Studium bringt kaum noch Gehaltsvorsprung

Berufserfahrung und Führungsverantwortung entscheidender für Höhe der Bezahlung.
(PresseBox) (Düsseldorf, ) Berufserfahrung wirkt sich zunehmend stärker auf das Gehaltsniveau aus als ein akademischer Abschluss. Der seit Jahrzehnten übliche Gehaltsvorsprung durch ein Studium schwindet. Schon heute verdient ein Viertel der Akademiker nicht mehr als ein Angestellter ohne Diplom; vor allem junge Absolventen steigen immer öfter niedriger ein, berichtet das Job- und Wirtschafts­magazin karriere in seiner am 29. September erscheinenden Oktoberausgabe unter Berufung auf aktuelle Gehaltsstudien etwa von Kienbaum, Rauser Towers Perrin und Personalmarkt.

„Unternehmen honorieren derzeit fast ausschließlich Berufserfahrung“, sagt Ulrike Heitze, Redakteurin und Gehaltsexpertin bei karriere. Der Grund: Nachwuchs muss aufwändig und kostenintensiv angelernt werden. Führungsverantwortung schlägt sich dagegen nach wie vor positiv auf dem Gehaltszettel nieder. Wer Mitarbeiter unter sich hat, verdient zehn bis 15 Prozent mehr als ein fachlich versierter Spezialist ohne Führungsverant­wortung. „Die Schere wird aber kleiner“, sagt Heitze. Vor allem Großunternehmen gehen dazu über, ihre Spezialisten über eine gesonderte Entlohnungsschiene wie Manager zu bezahlen.

Noch bringen Diplom oder Master in der Gehaltsab­rechnung rund zehn Prozent mehr als FH- oder Bachelor-Abschlüsse. Die Differenz schrumpft allerdings zusehends. Manche Unternehmen unterscheiden schon gar nicht mehr oder bezahlen die schnelleren FH-Absolventen sogar leicht besser. Doktortitel und MBA bringen dort, wo sie dem Unternehmen nutzen, 500 bis 600 Euro mehr pro Monat. In Branchen, wo die Titel Standard sind oder dem Unternehmen keinen Mehrwert bringen, werden sie nicht extra vergütet.

Besonders gut wird aktuell im Ingenieurwesen bezahlt, vor allem in der Forschung und Entwicklung, im Maschinenbau und in der Luft- und Raumfahrttechnik. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern profitieren Vertriebsmitarbeiter, während reine Marketingjobs eher schlecht entlohnt werden. Gut bezahlt werden derzeit auch Controller, IT- und Bilanzspezialisten sowie Finanzanalysten.

Aktuelle Gehaltszahlen stehen in der Titelgeschichte der Oktober-Ausgabe von karriere, die am 29. September 2006 erscheint.

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Katja Stricker
Redaktion: Handelsblatt Junge Karriere
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