BITKOM legt Mittelstandsprogramm vor

(PresseBox) (Berlin, ) Mittelständische Unternehmen der ITK-Branche bündeln ihre wirtschaftspolitischen Ziele

BITKOM-Vizepräsident Heinz Paul Bonn: „Der Aufschwung in Deutschland braucht einen starken ITK-Mittelstand!“

BITKOM-Mittelstandsprogramm 2004: Arbeitsrecht entschlacken, Unternehmensfinanzierung sichern, Steuerrecht vereinfachen

Berlin, 14. November 2003. – Die Innovationsaktivitäten kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland haben nachgelassen – auch im Bereich der Informationstechnik und Telekommunikation (ITK). Die Innovationsaufwendungen gingen 2003 um bis zu 20% gegenüber den Vorjahren zurück. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) will dieser volkswirtschaftlich kritischen Entwicklung entgegenwirken und die Innovationskraft des Mittelstandes nachhaltig stärken. Dazu stellt BITKOM, dem über 500 mittelständische Unternehmen als Mitglied angehören, sein umfangreiches Mittelstandsprogramm 2004 vor. Es bündelt die aus Sicht der ITK-Wirtschaft zentralen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Maßnahmen, um die Wachstums- und Beschäftigungspotenziale mittelständischer ITK-Unternehmen voll ausschöpfen zu können. BITKOM-Vizepräsident Heinz Paul Bonn betont: „Moderne ITK-Technologien bilden die Grundlage für Wachstum und neue Beschäftigung in nahezu allen Branchen. Der ITK-Mittelstand muss daher wieder Innovationstreiber und Wachstumsmotor unserer Volkswirtschaft werden.“ Die wirtschaftspolitischen Kernforderungen des Programms zielen ab auf ein entschlacktes Arbeits- und ein vereinfachtes Steuerrecht, beschleunigten Bürokratieabbau sowie eine verbesserte Unternehmensfinanzierung. Darüber hinaus regt BITKOM eine gesellschaftliche Neubewertung des unternehmerischen Handelns an. Heinz Paul Bonn wörtlich: „Deutschland braucht mutige und selbstbewusste Unternehmerpersönlichkeiten. Selbstständigkeit und Unternehmergeist verdienen Achtung und Förderung als gesellschaftliche Tugenden.“

Mehr Freiraum für Unternehmen

In einer weiterhin schwierigen konjunkturellen Gesamtlage macht dem ITK-Mittelstand vor allem die Unternehmensfinanzierung zu schaffen. Mittlerweile beklagen rund 40% aller ITK-Unternehmen und fast jedes zweite mittelständische BITKOM-Mitglied wachsende Probleme bei der Kreditaufnahme. Die traditionell geringe Eigenkapitalquote im Mittelstand erschwert die Aufnahme von Fremdkapital; der Risiko- und Eigenkapitalmarkt für Technologieunternehmen fällt weiterhin fast vollständig aus. Das BITKOM-Mittelstands-programm macht auf alternative Finanzierungsinstrumente – insbesondere Beteiligungskapital – aufmerksam, um die Eigenkapitalausstattung technologieorientierter Unternehmen zu verbessern. Besonderen Handlungsbedarf sieht BITKOM auch beim Arbeits- und Sozialrecht. Vizepräsident Bonn: „Gerade in der ITK-Branche, die durch eine hohe Marktdynamik und sehr kurze Innovationszyklen gekennzeichnet ist, schwächt der geringe personalpolitische Handlungsspielraum die vorhandenen Wachstums- und Investitionsimpulse. Das derzeitige Arbeitsrecht benachteiligt innovative und wissensorientierte Unternehmen.“ BITKOM schlägt neue Arbeitszeitmodelle wie Langzeit- oder Lebensarbeitszeitkonten vor, damit Unternehmen in projektbedingten Spitzenzeiten die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten anpassen können. Ein weiterer Punkt des Mittelstandsprogramms bezieht sich auf das für kleine und mittlere Unternehmen kaum mehr handhabbare Steuerrecht, das dringend vereinfacht werden muss.

„Kultur der zweiten Chance“

BITKOM fordert aber auch die mittelständischen Unternehmen selbst auf, ihre gesellschaftliche Rolle und ihre wachsende soziale Verantwortung neu zu überdenken und ihre Interessen stärker als bisher zu artikulieren. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit erfordere eine Öffnung für neue Geschäftsmodelle und eine verstärkte Kooperation mit Partnern aus der eigenen Branche, aber auch aus der Finanzwirtschaft. Ein besonderes Anliegen des BITKOM ist es zuletzt, den Unternehmergeist in Deutschland zu stärken. Knapp die Hälfte aller Deutschen geben an, aus Angst vor einem möglichen Scheitern von einer Unternehmensgründung abzusehen. Dem müsse eine „Kultur der zweiten Chance“ entgegengestellt werden, wie sie in den USA oder Japan vorherrscht. Eine erste erfolglose Unternehmensgründung könne, so BITKOM, in einem zweiten Anlauf gelingen und dann zu Innovation und neuer Beschäftigung führen.

ITK-Mittelstand in Zahlen

Die mittelständische ITK-Wirtschaft ist traditionell in den Segmenten Software und IT-Services stark vertreten. Unternehmen aus diesen Bereichen werden nach Einschätzung des BITKOM in 2003 rund 41 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften – rund die Hälfte davon geht auf das Konto der knapp 50.000 mittelständischen Unternehmen. Insgesamt beschäftigt der ITK-Mittelstand über 200.000 Mitarbeiter. Zum Vergleich: Die ITK-Branche insgesamt zählt rund 750.000 Beschäftigte und erzielt in 2003 einen Gesamtumsatz von rund 131 Milliarden Euro.

Hintergrund: Innovationstreiber Mittelstand

Im Verhältnis zu ihrer Betriebsgröße leisten mittelständische Unternehmen generell die größten Innovationsanstrengungen. Technologieorientierte Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten investieren 5,7% ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung – im Verhältnis wesentlich mehr als größere. Ein weiterer Indikator für die Innovationskraft des Mittelstandes: Über 75% aller Patentanmeldungen in Deutschland werden von kleinen und mittelständischen Unternehmen eingereicht.

Das BITKOM-Mittelstandsprogramm 2004 steht auf der BITKOM-Website www.bitkom.org zum kostenlosen Download bereit

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BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.
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