Himmlisches Kraftwerk rettet Kirche

Sonnenkraft-Solarthermie Heizkonzept verhindert Feuchteschäden
Die aus der gotischen Zeit stammende Kirche St. Bartolomäus in Knetzgau wurde im Barockstil um 1900 um- und ausgebaut. Nur eine komplette Sanierung konnte das Gotteshaus jetzt retten. Foto: Sonnenkraft (PresseBox) (Regensburg, ) Bei der auf die gotische Zeit zurückgehenden Kirche St. Bartolomäus im unterfränkischen Knetzgau konnte nur eine Totalsanierung das Gotteshaus noch retten. Hauptursache waren statische Fehler, die beim Umbau zur Barockzeit gemacht wurden. Außerdem bereiteten vor allem Feuchteschäden in den Sockelwänden und durch die Elektroheizung unter den Sitzbänken verursachte Verschmutzungen an den Decken und Wänden der Pfarrei große Sorgen.

Nachdem die für die Sanierung benötigten Gelder von 1 Mio. Euro aus Kirchensteuermitteln, einer Kirchenstiftung und von der Gemeinde bewilligt worden waren, wurde ein komplexer Sanierungsplan erstellt. Neben statischen Verstärkungen, vor allem im Deckenbereich, neuer Elektroinstallation sowie dem Abriss und Neubau der Sakristei stand ein ausgeklügeltes Temperiersystem im Mittelpunk, das seine Energie hauptsächlich von einer 96 m² großen Solaranlage auf dem Dach des Pfarrsaales bezieht.

Der Sanierungsbedarf im Kirchen-Inneren zeigte sich drastisch an den Feuchteschäden im Wandsockelbreich und den stark verschmutzen Wänden und Decken, wodurch besonders die Malereien und Stuckarbeiten aus der Barockzeit zu leiden hatten. Eine Begutachtung ergab, dass eine Sanierung nur durch eine dauerhafte Beheizung Erfolg bringen konnte. Bisher wurde die Kirche nur zu Gottesdiensten mit einer schwachen Elektroheizung unter den Bänken erwärmt.

Der Planervorschlag war, eine Lösung mit Indach-Solarkollektoren der Firma Sonnenkraft zu realisieren. Da passte es gut, dass zur gleichen Zeit auch das Dach des angrenzenden Pfarrsaales saniert werden musste. So konnte bei der Dachsanierung gespart werden. Zu beachten hatte der Planer auch noch einen Vorlauf von 30° in der Kirche, im Pfarrbüro von 70° und im Pfarrsaal von 90° .

Problemfelder: Verschmutzung der Decke und Wände sowie Feuchteschäden im Wandsockelbereich

In den letzten 20 Jahren registrierten die Knetzgauer Kirchgänger eine erhebliche Verschmutzung der Wandmalereien. So veranlasste die Kirchengemeinde Messungen über ein Winterhalbjahr an 5 Punkten im Kircheninneren (Temperatur und Luftfeuchtigkeit). Dazu wurde im Vergleich noch die Außentemperatur ausgewertet. Diese Auf-zeichnungen ließen erste Rückschlüsse auf die zeitliche Abhängigkeit zwischen dem Verlauf von Innen- und Außentemperatur sowie zwischen der Reaktion der Luftfeuchte zu den Gottesdiensten zu. Auch fand noch ein Versuch mit einer Nebelmaschine statt, die die Luftströmungen im Kircheninneren sichtbar machte. Alle diese Ergebnisse zeigten eindeutig, dass die Verschmutzungen der Wände und Decken zunehmend auf das vorhandene Heizsystem aus ungeregelten Elektrostrahlern, die nur zu Gottesdiensten angeschaltet wurden, zurückzuführen sind. Erhitzte Luft mit Staub- und Schmutzpartikeln stiegen zur Decke und flossen an der Außenwand wieder zurück. Ein weiteres gravierendes Problem war die Durchfeuchtung der Wandsockel. Diese setzten im Wechsel der Jahreszeiten durch abwechselnde Feuchte im Mauerwerk und im Putz vorhandene schädliche Salze verschiedener Herkunft frei, die mit dem verdunstenden Wasser an die Wandoberfläche wanderten und dort auskristallisierten.

Temperiersystem mit Wandrohren

Mit den vorliegenden Ergebnissen war die Richtung für eine Heizlösung vorgegeben: Ziel sollte eine dauerhafte Umwandlung des Raumklimas von kühl/feucht zu gemäßigt warm/trocken sein. Dabei entschied man sich für ein Temperiersystem aus in die Wände eingebauten Rohren, die vom warmen Wasser durchflossen werden und durch milde aber steige Wärmeabgabe allmählich die Wände aufheizen und zuerst einmal austrocknen sollen. Bis zu drei Rohrkreise, die jeder für sich zu regeln sind, wurden vom Heizungsbaubetrieb Herbert Schenk in die Wände eingebaut. Insgesamt verlegte Schenk 1.400 m Kupfer-Rohr. Die Wandheizung wurde in Wandsockelhöhe von ca. 1,5 m verlegt. So sollten Feuchteschäden hier effektiv verhindert werden. Zudem wurde ein Flach-Rohr durch die Sockel der Sitzbänke gezogen und eine komplette Fußboden-heizung im Altarbereich verlegt. Damit wollte man eine annähernd gleiche Temperatur im Kirchenraum erzielen und so die Luftströmungen, die für die Verschmutzung ursächlich waren verhindern.

Solarthermie als Schlüssel zum Erfolg

Diese Maßnahmen konnten aber nur Erfolg bringen, wenn die Kirche permanent temperiert wird und zwar auch im Sommer. Dies wäre aber für die Gemeinde nicht finanzierbar. So bot sich eine Solarthermieheizung geradezu an. Nach einer von Sonnenkraft durchgeführten T-Sol-Berechnung wurden 96 m² Solarkollektoren in Indach-Ausführung installiert. Im Technikraum des Kirchenkellers wurden zwei Solarspeicher mit jeweils 3.000 Liter aufgestellt und an das Heizsystem im Pfarrhaus angeschlossen. So wird im Verbund über eine Regelung die Kirchentemperieranlage, das Pfarrhaus und der Pfarrsaal mit Wärme versorgt. Bis Mitte Oktober kommt die Kirchenheizung allein mit der gelieferten Wärme der Solarkollektoren aus, danach wird bei Bedarf die Gasheizung mit einbezogen.

Die realisierte Temperier- und Heizlösung in Verbindung mit einer Solaranlage hat sich bewährt und als sehr erfolgreich erwiesen. Die kirchlichen Betreiber sind froh, eine umweltfreundliche und finanzierbare Lösung mit Hilfe eines wahrhaft „himmlischen“ Kraftwerkes gefunden zu haben.

Weitere Informationen gibt es bei Sonnenkraft in 93049 Regensburg. =SONNENKRAFT/BfC=

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