Studie: Verlängerte Ladenöffnungszeiten machen Onlineshops Konkurrenz

(PresseBox) (München, ) Die Onlineshop-Betreiber machen sich keine Gedanken wegen der geplanten Freigabe der Ladenöffnungszeiten: Über 80 Prozent glauben, ihre Umsätze seien dadurch nicht in Gefahr. Weit gefehlt: Wie eine aktuelle Befragung der Wirtschaftszeitschrift INTERNET WORLD Business mit dem Preisvergleichsportal Billiger.de zeigt, würden 17 Prozent der Online-Shopper bei einer Liberalisierung der Öffnungszeiten den klassischen Einzelhandel vorziehen. (ET: 19.10.2006)

Sollte demnächst tatsächlich das Ladenschlussgesetz geändert werden, müssen sich Onlineshops etwas einfallen lassen: Gut 70 Prozent aller befragten Online-Shopper würden die längeren Öffnungszeiten gerne persönlich nutzen. Rund 17 Prozent sind sogar bereit, zugunsten der Ladengeschäfte die Einkäufe im Internet einzuschränken. "Heute agiert der Handel nach Gesetzeslage, die Freigabe von Öffnungszeiten erlaubt dagegen die Anpassung an die Wünsche der Verbraucher", sagt Michael Gerling, Geschäftsführer des EHI Retail Institute. "Der Internethandel würde seinen Wettbewerbsvorteil zumindest teilweise verlieren." Onlineshop-Betreiber unterschätzen diese Wirkung offenbar: Gerade einmal 10 Prozent der befragten Händler rechnen mit einem Umsatzrückgang. Dem stehen rund 82 Prozent gegenüber, die keinerlei Einbußen befürchten.

Dabei hätten die Internethändler guten Grund mit einer Service-Offensive auf die neuen Öffnungszeiten zu reagieren. Gut 40 Prozent der befragten Verbraucher sind mit dem Service im Internet zwar zufrieden, ebenso viele wünschen sich aber bessere Dienstleistungen und Angebote von den Anbietern. Besonders gefragt sind der Studie zufolge kostenlose Lieferung, kürzere Lieferfristen, bessere Produktbeschreibungen, ein größeres Sortiment und auch eine bessere Online-Beratung beim Kauf. Ein gutes Argument sind natürlich auch günstigere Preise: 45 Prozent der Befragten gaben an, dass die Preisdifferenz zwischen online und offline mindestens 10 Prozent betragen müsse, um dem Web den Vorrang zu geben. Gut 13 Prozent achten auf mindestens 20 Euro Differenz, für 14 Prozent wird der Online-Handel ab einem Preisvorteil von 50 Euro interessant.

Trotzdem sehen nur wenige Händler einen konkreten Handlungsbedarf: Nur knappe 30 Prozent würden auf die Freigabe der Ladenöffnungszeiten reagieren, und zwar am ehesten mit einem erweiterten Serviceangebot wie beispielsweise einer Hotline, verbesserter Usability des Webauftritts oder optimierten Lieferzeiten.

Die detaillierten Ergebnisse werden in der aktuellen Ausgabe der INTERNET WORLD Business vorgestellt (ET 19.10.2006). An der Befragung nahmen 4.516 Käufer und 148 Onlinehändler teil.

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