Klimaschutz: ACE sieht Politik, Industrie und Verbraucher in der Verantwortung

(PresseBox) (Stuttgart, ) Der ACE Auto Club Europa sieht in dem Brüsseler Beschluss zum Klimaschutz eine große Herausforderung für Politik, Fahrzeughersteller und Verbraucher.

Wer den C02-Ausstoß spürbar mindern wolle, dürfe in seinem Handeln nicht weiter kleckern, der müsse jetzt klotzen. Dass Brüssel die Bedingungen zur Erreichung der Grenzwerte entschärft habe, ändere nichts an der ursprünglichen Zielsetzung.

Der Sprecher des ACE, Rainer Hillgärtner, sagte am Mittwoch in Stuttgart: "Statt auf Autobahnen ein generelles Tempolimit einzuführen, müssen dort flächendeckend interaktive Streckenbeeinflussungsanlagen zügig installiert werden. Das wäre gleichermaßen ein Gewinn für Umwelt und Verkehrssicherheit. Unter anderem könnten der Verkehrsfluss verstetigt und Staus vermieden werden. Derzeit sind aber noch nicht einmal 10 Prozent des deutschen Autobahnnetzes (insges. rund 12. 200 Kilometer) damit ausgerüstet. Das entsprechende Investitionsprogramm läuft Ende des Jahres aus. Ob das Projekt fortgeführt wird, ist noch offen. Klar ist aber, dass sich ohne ein modernes Verkehrsleitsystem das angestrebte Ziel der C02-Minderung nicht erreichen lässt. Investitionen in zeitgemäße Verkehrsleittechnologien stärken Deutschland als Logistikstandort, aktivieren Wachstumspotenziale und schaffen erhebliche Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem Gebiet von technologischer Dienstleistung und Export. Die Politik ist auch gefordert, günstige Rahmenbedingungen zu schaffen, damit es wieder attraktiver wird, umweltfreundliche Busse und Bahnen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu nutzen. Die Kürzung der Entfernungspauschale, die nachteilig geänderte Besteuerung von Fahrtkostenzuschüsse und die Streichung von Bundesmittel für den ÖPNV stehen dem entgegen, sie wirken vielmehr kontraproduktiv, weil sie umweltfreundliche Verkehrsmittel verteuern.

Autohersteller müssen ihren guten Vorsätzen Taten folgen lassen. Verantwortung für wirksamen Klimaschutz tragen alle. Die Premiumstrategie im deutschen Fahrzeugbau wird im globalen Wettbewerb nur dann weiter erfolgreich sein können, wenn auch hier die ökologische Modernisierung energischer als bisher voran getrieben wird. Die Potenziale für mehr Energieeffezienz im Automobilbau und Straßenverkehr sind längst noch nicht vollkommen ausgeschöpft. Beispielsweise wird heute durchschnittlich eine von vier Tankfüllungen durch den Rollwiderstand von Reifen verbraucht. Das muss nicht sein. Die Politik muss auch hier Grenzwerte setzen und die Industrie muss sie erfüllen. Das gilt auch für Mindestanforderungen auf dem Gebiet der Kraftstoffeffizienz von Klimaanlagen. Obligatorische Gangwechselanzeigen im Display könnten darüber hinaus einen wirtschaftlich und ökologisch optimalen Fahrstil fördern. Das sind Beispiele, hinzukommen müssen Entwicklungen auf dem Gebiet moderner Motoren- und Antriebstechnologien. Alle Register im Bereich Forschung und Entwicklung sollten jetzt gezogen werden.

Aus Sicht der Autokäufer und Autofahrer gibt es ein berechtigtes und wachsendes Interesse an solchen Wagen, die in punkto Klimafreundlichkeit "Spitze fahren". Bei dem geplanten Wechsel der Kfz-Steuer von der Hubraumbemessung zur C02-Bemessung werden Fahrzeuge mit einem überdurchschnittlichen C02-Ausstoß höher veranschlagt. Das gilt sinngemäß auch beim Kauf von Fahrzeuge mit vergleichsweise hohem Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß. Sie werden deutlich teurer und am Ende steht die Frage, wer sich was leisten kann und will. Automobilität muss für Otto Normalverbraucher erschwinglich bleiben. Autokäufer haben es gleichwohl selbst mit in der Hand, was ihnen bei der Abwägung von Auto und Umwelt wieviel wert ist."

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