Test: Viele Warnwesten untauglich

Infografik in 4C-Version zum Herunterladen: (PresseBox) (Stuttgart, ) Die meisten der im Handel befindlichen Warnwesten für Autofahrer weisen zum Teil erhebliche Funktionsmängel auf und können daher nicht zum Gebrauch empfohlen werden.

Zu diesem Schluss kommt der ACE Auto Club Europa nach einem am Freitag in Stuttgart veröffentlichten Test, bei dem insgesamt zehn handelsübliche Warnwesten untersucht worden sind. Unter die Lupe nahmen die ACE-Tester insbesondere die Reflektionsstärke der Leuchtstreifen sowie Handhabung, Herstellerinformation und Verkaufspreis der Westen. Sieben Warnwesten sind nach diesen Kriterien durchgefallen. Drei Fabrikate mit den Noten 2,5; 2,7 und 3,0 kamen unterm Strich nur auf ein "befriedigend".

Sieben Westen erreichten nach Angaben des ACE nicht die Euro-Norm EN 471, die unter anderem eine Mindeststärke für die Reflektionskraft der aufgenähten Leuchtstreifen vorschreibt. Der Club sprach von "Etikettenschwindel". Viele der getesteten Westen verfügten zwar über ein Label, auf dem die Konformität mit der Norm augenscheinlich garantiert wird, ausweislich der durchgeführten Labortests, werde in Wirklichkeit die Norm aber verfehlt. Solche Warnwesten könnten ihren Sinn und Zweck keinesfalls vollkommen erfüllen, so die ACE-Tester.

Kritik übte der ACE auch an der häufig mangelhaften Funktionalität vieler Warnwestenverschlüsse. Der Club rief Hersteller und Händler eindringlich dazu auf, nur noch einwandfreie und normgerechte Ware zu veräußern. Die Verkaufspreise der vom ACE getesteten Warnwesten lagen zwischen 1, 50 und 7, 99 Euro. Käufer haben nach Darstellung des Clubs bei fehlerhafter Ware grundsätzlich ein Nachbesserungs- oder Rückgaberecht. Herstellerangaben etwa auf Etiketten müssten mit den tatsächlichen Eigenschaften des Fabrikats übereinstimmen. Nach Auffassung des ACE leisten normkonforme Warnwesten im Fall eines Unfalls oder einer Panne einen wichtigen Beitrag im Interesse der Verkehrssicherheit. Vorgeschrieben seien Warnwesten heute schon für das Fahrpersonal im gewerblichen Güter- und Personenverkehr. In zahlreichen europäischen Ländern existiert laut ACE inzwischen eine generelle Warnwestenpflicht für alle Pkw-Fahrer.
Kürzlich stoppte eine Mehrheit der Bundesländer eine Initiative der Hansestadt Hamburg, die zum Ziel hatte, auch in Deutschland eine generelle Warnwestenpflicht einzuführen. Das Bundesverkehrsministerium hält sich laut ACE bei der Frage nach Einführung einer Warnwestenpflicht bislang eher bedeckt.

Infografik zum Herunterladen (Print-Standard PDF X3) unter
www.ace-online.de/download in sw- und 4C-Version

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