agri.capital baut größte Biomethan-Aufbereitungsanlage Deutschlands

6 Mio. Kubikmeter (Nm³) klimafreundliches Bioerdgas sollen jährlich ins Netz eingespeist werden
(PresseBox) (Könnern, ) Deutschlands größte Produktionsstätte für Bioerdgas entsteht in Könnern bei Halle. Dort errichtet die agri.capital GmbH aus Münster eine Biogasanlage mit angeschlossener Methanaufbereitung. Bis zu 6 Mio. Kubikmeter (Nm³) Methan können jährlich aufbereitet und in das Erdgasnetz des örtlichen Versorgers Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH (MITGAS) eingespeist werden. Das Projekt markiert für agri.capital den ersten Schritt von der dezentralen Energieerzeugung hin zu einer netzzentrierten Energieproduktion. Es gehört mit 9 Millionen Euro Investitionssumme zu den aufwendigsten in der Biogas-Branche.

Biogas wird in Deutschland vorwiegend zur Erzeugung von Strom in kleinen, dezentralen Anlagen genutzt. Denn ähnlich wie beim Biodiesel muss Biogas speziell aufbereitet werden, damit es wie Erdgas in konventionellen Kraftwerken eingesetzt werden kann. Dieses so genannte Rohbiogas wird dabei von störenden Begleitstoffen gereinigt und zu BGA-Erdgas veredelt.

„Biogas kann nur in ländlichen Regionen effektiv produziert werden, denn hier wachsen die Rohstoffe“, erläutert dazu Geschäftsführer Bernd Hugenroth. „Bioerdgas kann hingegen bis in die Städte transportiert werden und Krankenhäuser, Schwimmbäder und Haushalte, die vom Produktionsort weit entfernt sind, mit Wärme versorgen.“ Dabei sei der Wirkungsgrad dieser Technik viel höher als bei einem konventionellen Großkraftwerk, denn 85 % er erzeugten Energie werden auch tatsächlich verbraucht.

In Könnern will die agri.capital GmbH daher über 10 Mio. Nm³ Rohbiogas jährlich erzeugen und zu 6 Mio. Nm³ Bioerdgas aufbereiten. Die Biogastechnologie - vier Fermenter mit dazugehörigen Technik- und Speichergebäuden - liefert die Firma EnviTec. Im Nassfermentationsverfahren soll die Anlage ca. 30.000 Tonnen Gülle, Getreide und Maissilage jährlich verarbeiten. Die Rohstoffe dafür bauen Landwirte in der Umgebung auf 750 h Fläche an. Der dabei anfallende Gärrest wird dort auch wieder als hochwertiger Flüssigdünger auf den Feldern ausgebracht und so in den landwirtschaftlichen Kreislauf rückgeführt.

Die Umwandlung des Biogases in Bioerdgas geschieht in einem zweiten Verfahren mit Hilfe der Druckwasserwäsche. Eines der führenden Unternehmen in dieser Technik ist die schwedische Firma Malmberg, die die Aufbereitungsanlage im Auftrag der agri.capital errichtet. So werden Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff in Wasser gebunden und abgetrennt. Zurück bleibt ein Gas, das zu 97% aus Methan besteht. Im Anschluss wird Propangas zugeführt, um den Brennwert des Biomethans dem Erdgaswert anzugleichen. Schließlich muss noch der Gasdruck auf 16 bar erhöht und der spezifische Erdgasgeruch beigemischt werden. Dann kann das Biomethan in das Netz eingespeist werden.

Abnehmer des Bioerdgases ist die MITGAS Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH. Sie stellt, Erdgas, Flüssiggas und Wärme für 187.000 Einwohner rund um Leipzig und Halle bereit. Die vorgesehene Einspeisung von bis zu 6 Mio. Nm³/a Biomethan entspricht dem Energiebedarf von rund 2000 4-Personen-Haushalten. Im Oktober dieses Jahres soll die Anlage in Betrieb gehen.

Das Projekt ist das erste von fünf weiteren Biomethananlagen, die die agri.capital derzeit im Bau bzw. in Planung hat. Das Unternehmen betreibt zurzeit 27 Biogasanlagen in Deutschland. Dabei handelt es überwiegend um standardisierte Anlagen in der Leistungsklasse von 500 kW.

„Bioerdgas ist eine sinnvolle Lösung, wenn wir regenerative Energien großflächig durchsetzen wollen“, so Hugenroths Überzeugung. „Ein Kubikmeter Methan kann ein Kubikmeter fossiles Erdgas ersetzen. Das macht uns unabhängig von Importen.“ In Könnern werde die agri.capital nun den Beweis antreten, dass diese Technologie nicht nur ökologisch notwendig sei, sondern sich auch wirtschaftlich rechne.

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Pivi Scamperle
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
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Hafenweg 15
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Tel. 0251-27601-100

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