstatt jetzt in ein Produkt mit unsicherer Zukunft zu investieren, empfiehlt Fecher daher, die Gelegenheit zu nutzen, um die Auswahl der Entwicklungsplattform grundsätzlich zu überdenken. Neben der Zukunftssicherheit der Plattform sollte den Ausschlag geben, ob ein leichter Migrationspfad zur Verfügung steht. Team-Developer-Anwendern, die auf .NET wechseln wollen, bietet Fecher zusammen mit der Ice Tea Group sogar eine automatisierte Migration an, bei der der SAL-Quellcode in die Programmiersprache C# übersetzt wird. "Auf diese Weise lässt sich eine Gupta-Anwendung innerhalb kürzester Zeit aus der technologischen Sackgasse in eine zukunftssichere .NET-Welt bringen."

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