Abgesenkte tarifliche Einstiegslöhne und erfolgsorientiert bezahlte Fallmanager ebnen Rückkehr in Arbeitmarkt

Mindestlöhne ließen Beschäftigungschancen Geringqualifizierter sinken / Ende der Tarifautonomie droht
(PresseBox) (Frankfurt am Main, ) Der Schulterschluss von SPD und Deutschem Gewerkschaftsbund Anfang der Woche stößt bei der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) auf Unverständnis. „Offensichtlich scheint die Zustimmung der eigenen Klientel zu einem bloßen Wunschbild wichtiger zu sein, als praktische Lösungen zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen im Niedriglohnbereich“, kommentierte Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender die gegenwärtig in die falsche Richtung laufende Diskussion. Schließlich gebe es bundesweit 4 Millionen Arbeitsplätze, die unter dem von den Gewerkschaften avisierten Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde lägen. Sollte es zur Einführung von Mindestlöhnen kommen, sei ein erheblicher Teil dieser Arbeitsplätze gefährdet. Die Hauptursache von Armut sei Arbeitslosigkeit, nicht ein zu niedriger Lohn. Also müsse man sich voll auf die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit konzentrieren.

„Wir brauchen neue Wege aus der Langzeitarbeitslosigkeit. Die Aktivierung der Langzeitarbeitslosen kann zum Beispiel über abgesenkte tarifliche Einstiegslöhne führen. Wer dadurch den Sprung in den Arbeitsmarkt schafft, kann sich mit Weiterbildung aus dem Niedriglohnsektor herausarbeiten“, so Fasbender. Dies müsse die Bundesagentur flankieren durch gesteigerte Akquisition einfacher Arbeitsplätze, indem sie ihre Fallmanager zu Integrationsprofis entwickle und ein anreizgestütztes Managementsystem für Fallmanager aufbauen. Der Fallmanager müsse sich auf Vermittlung konzentrieren, zugleich „Jäger“ der offenen Stellen und „Heger“ der Langzeitarbeitslosen zu sein. Die VhU habe dazu ein Konzept entwickelt.

„Wir verstehen, dass jeder Beschäftigte an einem möglichst hohen Lohn interessiert ist. Aber was eine Arbeitsleistung wert ist, kann nur die Nachfrage am Markt regeln. Wenn es der Gesetzgeber regelt, schafft er Einstiegsbarrieren“, stellte Fasbender fest. Wir dürften nicht hunderttausenden Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt verbauen, wie es zum Beispiel in Frankreich geschehe, wo es einen Mindestlohn,aber auch eine doppelt so hohe Jugendarbeitslosigkeit wie bei uns gebe.

Das Argument, das Stufenmodell des SPD Gewerkschaftsrates sehe im Regelfall tariflich vereinbarte Mindestlöhne vor, wies Fasbender zurück. „Sobald sie einer Tarifpartei die Möglichkeit einräumen, mit Unterstützung der Regierung oder des Gesetzgebers notfalls Mindestlöhne zu erzwingen, ist das Schicksal der Tarifautonomie besiegelt.“ Es werde letztlich niemandem nutzen, Unternehmen per Verordnung oder Gesetz zur Zahlung höherer Löhne zu verpflichten. „Wir wollen keinen Mindestlohn, der Arbeitsplätze vernichtet. Uns schwebt ein Niedriglohnsektor vor, in dem Arbeit für Beschäftigte und Unternehmen rentabel ist und Perspektiven bietet“, erläuterte Fasbender die Position der hessischen Wirtschaft.

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