Bremszylinder für Kamerafahrten, die nichts erschüttert

Hydraulische Bremszylinder mit 15 mm Zylinderdurchmesser machen erschütterungsfreie Bilder dieses speziellen Kameragefährts von preisgekrönten Naturfilmern möglich (PresseBox) (Langenfeld, ) Eine Sandbank im Wattenmeer, Hunderte von Seehunden und mittendrin - unbemerkt von den Tieren - eine Kamera. Der eindrucksvolle Beitrag "Seehund ahoi!" von Thoralf Grospitz und Jens Westphalen zur bekannten Naturfilmreihe "Expeditionen ins Tierreich" wäre schwer realisierbar gewesen ohne hydraulische Bremszylinder des Unternehmens ACE Stoßdämpfer GmbH. Lesen Sie hier, wie diese modernen Maschinenelemente helfen, gestochen scharfe Nahaufnahmen zu produzieren.

Tierfilmer wie die beiden bekannten Norddeutschen stehen immer wieder vor einem Dilemma: Als Naturfreunde wollen sie den Lebensraum ihrer Sujets möglichst nicht stören, für aussagekräftige Aufnahmen ist es jedoch unabdingbar, möglichst nah an Elefanten, Schlangen oder wie in diesem Fall Seehunde an der Nordsee heranzukommen. Bei den niedlichen Meeressäugern kommt erschwerend ihre große Scheu vor dem Menschen hinzu. So reifte beim Autoren- und Kamerateam Grospitz und Westphalen schnell die Idee, sich für ihr Projekt "Seehund ahoi" eines getarnten ferngesteuerten Fahrzeuges zu bedienen, um den Robben möglichst nah zu sein. Schließlich sollte der Film dem Weg eines verlassenen Jungtiers, auch Heuler genannt, folgen sowie den Alltag in einer Seehundstation und die Arbeit der Wissenschaftler dort zeigen. Dabei war den preisgekrönten Naturfilmern eine Ausgangsschwierigkeit ihres Unterfangens bewusst: Wie sollten auf dem unebenen Untergrund der Sandbänke und des Wattenmeeres vernünftige, unverwackelte Bilder zu Stande kommen? Mit dieser Fragestellung wandte man sich an die Studio Hamburg Filmtechnik GmbH. In Kooperation mit dieser Fullservice-Agentur für optimale Arbeitsabläufe am Set von Film- und Fernsehproduktionen entwickelten Grospitz und Westphalen ein Spezialgefährt für ihre HDV-Kamera (s. Bild). Die Filmtechnik GmbH von Studio Hamburg verfügt über kompetente Ansprechpartner in den Bereichen Kamera, Licht, Grip, Lichtmaschinen und Fahrzeuge. So kam es auch, dass der Kameratechnikcrew um Joachim Habich und Detlef Lutz aus vergangenen Projekten die guten Dämpfungseigenschaften der Produkte der ACE Stoßdämpfer GmbH aus Langenfeld geläufig waren. Die Hamburger setzten sich mit ihrem für den Spezial-Einsatz vorgesehenen, so genannten "Kettenfahrgestell" und der zu montierenden Kamera auf der Suche nach einem optimalen Bremselement mit den rheinländischen Stoßdämpferspezialisten zusammen.

Kettenfahrzeug dank Bremszylinder wie auf Schienen

Unterstützt wurden Suche und Auswahl vom zuständigen, ebenfalls in Hamburg ansässigen ACE Vertriebsingenieur sowie durch ein firmeneigenes Berechnungsprogramm. Unter Angabe bestimmender Eckdaten können so auch für konventionellere Maschinenbaukonstruktionen als die Kameralafette in Sekundenschnelle optimale Dämpfer ausgewählt werden. Für das von Grospitz und Westphalen sowie der Hamburg Filmtechnik GmbH konstruierte Kettenfahrzeug erwies sich ein Hydraulischer Bremszylinder des Typs HB15-50 als ideal. Beidseitig dämpfende Vertreter dieser Maschinenelemente sind in der Lage, bei einem Hub von 50 Millimetern eine maximale Druckkraft von 800 N aufzubauen, eine Leistungsstärke die den vorliegenden Anforderungen vollständig gerecht wird. Denn das als mobile Kameraeinheit verwendete Kettenfahrgestell stammt samt seiner handelsüblichen Funkfernsteuerung aus dem Modellbau mit der Ursprungsbestimmung Schneeraupe und beansprucht weniger Fläche als ein Papierbogen im Format DIN A3.

Von der Bauform her erinnern die hydraulischen Bremszylinder an Gasfedern, die z.B. beim Öffnen und Schließen von Auto-Kofferräumen, kleinen Hauben oder Klappen zum Einsatz kommen. Gegenüber Gasfedern besitzen Bremszylinder in diesem Fall aber zwei große Vorteile: Sie lassen sich ohne Muskelkraft bedienen und sind in der Lage, ihre Bremskraft in zwei Richtungen auszuspielen. So kann die auf dem Modell-Raupenfahrzeug montierte Kamera trotz unebenen Untergrunds und plötzlich auftretender Windböen relativ ruhig stehen und qualitativ einwandfreie Bilder liefern. Dazu Grospitz: "Es gelang jedes Mal prima, die Schwingungen abzufedern, wenn der Arm mit der Kamera sich bewegte. Und auch die Auf- und Ab-Bewegungen bekamen wir gut in den Griff." Prinzipiell war mit diesen innovativen Dämpfungslösungen dank des Ein- und Ausschubs sogar eine Unterstützung der zur Kamerapositionierung eingesetzten Minimotoren denkbar, aber am Ende nicht nötig. Die Kameraleute waren zudem in der Lage, die Druck- und Zugkraft am verbauten Maschinenelement der jeweiligen Windstärke anzupassen, um so auch durch Böen verursachten Unruhen besser Herr zu werden. Dazu musste man lediglich im komplett aus- oder eingefahrenen Zustand an der Kolbenstange drehen. Generell gilt für die HB-Familie: Eine Rotation im Uhrzeigersinn bedeutet eine Erhöhung der Bremskraft, ein Kreisen gegen den Uhrzeigersinn entspricht ihrer Verringerung.

Die einbaufertigen und wartungsfreien Elemente vertragen dank hochwertigem Material wie pulverbeschichteten Körpern und Kolbenstangen mit keramischer Härtestruktur Umgebungstemperaturen von -20°C bis 80°C. Hohe Qualität und Lebensdauer sind so nicht nur bei Langzeitstudien in der freien Natur garantiert. Den speziellen klimatischen Bedingungen entsprechend, konnte ACE in diesem Fall auch zusätzlich seewasserbeständige Bremszylinder nach Hamburg liefern. Damit die Aufnahmen jedoch nicht nur wackelfrei sind, sondern die Spezialkonstruktion den Seehunden überhaupt auf den Pelz rücken kann, wurde die Kameralafette zusätzlich mit einem Seehundfell verkleidet. Denn was nutzen selbst die innovativsten Dämpfungskonstruktionen, wenn die Tarnung am Ende zum Heulen ist?

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