Digitale Moderation: Schluss mit Filzstift und Klebepunkten

Vom Workshop bis zur Grossveranstaltung computergestuetzt moderieren, leiten und auswerten - Fraunhofer IPSI auf der Learntec-Messe in Karlsruhe 10.-13.2.2004, Gartenhalle, Stand 354
(PresseBox) (Darmstadt, ) Plenum mit frontaler Praesentation, Aufspaltung in Arbeitsgruppen, Hantieren mit unleserlichen Kaertchen und Abfotografieren kryptischer Packpapier-Charts - noch immer sehen moderierte Workshops so aus wie vor zwanzig und mehr Jahren. Das soll jetzt anders werden. Das Fraunhofer-Institut fuer Integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI) in Darmstadt und die Knapp, Leue & Partner GmbH i. G. (KL&P) in Hamburg entwickeln gemeinsam eine Software fuer "Digital Moderation", die in einem Pre-Release der Fachwelt auf der Learntec-Messe in Karlsruhe vorgestellt werden soll (10. bis 13. Februar, Gartenhalle, Stand 354).

Mit vernetzten Laptops auf jedem Tisch sollen dann Teilnehmer von Workshops schneller als heute mit Filzstift und Klebepunkten ihre Meinungen und Bewertungen eingeben und auf der zentralen Grossleinwand sehen; der Moderator behaelt auf seinem Server leichter den Ueberblick und die Auswertung und Dokumentation der Ergebnisse kann laufend und ohne Medienbruch schon waehrend des Workshops beginnen. Statt Tage nach einem Workshop kaum entzifferbare Chartfotografien an die Teilnehmer zu versenden, koennen nun die Ergebnisse kompakt elektronisch erfasst, verarbeitet und verteilt werden.

Die erste einsatzfaehige Version fuer moderierte Praesenzveranstaltungen von bis zu fuenfhundert Teilnehmern soll Mitte 2004 in Betrieb gehen, danach folgen der "virtuelle Workshop", der verteilt im Internet stattfinden kann, und die fest installatierte Firmenversion, die etwa von Projektmanagern als Moderationsinstrument genutzt werden kann.

"Wir wollen bei diesem neuen Produkt unsere Kompetenzen bei der computergestuetzten Gruppenarbeit und der Integration neuartiger Benutzeroberflaechen wie grossformatigen Displays mit den Moderationserfahrungen von KL&P verbinden", erlaeutert Martin Wessner, Leiter der Arbeitsgruppe "Concert" beim IPSI, die in den vergangenen Jahren E-Learning-Projekte wie "Alba" durchgefuehrt und Programme fuer web-basiertes Training (WBT) entwickelt hat (www.ipsi.fraunhofer.de/...).

"Die klassische Moderation stoesst bei Grossveranstaltungen an ihre Grenzen. Vor allem die Visualisierung der Beitraege mit Hilfe von Pinnwaenden und Karten ist unuebersichtlich, das Aufbereiten der Ergebnisse aufwaendig", begruendet Henning Leue, seit 1978 im Moderations- und Beratungsgeschaeft, sein Interesse an der Entwicklung der neuen Technik. Er hat in den vergangenen Jahren erste Versuche mit computergestuetzter Moderation von Grossveranstaltungen unternommen und dabei festgestellt, dass die am Markt vorhandene Standardsoftware durchaus verbesserungswuerdig ist. "Wir vertrauen hier auf die Kompetenz des Fraunhofer IPSI bei der Entwicklung von kooperativen Arbeitsumgebungen im E-Learning, die wir gemeinsam auch fuer ‚Digital Moderation' auswerten wollen."

Leue will selber Mitte 2004 beginnen, Grossveranstaltungen und Workshops mit der Software zu unterstuetzen. "Durch diese Art der Gruppenmoderation und den Einsatz von PCs anstelle von Moderationstafeln- und -karten bekommen Grossveranstaltungen ein neues Gesicht. Das entlastet den Moderator, hilft den Teilnehmern, sich auf Inhalte zu konzentrieren und ermoeglicht die Auswertung und Praesentation von Ergebnissen ohne Medienbruch."

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Dipl.-Volkswirt Michael Kip
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