Fußball-WM ist kein Sommermärchen gewesen

Unternehmen berichten in der Mehrzahl von negativen Auswirkungen
(PresseBox) (Bonn, ) Kein Sommermärchen ist die Fußball-WM für die Unternehmen in der Region Bonn/Rhein-Sieg gewesen. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg unter rund 300 Unternehmen. Demnach beklagt fast jedes fünfte Unternehmen (19,3 Prozent) negative Auswirkungen der Fußball-WM auf das eigene Unternehmen. Lediglich 11,6 Prozent der Unternehmen antworteten, die Fußball-WM habe sich positiv auf ihr Unternehmen ausgewirkt.

"Positiv vermerkt wird insbesondere der Image-Gewinn Deutschlands durch die Fußball-WM, während nur sieben Prozent von einer steigenden Nachfrage berichten", erläutert Sandra Ludwig von der IHK Bonn/Rhein-Sieg: "Nur 1,7 Prozent der Unternehmen haben zusätzliche Aufträge aus Wirtschaft und öffentlicher Hand erhalten." Auswirkungen negativ keine positiv der Fußball-WM
Alle Unternehmen 19,3 69,1 11,6 Industrie 4,0 92,1 3,9 Einzelhandel 30,3 60,6 9,1 Gastgewerbe 52,1 31,3 16,6 Dienstleistungen 3,7 70,4 25,9

Während die Auswirkungen auf die Industriebetriebe zu vernachlässigen sind, fällt das Saldo aus positiven und negativen Auswirkungen bei dem Gastgewerbe und dem Einzelhandel deutlich negativ aus. Mehr als jeder zweite Gastbetrieb klagt über negative Folgen, nur jedes sechste Unternehmen zieht ein positives Fazit. Dazu Sandra Ludwig: "Das Gastgewerbe hat darunter zu leiden gehabt, dass viele Gäste während der WM zu Hause geblieben sind oder die Public-Viewing-Veranstaltungen vorgezogen haben. In der Hotellerie sind die Touristen nicht so in Scharen gekommen wie im Vorfeld etwa erwartet worden ist. Zugleich hat das Kongressgeschäft während der Fußball-WM weitgehend brach gelegen." Fast jeder dritte Einzelhändler berichtet von negativen Auswirkungen, noch nicht einmal jeder Zehnte schätzt die Auswirkungen als positiv ein. "Die WM hat dem Einzelhandel in der Region nicht den erhofften Schub gebracht", kommentiert Sandra Ludwig: "Die Einkaufszonen haben zum Einen nur wenige WM-Touristen angelockt und zum Anderen haben viele Einheimische ihre Einkäufe aufgeschoben, um dem befürchteten Gedränge zu entgehen oder selbst die Spiele zu verfolgen."

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Claudia Engmann
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