„Man steckt nicht immer drin!

Gastroskop (PresseBox) (Berlin, ) Bei fast allen Beschwerden im Bereich von Speiseröhre (Ösophagus), Magen (Gaster) oder Zwölffingerdarm (Duodenum) kommen bei Diagnose und / oder Therapie Gastroskope zum Einsatz. In der Inneren Abteilung / Funktionsdiagnostik wird von der "Gastro" oder der "ÖGD" gesprochen. Eine Besonderheit ist die "PEG", von der später noch die Rede sein wird. Gastroskope dienen auch der Abklärung bei einigen Lungenproblemen oder inneren Blutungen. Untersuchungen des Magens mit dem Gastroskop erfolgen deshalb verhältnismäßig häufig.

In durchschnittlichen Endoskopieabteilungen kann man von ca. 800 bis 1.100 Gastroskopien pro Jahr als Richtgröße ausgehen. Bei einer durchschnittlichen Geräteausstattung bedeutet dies ca. 2 - 3 Untersuchungen und Aufbereitungszyklen pro Gerät und Tag. Als ebenso durchschnittliche Untersuchungszeit stehen ca. 5 bis 10 Minuten zur Verfügung (es kommen noch Patientenvorbereitung und Geräteaufbereitung mit hinzu). Es muss also zügig gearbeitet werden, so dass es schwierig ist, in ausreichendem Maße auf eine Geräte schonende Arbeitsweise zu achten. Da eine "Gastro" für das Personal als vergleichsweise unproblematisch in der Durchführung gilt, wird sie auch schon einmal "zwischendurch" eingeschoben, was es für die Endoskope nicht eben besser macht.

Folgende Gefahrenpunkte bei der Anwendung von Gastroskopen seien exemplarisch genannt:

Gefahrenpunkt 1: Das Einführen

Der Einführungsschlauch des Gastroskops wird vom untersuchenden Arzt durch den geöffneten Mund, zwischen die zahnbesetzten Kiefer hindurch, eingeführt. Der Patient verspürt einen Würgereiz und ist in dieser Phase der Untersuchung besonders unruhig - das Gerät ist schwer in Position zu halten. Zusätzlich muss der Patient jetzt auch noch aktiv schlucken, damit der Kehlkopfbereich passiert werden kann. Zähne oder Zahnprothesen stellen eine erhebliche Gefahrenquelle dar: Zerbissene und gequetschte Einführungsschläuche zeugen von unkooperativen Patienten und deren Kräften. Hier gilt: Zahnprothesen müssen herausgenommen und das Gerät vor Zähnen durch "Beißringe" geschützt werden.

Selbst bei Beachtung dieses Hinweises kann es zu folgenden Szenarien kommen:

- Der Arzt fädelt den Beißring zunächst auf den Einführungsschlauch auf, um unter Zuhilfenahme seiner Finger (die Welt gehört den Mutigen!) das Distalende in Rachen und Speiseröhre zu manövrieren. Das Gerät ist also nur durch den Finger des Arztes geschützt - eine abzulehnende Vorgehensweise!

- Der Patient drückt den Beißring mit der Zunge heraus - selbst durch Ringhaltebänder nicht immer zu verhindern: Hier hilft nur eine schnelle Reaktion von Pflegepersonal oder Arzt, um den Ring wieder richtig zu positionieren.

- der (meist leicht sedierte, d.h. medikamentös ruhig gestellte) Patient entwickelt in krampfartigen Anfallsituationen enorme Kieferkräfte und zerbeißt den eingesetzten Beißring: Hier hilft dann leider gar nichts mehr - Pech gehabt!

Insgesamt sind eine gute Aufklärung und Vorbereitung, sowie fürsorgliche Ansprache des Patienten sehr hilfreich, doch leider auch personal- u. zeitintensiv.

Gefahrenpunkt 2: Die Inversion Bei jeder Gastroskopie macht der Arzt eine Inversion, d.h. er winkelt das Distalende im Magen um 180° ab und betrachtet den Mageneingang aus dieser Perspektive. Dann werden Biopsien aus dem Bereich des Mageneinganges genommen. Die 180°-Abwinklung bedeutet jedoch Gerätestress. Wenn außerdem die Biopsiezange durch das stark abgewinkelte Distalende geschoben wird, kommt es zu einer starken Beanspruchung des Arbeitskanals. Dieser wird dann früher oder später wulstig oder perforiert. Abhilfe: Der Arzt sollte zunächst das Distalende begradigen, dann die Zange einführen und erst dann wieder in die Inversionsstellung gehen.

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