8 mm für die Sicherheit

Falsch verstandenes Sparen bei VSG kann schlimme Folgen haben
Besonders in Gefahrenbereichen sollten gemäß den DIBt-Regelwerken VSG mit mindestens 8 mm verwendet werden.© Flachglas Wernberg GmbH (PresseBox) (Gladbeck, ) Aus den Regelwerken des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) für senkrechte und Überkopfverglasungen (TRLV) sowie für Absturzsicherung (TRAV) lässt sich ableiten, dass für Verbundsicherheitsgläser (VSG) in diesen Gefahrenbereichen eine Scheibendicke von mindestens 8 mm vorgesehen ist. Trotzdem werden bei den großen Glasherstellern nach wie vor hauptsächlich dünnere VSG bestellt. Wie passt das zusammen? Wird hier auf Kosten der Sicherheit Geld gespart?

Pilkington, einer der weltweit größten Glashersteller, produziert allein für den Baubereich jährlich etwa 2 Mio. m2 VSG. "Ungefähr die Hälfte davon stellen wir mit einer Dicke von 6 mm her, um die Nachfrage des Marktes zu bedienen", erklärt Horst Harzheim, Leiter der Abteilung Anwendungstechnik im Unternehmen. Dies steht jedoch im klaren Kontrast zu den seit Jahren gültigen Regelwerken: Danach dürften 6 mm VSG-Scheiben aus Sicherheitsgründen eigentlich kaum noch zum Einsatz kommen.

In der Praxis nimmt man es mit den Regeln offensichtlich nicht immer so genau. Dabei ist es dringend notwendig, gerade in Gefahrenbereichen die statisch korrekt berechneten Scheibendicken auch einzuhalten. Denn nicht zuletzt der Winter 2005/2006 mit seinen rekordverdächtigen Schneemassen oder der Sturm Kyrill Mitte Januar haben deutlich gezeigt, dass Dachkonstruktionen und Fassaden extrem hohen Lasten ausgesetzt sind. Sollte es dann einmal zu Problemen kommen, die Sach- oder gar Personenschäden nach sich ziehen, könnte das für den betroffenen Planer der wirtschaftliche Ruin sein. Denn schließlich ist er es, der im Schadensfall haften muss.



Falsch verstandenes Sparen Paradox ist, dass die Isolierglashersteller durch den Einbau von 6 mm VSG für den Kunden gerade Geld sparen möchten. Denn die etwas dickeren Scheiben kosten etwas mehr und Isolierglashersteller sind häufig der Meinung, mit dickeren VSG im Wettbewerb nicht bestehen zu können. "Das mag zwar für den Augenblick unter Wettbewerbsgesichtspunkten durchaus richtig sein. Wenn es aber zu Problemen kommt, wird es teuer", so Harzheim. Daher sollten Fachunternehmen auf die baurechtlichen Anforderungen aufmerksam machen. Damit werden zum einen Kompetenz und qualifizierte Beraterqualitäten vermittelt, die die Kunden schätzen und meist auch einfordern. Auf der anderen Seite generieren dickere VSG auch mehr Umsatz. Geholfen ist somit also beiden Seiten.

Wer sich auf den neusten Stand hinsichtlich der zu verwendenden Sicherheitsglasarten bringen möchte, dem steht u. a. ab sofort das Merkblatt "Einsatzempfehlungen für Sicherheitsgläser im Bauwesen" des Verbandes der Fenster und Fassadenhersteller e.V. zur Verfügung. Das Merkblatt, an dessen Erstellung u. a. auch Pilkington beteiligt war, gibt einen differenzierten Überblick über die umfangreichen Regelungen und bietet eine praxisnahe Orientierung bei der Entscheidung für den Einsatz von Sicherheitsgläsern bei unterschiedlichen baulichen Gegebenheiten.

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Daniela Lemanczyk
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