EU-Parlamentarier macht Front gegen Monster-Lkw

(PresseBox) (Stuttgart, ) Die Zweifel an der Sicherheit und an der ökologischen Effizienz von übergroßen Lkw werden immer lauter.

Unmittelbar vor der geplanten Veröffentlichung des Gutachtens über sogenannte Giga – Liner durch das Bundesverkehrsministerium macht jetzt der verkehrspolitische Sprecher der Sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament, Willi Piecyk Front gegen die Groß-Lastwagen. Der EU-Parlamentarier warnte in einem Gespräch mit dem ACE Auto Club Europa eindringlich davor, solch Lkw (mit über 25 Meter Länge und einem zulässigem Gesamtgewicht von bis zu 60 Tonnen) für den Straßenverkehr zuzulassen. "Der 60-Tonner ist nicht die Antwort auf die Verkehrsprobleme in Europa", sagte Piecyk. Die Umweltbilanz dieser Fahrzeuge sei ganz klar negativ. Vielmehr werde der Anreiz verstärkt, Güterverkehr auf die Straße zu verlagern. Damit wachse das Straßentransportvolumen mit all seinen negativen Folgen. Nach Piecyks Ansicht können Giga-Liner die Anforderung an die Verkehrssicherheit nicht erfüllen. Schon heute sei das Risiko, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken doppelt so hoch, wenn ein Lkw am Unfall beteiligt ist. Der EU-Verkehrsexperte fügte hinzu: "Wenn dieser Lkw dann noch deutlich größer und schwerer ist, sind auch die Auswirkungen schlimmer".

ACE sieht Verkehrssicherheit durch Groß-Laster beeinträchtigt
Unter Berufung auf Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) geht der ACE davon aus, dass eine Zulassung von "Monster-Lkw" erheblich höhere Belastungen für die Brücken des Bundesfernstraßennetzes nach sich ziehen würden. Ferner sei von einem höheren Sicherheitsrisiko in Tunneln auszugehen. Eine weitere Schwachstelle seien Leitplanken, die einem Aufprall von überschweren Fahrzeugen nicht Stand halten könnten. Gegen Giga-Liner führte der ACE darüber hinaus auch die begrenzte Befahrbarkeit von Innenstädten ins Feld. Probleme träten insbesondere in Kreisverkehren auf.

Der ACE steht dem Giga-Liner-Konzept von Anfang an skeptisch gegenüber, sprach sich zugleich aber dafür aus, die umstrittene Tauglichkeit der Groß-Lkw zunächst zu erproben und erst im Lichte der Forschungsergebnisse über einen etwaigen Einsatz der neuen Lkw-Generation zu entscheiden.

Das Gespräch mit MdEP Willi Piecyk ist dokumentiert unter:
www.ace-online.de/gigaliner

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