"Wir wollen endlich die Entscheidung sehen"

Thomas Mecke, Chef von Nuon Deutschland, fordert bessere Rahmenbedingungen für kleine Anbieter auf dem deutschen Strom- und Gasmarkt
(PresseBox) (Berlin, ) Mit dem niederländischen Nuon-Konzern versucht ein neuer Strom- und Gasanbieter in Deutschland Fuß zu fassen. Gleich zwei schwierige Märkte, wie Nuon-Deutschland-Chef Thomas Mecke im Gepräch mit der Zeitung "Business News" zugibt. Mecke bezifferte in einem ersten Fazit die Zahl der Privatkunden, die sich in Berlin für Nuon entschieden haben, mit 40.000. Auf die Frage, warum Nuon, obwohl es keinen Atomstrom anbietet, dies sich nicht als Gütesiegel zertifizieren lässt und dementsprechend auch nicht offensiv vermarktet, antwortete Mecke: "Grüner Strom ist kein etabliertes Markenzeichen. Das sehen sie schon an der Vielzahl der Bezeichnungen dafür. Ökostrom, Naturstrom, Grüner Strom, das setzt sich alles immer sehr unterschiedlich zusammen. Wir wollten uns nicht in die grüne Nische hineinstellen. Was wir haben, ist ein Qualitätsprodukt für jedermann. "Grün" ist unser Produkt von den niedrigen Co 2 Werten. Wir verkaufen keinen Atomstrom, das ist schon das Kernelement der verschiedenen Öko-Labels."

Angesprochen auf das Tauziehen um das Vorgehen der Bundesnetzagentur, formulierte Mecke seine Wünsche an die Behörde zur Ausgestaltung des Wettbewerbs: "Für uns ist jetzt wichtig, dass die so genannte Anreizregulierung auch durchgesetzt wird. In sofern haben wir mit Freuden vernommen, dass die entsprechende Verordnung Ende des Jahres auf dem Tisch liegen soll. Wir müssen weg vom Papier- zum elektronischen Datenaustausch. Das ist bis zum Jahr 2009 geplant, muss aber viel schneller gehen."

Laut Mecke sei es "zwingend notwendig, dass der Neubau von Kraftwerken außerhalb der etablierten Betreiber diskriminierungsfrei möglich wird. Da reden wir über die Netzanschlussverordnung, bei der das Bundeswirtschaftsministerium aktiv werden will."

Der Chef von Nuon Deutschland fordert eine Stärkung der Netzagentur, die er "bei allem Lob" auch kritisiert: "Die Netzagentur hat die Komplexität, 700 Netzgebiete zu regulieren, ein wenig unterschätzt. Es ist nicht erstaunlich, dass sie mit den Entscheidungen beim Strom und beim Gas zwei bis fünf Monate in Verzug sind. Wir wollen endlich die Entscheidung sehen. Das dauert uns alles viel zu lange."

Als kleiner Anbieter von Gas hat Nuon in Deutschland Neuland betreten. Für dieses Angebot haben sich laut Nuon-Deutschland-Chef Mecke in Berlin 3000, und in Hamburg 2000 Kunden entschieden. Mit den Regelungen im deutschen Gastmarkt ist Mecke nicht zufrieden: "Der Gasmarkt ist durch nachhaltige Verzögerungstaktiken gekennzeichnet. Schon im Februar hätte ein Modell zum Ein- und Ausspeisemodell vorliegen müssen. Doch das laufende Jahr ist für die Gaswirtschaft verloren. Vernünftiger Wettbewerb ist noch nicht möglich."

Das Interview mit Thomas Mecke lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Business News oder online unter www.businessnews.com

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