Macromedia Flex: Neues Entwicklungs-Framework für Java-Programmierer

(PresseBox) (München, ) Das amerikanische Softwarehaus Macromedia stellt auf seiner weltweiten Entwicklerkonferenz MAX 2003, die heute in Salt Lake City beginnt, das neue Produkt Macromedia Flex in einer Beta-Version vor. Bisher unter dem Codenamen Royale entwickelt, soll das Präsentations-Server und Applikations-Framework vor allem Java-Programmierer bei der Realisierung von Rich-Internet-Anwendungen unterstützen. Zielgruppe sind aber auch IT-Abteilungen in Unternehmen, die multimediale und interaktive Desktop-Anwendungen mit der Reichweite des World Wide Web verbinden wollen.

Macromedia Flex, das im Laufe des ersten Halbjahres 2004 verfügbar sein soll, erweitert die MX-Familie des Softwareherstellers. Es stellt eine standardbasierte textorientierte Programmiermethodologie, vorgefertigte Code-Bausteine sowie eine Server-Laufzeitumgebung für den weit verbreiteten FlashPlayer als Client zur Verfügung. Entwickler von Business-Anwendungen können damit auf existierende Werkzeuge und Designvorlagen sowie auf die vorhandene Infrastruktur zurückgreifen.

"Flex bringt die erprobte Effektivität bei der Entwicklung von Rich-Internet-Anwendungen zu einer neuen Zielgruppe", sagt Norm Meyrowitz, Präsident des Produktbereichs bei Macromedia. Die Lösung baue auf dem Know-how, den Tools und Standards auf, die von den Anwendungsentwicklern bereits heute vielfach eingesetzt werden. Sie ermögliche ihnen zudem die schnelle und einfache Realisierung einer völlig neuen Klasse von Rich-Internet-Anwendungen im Unternehmensumfeld.

Offene Standards: Macromedia wird Ecma-Mitglied

Dazu hat Macromedia auf der Basis von XML die intuitiv zu bedienende "Flex MarkUp Language" entwickelt, mit der sich multimediale und interaktive Benutzerschnittstellen definieren lassen. Macromedia Flex transformiert hierbei den Code der Applikation in eine Flash-Datei, die im Browser mit Hilfe des FlashPlayers geöffnet werden kann. Die Lösung unterstützt weitverbreitete Standards wie Scalable Vector Graphics (SVG), Cascading Style Sheets (CSS), Extensible Markup Language (XML),Web-Services auf Basis des Simple Object Access Protocol (SOAP)sowie ECMAScript.

Auf der Entwicklerkonferenz MAX 2003 gibt Macromedia auch bekannt, dass das Softwareunternehmen Mitglied in der internationalen Standardisierungsorganisation Ecma International wird und dort eine aktive Rolle spielen will. In dem Gremium haben sich führende Firmen der Informations- und Kommunikationsindustrie zusammengeschlossen und unter anderem den Schlüsselstandard ECMAScript (ECMA-262 und ISO/IEC 16262) entwickelt. Er ist vor allem durch solche Umsetzungen wie Netscape JavaScript, Microsoft JScript und Macromedia ActionScript bekannt geworden.

"Standards sind heute für jedes Unternehmen, das Webentwicklungstechnologien anbietet, eine geschäftskritische Angelegenheit", betont Jan W. van den Beld, Generalsekretär von Ecma International. Macromedia stelle sein Bekenntnis zu offenen Standards schon seit Jahren unter Beweis und sei deshalb ein willkommener Teilnehmer in den Reihen der Organisation, um die Flexibilität und Leistungsfähigkeit von ECMAScript auch in Zukunft zu gewährleisten.

Lauffähig auf allen J2EE-Servern, .NET-Version ist geplant

Flex läuft zunächst mit allen bekannten J2EE-Servern (Java 2 Enterprise Edition) wie Macromedia JRun, IBM Websphere, Bea Weblogic oder dem Open-Source-Produkt Tomcat von Apache. Eine .NET-Version ist für ein späteres Release vorgesehen. Das Applikations-Framework von Flex kombiniert eine gewohnte Programmier-Syntax mit einer umfangreichen Bibliothek von vorgefertigten Code-Bausteinen für die schnelle Anwendungsentwicklung. Hinzu kommen leistungsfähige Runtime-Services für die Anbindung von Datenbanken, das Management und die Verbreitung der Applikationen.

"Immer mehr Unternehmen sind zunehmend unzufrieden mit den Beschränkungen ihrer bestehenden Webanwendungen", hat Mark Driver, Analyst bei der Gartner Group, festgestellt. Rich-Internet-Applikationen seien hier ein Ausweg, da sich damit einzigartige Erlebniswelten für die Endanwender im Web realisieren lassen.

"Flex stellt eigentlich eine zwingende Evolution der bisherigen Macromedia-Tools zur Entwicklung von Rich-Internet-Applikationen dar", glaubt Chris Rogers, führender Softwarearchitekt im E-Learning-Team beim Flugzeughersteller Boeing. Man habe im Unternehmen schon sehr gute Erfahrungen bei der Gestaltung von Rich-Internet-Oberflächen mit Hilfe von Flash MX Professional 2004 gesammelt. Deshalb sei es klar, "dass das leistungsfähige Flex-Framework, das dahinterstehende Programmiermodell und die Code-Bibliotheken einen sehr großen Einfluss auf die Technologielandschaft in unserem Unternehmen haben werden".

Zwei Projekte zur Unterstützung von Flex

Macromedia arbeitet bereits an zwei Projekten im Zusammenhang mit Flex, die eine umfassende Unterstützung mit Werkzeugen für das Framework und die Server-Laufzeitumgebung sicherstellen sollen. Das erste Vorhaben - Codename "Brady" - basiert auf dem bewährten Macromedia-Tool Dreamweaver MX 2004 und stellt Funktionen zum visuellen Layout sowie für die integrierte Entwicklung und Fehlersuche für Flex-Anwendungen zur Verfügung. Eine erste Betaversion dieses Werkzeugs soll bereits im Dezember 2003 verfügbar sein.

Das zweite Projekt mit dem Code-Namen "Partridge" fügt der Open-Source-Entwicklungsumgebung Eclipse eine integrierte Flex-Programmierunterstützung hinzu, mit der Anwendungsprogrammierer ihre Flex-Applikationen innerhalb der Eclipse-IDE codieren, testen und debuggen können. Der Beta-Test von "Partridge" soll im nächsten Jahr beginnen. Macromedia plant ebenso die Veröffentlichung eines XML-Schemas, das eine Mindestunterstützung der Flex-Sprache zu weiteren IDEs von Drittanbietern hinzufügt.

"Die Möglichkeit zum Einsatz von XML-basierten Programmiersprachen bei der Entwicklung von Rich-Internet-Applikationen und deren Benutzerschnittstellen unterstützt die Programmierer bei der schnellen und komfortablen Realisierung von dynamischeren und interaktiveren Oberflächen in Unternehmensanwendungen", ist Rikki Kirzner, Forschungsdirektor beim Beratungsunternehmen IDC, überzeugt.

Der Macromedia Flex-Server wird ähnlich wie die anderen Enterprise-Server-Produkte lizensiert. Für die Evaluation und die Entwicklung auf Einzelplatz-Workstations sind Frei-Lizenzen geplant. Genauere Informationen zur Preisgestaltung, Lizensierungspolitik und die erforderlichen Konfigurationen will Macromedia - ebenso wie Details zu "Brady" und "Partridge" - zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen. Mehr Information zu Flex und die Teilnahme am Beta-Programm gibt es unter www.macromedia.com/go/flex/.

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