Technology Review über realistischere Digitalfotografie

HDR: Bilder mit bisher unbekannter Detailfülle
Technology Review 10/2006 (PresseBox) (Hannover, ) Sogenannte HDR-Fotos High Dynamic Range) scheinen aus sich selbst heraus zu leuchten und bestechen durch hyperrealistische Szenarien mit einer unbekannten Detailfülle. Sie könnten eine neue Innovationswelle bei Digitalkameras einläuten, schreibt das Technologiemagazin Technology Review in der aktuellen Ausgabe 10/06.

In Web-Foren findet man bereits Fotografien, die ihre Anziehungskraft der neuen Technik verdanken: Sie faszinieren durch einen deutlich vergrößerten Kontrastumfang, der die Wiedergabe feinster Farbunterschiede erlaubt. Das Foto einer dunklen Holzhütte inmitten eines Schneefelds in der Mittagssonne lässt beispielsweise sowohl die Strukturen des dunklen Holzes als auch des Schnees erkennen.

Derzeit greifen HDR-Fans dafür zu einem Trick:
Über- und unterbelichtete Aufnahmen desselben Motivs werden per Software zu einem Bild mit erweitertem Kontrastumfang zusammengeführt. Aus den Einzelbildern wird so eine HDR-Datei, die eine unvorstellbare Zahl von mehr als vier Milliarden verschiedenen Tonwerten für jeden der drei Farbkanäle Rot, Grün und Blau besitzt.
Heute übliche Bilddateien haben nur jeweils 256 Abstufungen.

Bisher wurde die Bilddynamik von Kamera-Herstellern beim Wettrennen um die höchste Pixelzahl vernachlässigt.
Doch in einer neuen Gerätegeneration könnte das Verfahren zum Standard werden. Für Kamerahersteller wäre das eine willkommene Innovation, zumal sie für Deutschland erstmals seit langem keine Umsatzsteigerung erwarten. Zu konkreten HDR-Plänen wollen sich die Anbieter zwar nicht äußern.
"Es wird kommen", bestätigt aber Nils Häußler, Produktmanager bei Olympus Deutschland.

Sollte sich HDR-Fotografie durchsetzen, müsste auch die Bildschirm-Technologie nachziehen: Die volle Farbenpracht lässt sich heute nur mit Spezialhardware wie dem 49 000 US-Dollar teuren LED-Bildschirm DR37-P von Brightside ausnutzen. Für die Darstellung auf herkömmlichen Displays müssen HDR-Bilder heruntergerechnet werden. Mit geeigneten Bildschirmen allerdings ist HDR nicht nur etwas für Fotos:
Ein Video-Kompressionsformat, bei dem die Farbinformationen komplett erhalten bleiben, haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Informatik bereits in diesem Frühjahr vorgestellt.

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