Der IT-Sourcing-Prozess bei deutschen mittelständischen Unternehmen ist noch unausgereift, evaluiert IDC in aktueller Studie

On-Demand und Offshoring sind im Mittelstand noch nicht angekommen
Dr. Thomas Reuner, Research Director bei IDC in Frankfurt (PresseBox) (Frankfurt am Main, ) Die fortschreitende Globalisierung stellt Mittelständler ebenso wie Großunternehmen vor beträchtliche Herausforderungen. Aus der verschärften globalen Konkurrenzsituation ergibt sich ein enormer Kostendruck, der Unternehmen zur Optimierung von Prozessen und Strukturen zwingt. Hierzu zählen insbesondere das Aufbrechen der Wertschöpfungskette und eine vertiefte internationale Vernetzung. Die Bewältigung dieser Herausforderungen wird im Mittelstand in der Mehrheit nicht strategisch angegangen, sondern zumeist über die IT-Abteilung eher unstrukturiert behandelt. Während Outsourcing im Bereich von Applikationen und Infrastruktur durchaus intensiv eingesetzt wird, glaubt IDC, dass die Konzepte von On-Demand und Offfshoring noch nicht wirklich im Mittelstand angekommen sind.

IDC hat im Juli und August 2006 eine Befragung von 200 mittelständischen Unternehmen in Deutschland durchgeführt. Von den befragten Unternehmen haben 45% keinen strukturierten Prozess für IT-Sourcing, sondern treffen Entscheidungen von Fall zu Fall. Für 32% ist IT-Sourcing Teil der allgemeinen IT-Strategie. Nur 11% haben IT-Sourcing mit der allgemeinen Geschäftsstrategie verbunden.

„Die Ergebnisse der Befragung deuten auf einen relativ unausgereiften Prozess beim IT-Sourcing im deutschen Mittelstand hin. IDC sieht den Einsatz von Instrumenten des IT-Sourcing vor allem bei der Einführung komplexer Lösungen sowie dem Outsourcing von Applikationen wie auch Infrastruktur. Dagegen sind die Konzepte von On-Demand und Offshoring noch nicht wirklich im Mittelstand angekommen.“, sagt Dr. Thomas Reuner, Research Director und Projektleiter bei IDC in Frankfurt. „Dabei ist überraschend, wie weit die Mittelstands-Definitionen der IT-Dienstleister auseinander gehen. Im Vergleich zum Produktgeschäft, wo weitgehend vergleichbare Definition etabliert worden sind, haben die großen IT-Dienstleister Schwierigkeiten, den Mittelstand vertrieblich und konzeptionell zu durchdringen – und dies trotz der Verkündung von unzähligen Mittelstandsprogrammen", so Reuner weiter.

Als die wesentlichen Herausforderungen für den IT-Beschaffungsprozess insgesamt wurden das Projekt-Management bei strategischen Projekten sowie die Analyse der internen Kostenstrukturen einschließlich der versteckten Kosten genannt. Dies korreliert mit den Aussagen, dass die Ausrichtung der IT aus Geschäftsprozessen sowie die Effizienzsteigerung durch Prozessoptimierung und –automatisierung als die grundlegenden Herausforderungen der IT-Abteilung gesehen werden.

„Die Wahrnehmung der Thematik wird allerdings durch die extreme Fragmentierung beeinflusst. Denn der Markt wird durch eine Vielzahl mittelständischer, häufig regional geprägter Anbieter bestimmt. Somit kommt Partnerprogrammen, die mehr als nur Sales-Lead-Generation bedeuten, eine entscheidende Bedeutung für große IT-Dienstleister zu, sofern sie die Mittelstandsthematik wirklich ernst nehmen", sagt Dr. Thomas Reuner von IDC. "Dabei gilt es jedoch zu bedenken, dass die Herausforderungen für mittelständische Unternehmen ähnlich komplex sein können wie für Großunternehmen. Deshalb können Standardprodukte und –lösungen zwar die notwendigen Preispunkte erzielen, um mit spezialisierten Anbietern zu konkurrieren, ob sie aber die Unternehmen bei Ihren Schmerzpunkten wirklich abholen, darf bezweifelt werden.“, so Reuner abschließend.

Eine Zusammenfassung der für Endanwender relevanten Projektergebnisse sowie Fallstudien und Unternehmensdarstellungen der Projektteilnehmer sind auf der IDC-Website (www.idc.de) erhältlich. Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch unter 069/90502-0 oder per Email unter info_ce@idc.com

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