Dortmunds reizvoller Kontrast

Das blaue Haus der Fotodesignerin Cornelia Suhan wird zum Blickfang
Strahlend Blau ragt das Haus der Fotodesignerin Cornelia Suhan im Dortmunder Leierweg heraus. (PresseBox) (Ober-Ramstadt, ) Die Architektur des dreigeschossigen Gebäudes erinnert stark an das Gehäuse einer Kamera. Genau gesagt an einen Klassiker: die Leica M6. Der Dortmunder Architekt Andreas Hanke läßt solche Formähnlichkeiten bewußt anklingen. "Mir hat die Entwurfsidee spontan gefallen", sagt Cornelia Suhan. "Das paßt am besten zu meinem Beruf als Fotodesignerin und Fotojournalistin." Einen individuellen Charakter sollte das Haus auf alle Fälle haben, "sonst hätte ich nicht bauen wollen." In dieser Form bildet es zu allen anderen Gebäuden einen reizvollen Kontrast.

Die Liebe zur Fotografie hat Cornelia Suhan von ihrem Vater geerbt, der als Architektur- und Industriefotograf in Duisburg seit 1946 ein eigenes Geschäft betrieb. "Sehr gern fotografiere ich außergewöhnliche Gebäude und Industrieobjekte; am liebsten aber porträtiere ich Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit", berichtet die Fotografin. Ihre vielfach preisgekrönten "Menschen-Bilder" sprechen Bände: Wer genau hinsieht, entdeckt, wie intensiv sich das Erlebte im Gesichtsausdruck der Porträtierten spiegelt. Besonders eindringlich wirkt das vor Ruhrgebietskulissen. Hier findet sie ihre künstlerische Welt, zu der auch ihr ovales, blaues Eigenheim mit Fotostudio im Erdgeschoß gehört.

Fotogen Wohnen: Haus mit Ausstrahlung

"Blau hat eine beruhigende, positive Ausstrahlung, verleiht Zutrauen. Das ist mir besonders wichtig." Bis zur Entscheidung für den Farbton Lapis 0 aus der Caparol Color-Kollektion war es für Cornelia Suhan deshalb nur ein kleiner Schritt. Dabei wies ein besonderer Buntstift im Farbton Kobalt hell den Weg. "Die Leuchtkraft hatte es uns angetan. Intensiv und unverfälscht, ohne aufdringlich zu wirken." Mit der Fassadenfarbe Muresko konnte der Farbwunsch realisiert werden.

Den Auftrag für den Außenanstrich erhielt ein professioneller Verarbeiter. So sorgten Frank Stachowiak und seine Kollegen aus Bochum für ein makelloses Erscheinungsbild: "Wir waren zu Dritt mit den Putzarbeiten beschäftigt. Die Farbe haben wir mit breiten Lammfellrollen auf den gut durchgetrockneten Putz aufgetragen. Den kobaltblauen Farbton gab es nur von Caparol. Das Ergebnis hat mich in seiner Schönheit selbst überrascht", erinnert sich Stachowiak an die Ausführung. Und auch die Nachbarschaft im Leierweg zeigt sich von der eigenwilligen Farb- und Formgebung begeistert.

Den Außenanstrich trägt ein fünf Zentimeter dicker Wärmedämmputz auf 36,5er Mauerwerk aus Bimssteinen und Hochlochziegeln. "Geringer Energiebedarf ist durch diese Bauweise garantiert", weiß Stadtplaner Harry Lausch, der das Bauvorhaben von Anfang an begleitete. "Besondere Aufmerksamkeit verdient in dieser Lage auch der Schallschutz", so Lausch. Denn auf der mehrspurigen Bahntrasse hinterm Haus geben sich S-Bahnen und hin und wieder sogar ICE ein Stelldichein. Blickt man aus Cornelia Suhans Wohnzimmerfenster, scheint es, als säße man den Bahnreisenden vis à vis.

Nach nur einem Jahr Bauzeit ist Cornelia Suhan mit Tochter Lucca, ihrem Lebensgefährten und ungezählten Kameras in den Neubau eingezogen. Drinnen dominiert an Wänden und Decken aus geglättetem Beton schlichtes Weiß. Eingesetzt wurde die hierfür besonders gut geeignete Sylitol Bio-Innenfarbe: "Wir haben unseren guten Erfahrungen vertraut und uns bewußt für eine ergiebige Silikatfarbe von Caparol entschieden." Die Deckkraft von Sylitol war so gut, daß oft schon ein Anstrich genügte.

Industriegeschichte pur

Stadtplaner Harry Lausch kennt in Dortmund so ziemlich jeden Winkel. Der gebürtige Neuwieder hat den Ruhrpott während seines Studiums als Lebensraum entdeckt. Seine Diplomarbeit verfaßte er 1984 über "Brachflächen und Trampelpfade in der alltäglichen Stadt". Seither hat es ihm die Gegend um den Leierweg besonders angetan. "Wir befinden uns hier auf historischem Boden, auf einem Stück Industriekultur", sagt der Wahl-Dortmunder. "Wo heute der blaue Neubau steht, befand sich vormals die Gaststätte ‚Bei Opa Holz'. Viele Kumpels aus umliegenden Kohlezechen, Eisenbahner ebenso wie Stahlarbeiter kehrten dort beinahe täglich ein." Der Schankbetrieb hielt sich bis etwa 1966. Später wurde die Ruine abgerissen; die Landzunge lag über drei Jahrzehnte brach. Erst 1997 wurden die Grundstücke am Leierweg als Bauland ausgewiesen.

Achim Zielke

Blaues Haus Suhan Spezifikation: privates Wohngebäude mit integriertem Fotostudio
Nutzung: Keller (60 m²) + EG (60 m²) freiberuflich/gewerblich, OG + DG ("Allraum-Konzept", zus. 100 m²) zu Wohnzwecken
Grundstück: 400 m²
Standort: Leierweg 5, 44137 Dortmund
Besonderheiten des Baukörpers: Wände symmetrisch gerundet Fassadenanstrich: Muresko plus
Farbton: Caparol Color Lapis 0

Kontakt

Caparol Farben Lacke Bautenschutz GmbH
Roßdörfer Str. 50
D-64372 Ober-Ramstadt
Caparol Farben Lacke Bautenschutz GmbH
Dipl.-Fotodesignerin Cornelia Suhan
Auftraggeberin/Eigentümerin
Andreas Hanke
Architekturbüro
Entwurf
Andreas Andersen
Ausführender Architekt
Frank Stachowiak
Holz- und Bautenschutz
Verarbeiter
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