Fachfrau im Zimmererhandwerk

15 Frauen aus ganz Bayern können den Titel der (PresseBox) (München, ) 15 Frauen aus ganz Bayern haben Ende April mit dem Besuch des sechsten Moduls ihre "Fachfrau im Zimmererhandwerk" abgeschlossen. Über zwei Jahre besuchten die Frauen die 2-tägigen Module mit festgelegten Inhalten. Die Initiative zu dieser Qualifizierung ging vom Fachbereich Unternehmerfrauen im Bayerischen Zimmererhandwerk aus.
Viele Unternehmerfrauen im Zimmererhandwerk kommen als Quereinsteigerinnen durch Heirat in ihr jetziges Tätigkeitsfeld. Sie erwerben sich ihren Wissensstand in der praktischen Unternehmensführung und sind dabei oft alleine auf sich gestellt.
In der heutigen Zeit sind in den Zimmerer- und Holzbaubetrieben nicht mehr allein die Männer die Verantwortungsträger. Die Kundenbedürfnisse haben sich verändert und die technische Beratung ist nicht mehr allein ausschlaggebend für einen Auftrag. Das Gesamtauftreten des Betriebes, die Kundenansprache und der besondere Service sind mitentscheidend. Eine weitere Herausforderung für die Handwerksbetriebe sind die staatlichen Vorgaben und Anforderungen der Banken, Finanzämter, Versicherungen etc. Hier ist ein durchorganisiertes Büro entscheidend. Und nicht zuletzt muss die finanzielle Seite immer im Blick behalten, Rechnungen rechtzeitig gestellt, Zahlungen überwacht und wenn nötig reagiert oder gemahnt werden. Dies alles ist Aufgabe der Unternehmerfrauen und sie tragen zusammen mit ihren Ehemännern die Verantwortung.
Ziel der Modulschulung "Fachfrau im Zimmererhandwerk" ist es, den in den Betrieben mitarbeitenden Frauen der Führungsebene das notwendige theoretische Wissen für die Leitung des Betriebes und für dessen Zukunftssicherung zu vermitteln.
Die Seminarreihe ist modular aufgebaut und in sechs Themenschwerpunkte gegliedert. In allen Modulen wird auf die spezifischen Bedürfnisse eines Zimmerer- und Holzbaubetriebes der Schwerpunkt gelegt:
Technik/Baustoffe:
Modul 1 umfasst die Inhalte Dachkonstruktionen, Dachwerkstoffe und Holzwerkstoffe, Baugeräte und Werkzeuge, Wareneingangskontrolle, bauphysikalische und bautechnische Grundlagen, Solarthermie, Photovoltaik und Fördermöglichkeiten.
Berufsausbildung/Büroorganisation:
In Modul 2 geht es um Berufsbildung und Berufslaufbahnkonzept, EDV und Internet, A-B-C-Analyse und die sinnvolle Arbeitseinteilung, richtige Terminplanung und die gut geführten Adressdatei, mit einfachen Checklisten Kosten senken und sicher delegieren sowie das passende und aktive Ablagesystem.
Personalwesen/Recht:
In Modul 3 werden die Punkte Führen von Mitarbeitergesprächen, Mitarbeiter vor Ort als Anlaufstelle für den Kunden, Arbeitsrecht: Einstellung, Abmahnung und Entlassung, Sozial- und Tarifrecht, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Sozial- und Urlaubskassen unterrichtet.
Marketing/Vertrieb:
Modul 4 behandelt Stammkundenbindung, Kundendatei als Herz der Stammkunden-Bindungs-Methode, der (Werbe-) Brief, Empfehlungs-Marketing aktiv steuern, Telefontraining, Neukundenakquise, allgemeine Marketingwerkzeuge, Eventmarketing und effektive Messeauftritte.
Betriebswirtschaft:
Die Inhalte des Moduls 5 sind BWA, Produktivität und Kalkulation, Bilanz und Kennzahlen, Kapazität und Kosten, Stundenverrechnungssatz und Umsatz, Darstellung der Lage und Bankenbericht.
(Bau-) Recht:
Modul 6 beschäftigt sich mit dem Entstehen von Rechtsgeschäften, Vertragsschluss, BGB, VOB, Handelsrecht, der Kompetenz des Architekten - öffentliche und private Ausschreibung und Vergabe, geschuldete Leistung -, dem Mangelbegriff, den allgemein anerkannten Regeln der Technik, Ausführung, Behinderung der Ausführung, Stundenlohnarbeiten, Aufmaß, Abnahme und Mängelbeseitigung, Vergütung, Abrechnung, Sicherheitsleistung, Organisation der Bauabwicklung: Bauvorbereitung im Büro, Mitwirkung von Auftraggeber und Auftragnehmer, Organisation der Bauabwicklung: Auswirkungen von Anordnungen des Bauherrn, Nachträge, Termine und Zahlungsbürgschaft.
Die Seminarreihe wird fortlaufend angeboten und ermöglicht so jeder Teilnehmerin, ihren individuellen Zeitplan für die 6 Wochenenden zu erstellen. Diese Flexibilität ist für die Frauen notwendig, denn "nebenbei" managen die meisten von ihnen nämlich auch noch die Familie.
Mit Ende der ersten Modulschulung haben bereits 15 Unternehmerinnen die Auszeichnung "Fachfrau im Zimmererhandwerk" erreicht. Neben dem vielen Fachwissen und dem Titel ist unter ihnen noch etwas sehr wichtiges entstanden: ein Netzwerk. Sie sind keine Einzelkämpferinnen mehr, sie haben jetzt eine Austauschebene für ihre speziellen Probleme. Es versteht sich von selbst, dass diese Qualifizierung neben dem Selbstwertgefühl der Frauen auch ihre Anerkennung im Betrieb gesteigert hat. Sie haben jetzt ganz andere Möglichkeiten, Ideen einzubringen, etwas Eingefahrenes zu verändern und Neues anzugehen.
Im Rahmen des Moduls 6 am 20./21. April 2007 erhielten die 15 Unternehmerinnen von Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Hallinger und Vertreterinnen des Fachverbandes Unternehmerfrauen im Bayerischen Zimmererhandwerk ihre Zertifikate und Blumen. Ihr großer Erfolg wurde gemeinsam gefeiert. Die nächste Seminarreihe "Fachfrau im Zimmererhandwerk" startet im Herbst 2007.
Veranstalter:
Berufsförderungswerk des Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbes e.V. in München
Technische Durchführung:
GFZH - Gesellschaft zur Förderung des Zimmerer- und Holzbaugewerbes mbH

Kontakt

Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks
Eisenacher Str. 17
D-80804 München
GFZH mbH/QVDK

Bilder

Social Media