Château Coëtfrec in 3D

Französisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt zur Dokumentation und Rekonstruktion einer Burgruine des 14.-16. Jahrhunderts nutzt modernste 3D-Lasertechnik
(PresseBox) (Paris Gennevilliers, ) Um eine französische Burgruine aus dem Mittelalter vor dem weiteren Verfall zu retten und zu ihrem Wiederaufbau beizutragen, haben mehrere deutsche Unternehmen sowie eine Privatinitiative in einer einzigartigen Kooperation unbürokratisch und grenzübergreifend Kultursponsoring betrieben.

In Zusammenarbeit zwischen dem Berliner Vermessungsunternehmen Laserscan Berlin, der Neusitzer Firma Moscito Seiltechnik und der Hilfe einer Privatinitiative unter der Leitung des Archäologen und Vermessungstechnikers Volker Platen wurde das Château Coëtfrec in der Bretagne per 3D-Laserscanning vermessen. Mit dem Ziel, das Schloss auf Basis der dreidimensionalen Bestandaufnahme originalgetreu zu rekonstruieren, wurden 200 Millionen 3D-Punkte aufgenommen, die 95% der Burgruine erfassen und durch die anschließende dreidimensionale Visualisierung Grundlage für kommende Renovierungsarbeiten sein werden.

Ein Team aus Archäologen, professionellen Höhenarbeitern und Vermessern hatte sich für eine Woche im April an die bretonische Côte d'Armor zu der von Lannion sechs Kilometer entfernten Anlage in Ploubezre begeben, die sich seit dem Jahr 2000 im Privatbesitz von Jean-Eric Germain, einem gelernten Zimmermann aus Toulouse, befindet. Mit im Gepäck: modernste Laserscanner, aber auch die nötige Kletterausrüstung, um die Ruine in ihrer ganzen Komplexität mitsamt dem zum Teil bis in 30 Meter Höhe erhaltenen aufgehenden Mauerwerk aus allen nötigen Winkeln aufzuzeichnen.

Eine Dokumentation des Ist-Zustandes ist für eine umfassende Sanierung und Teilrekonstruktion des Baudenkmals unverzichtbar. Diese Rundumerfassung aber konnte sich Schlossherr Jean-Eric Germain bisher nicht leisten - archäologiebegeistert und mit viel Engagement hatte er vor sieben Jahren die Ruine für umgerechnet 150.000 Euro erworben und seither mit Hilfe von Freiwilligen aus der Region daran gearbeitet, den weiteren Verfall des Gemäuers zu verhindern.

"Seit ich Coëtfrec das erste Mal gesehen habe, wusste ich, dass es mein Lebenswerk sein würde, die Burg wieder herzurichten, und zwar so, wie sie im Mittelalter ausgesehen haben muss", erklärt Jean-Eric Germain sein Projekt. "Eine Heizung wird es also nicht geben", lacht er. Dafür aber ist ein Mittelalter-Museum geplant, und alles wird aus privaten Mitteln sowie der Hilfe vieler Freiwilliger realisiert. Auch Volker Platen ist vom Projekt begeistert, als er im Sommer 2003 auf die Ruine stößt. Ihn überzeugt das Engagement, mit dem der Schlossherr Schäden behebt: Unkraut entfernen, Baumaterial freilegen, die Anlage trockenlegen - eine Menge gibt es zu tun. Volker Platen entschließt sich, seinerseits ebenfalls Hilfe beizusteuern.

Ihn bewegt als Archäologen vor allem, dass durch das Fehlen wirtschaftlicher und fachlicher Ressourcen eine vollständige Dokumentation der Anlage bislang unterblieben ist. Sein Angebot: im Sinne von "Heritage Conservation" ein kostenloses Aufmaß der Ruine zu erstellen.

Im Frühjahr 2007 ist es dann soweit: Unter Beaufsichtigung des verantwortlichen französischen Archäologen Laurent Beuchet wird Coëtfrec vom deutschen Helferteam unter Leitung von Volker Platen rundum vermessen, unterstützt von professionellen Höhenarbeitern, die selbst auf den einzigen verbleibenden Turm steigen, um die Burg bis in den letzten Winkel zu vermessen. Durch das 3D-Laserscanning wird eine schnelle, verformungsgerechte und genaue Vermessung komplexer und unregelmäßiger Strukturen möglich, die in Bezug auf Geschwindigkeit, Präzision und Kostenaspekte alle bisherigen konventionellen Methoden in den Schatten stellt. Die Auswertung dieser Aufzeichnungen wird jetzt Jean-Eric Germain als Grundlage dienen, einen Bauantrag einzureichen, um die nächste Etappe in der Wiederauferstehung von Burg Coëtfrec einzuleiten.

Für weiterführende Auskünfte zu den beteiligten Unternehmen und Teilnehmern sowie Bild- und Fotomaterialanfragen wenden Sie sich bitten an unten angegebenen Pressekontakt, Julia Isken für Open2Europe.

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Julia Isken
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