L'Oreal-Chef: "Deutschland hat stark aufgeholt"

(PresseBox) (Düsseldorf, ) Das Geschäft mit Kosmetika hat in Deutschland an Fahrt gewonnen. Zu diesem Ergebnis kommt Jean-Paul Agon, Chef des weltgrößten Kosmetikkonzerns L'Oreal: "Deutschland hat in den vergangenen Monaten stark aufgeholt. Das Geschäft läuft zurzeit hier sehr gut. Im ersten Quartal dieses Jahres hat der deutsche Kosmetikmarkt etwa fünf Prozent Zuwachs gehabt. Wachstumsraten von 40 Prozent, wie wir sie zurzeit in Indien oder Russland haben, sind hier natürlich nicht möglich", sagt Agon im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Dabei biete der demographische Wandel der Branche eine "großartige" Chance. Agon: "Je älter man wird, desto mehr braucht man Kosmetik. Das gilt für Hautpflege wie Haarfärbeprodukte. Hinzu kommt: Die Konsumenten sind bereit, für Innovationen Geld auszugeben." Zudem würden anders als früher Männer zunehmend Pflegemittel konsumieren. Großes Potenzial sieht der L'Oreal-Chef auch in der Naturkosmetik: "Wir haben vor wenigen Monaten Sanoflore, eine kleine, feine Marke aus Südfrankreich, gekauft. Diese Marke setzt jetzt 15 Millionen Euro um. Wir werden sie entwickeln: Im nächsten Jahr soll sie 20 Millionen Euro umsetzen. In den kommenden 20 Jahren wollen wir daraus eine Marke machen, die 300 oder 400 Millionen Euro umsetzt."

Agon schließt nicht aus, dass sein Unternehmen den Anteil von 10,3 Prozent am Arzneimittelhersteller Sanofi-Aventis verringert. "Sanofi ist für uns eine reine Finanzbeteiligung. Die Beteiligung ist für uns nicht strategisch, weil wir uns nicht in Richtung Pharmageschäft entwickeln wollen." Dabei könnte Sanofi als finanzielle Reserve für eine Akquisition dienen, bestätigte der L'Oreal-Chef gegenüber der WirtschaftsWoche. Das Interview finden Sie im Wortlaut unter www.wiwo.de/vorab.

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