Konferenz "Transparenz im Rohstoffsektor" - Für gläserne Finanzströme im Rohstoffsektor

Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(PresseBox) (Berlin, ) Viele Entwicklungsländer verfügen über großen Ressourcenreichtum in Form von Öl, Edelsteinen oder mineralischen Rohstoffen. Dennoch bleibt die erhoffte positive Entwicklung in vielen dieser Länder aus. Zu häufig fließen die Erlöse des Rohstoffexports nicht dem Allgemeinwohl zu, sondern den Privatkonten von Wenigen. Die Frage, wie sich der Ressourcenreichtum der Entwicklungsländer als positive Grundlage nachhaltiger Entwicklung nutzen lässt, stand im Zentrum der internationalen Konferenz "Transparenz im Rohstoffsektor", die heute von der Bundesregierung in Berlin ausgerichtet wurde.

Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und G8-Sherpa der Bundeskanzlerin, Dr. Bernd Pfaffenbach, sagte zur Eröffnung der Konferenz: "Rohstoffe sind die Voraussetzung für Wachstum in Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern gleichermaßen. Deshalb ist der verantwortungsvolle Umgang mit Rohstoffen eine gemeinsame Zukunftsaufgaben aller Staaten. Wir wollen vor allem dazu beitragen, dass die rohstoffreichen Entwicklungsländer vom Boom an den weltweiten Rohstoffmärkten nachhaltig profitieren. Transparenz und gute Regierungsführung sind dabei unerlässliche Rahmenbedingungen. Auch die Länder, die Rohstoffe importieren, haben ein hohes Interesse an der Stärkung dieser Rahmenbedingungen, da sie zu stabilen Lieferbeziehungen und verlässlichen Wirtschaftsbeziehungen beitragen."

Zum Abschluss der Konferenz hob der Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium, Erich Stather hervor: "In manchen Ländern haben die Rohstoffeinnahmen geradezu paradoxe Auswirkungen gehabt: Mehr soziale Konflikte, Verarmung breiter Bevölkerungsschichten, ja sogar kriegerische Auseinandersetzungen. Daher unterstützen wir als deutschen G-8-Präsidentschaft Transparenzinitiativen wie die "Extractive Industries Transparency Initiative" für mehr Transparenz der Kapitalströme und den Dialog mit rohstoffreichen Entwicklungsländern und Schwellenländern über Transparenz im Rohstoffsektor. Wir brauchen mehr gläserne Finanzströme im internationalen Rohstoffgeschäft und gläserne Förderanlagen im Erdölsektor. Dabei stehen viele kurzfristige Interessen dem Transparenzgebot entgegen; deshalb gilt es, dicke Bretter zu bohren. Diese Konferenz ist ein gelungener Beitrag dazu."

Aus Sicht der Bundesregierung kann der Ressourcenreichtum durchaus zum Wohlstand und zur Entwicklung der Bevölkerung beitragen. Verantwortungsvolles Handeln bei der Gewinnung und Vermarktung von mineralischen Rohstoffen und auch die Einhaltung von sozialen Mindeststandards sind wichtige politische Ziele. An diesem Punkt setzen Zertifizierungsmaßnahmen an, deren Nutzen und Anwendung auf der Veranstaltung intensiv diskutiert wurden. Die Berliner Konferenz, an der hochrangige Vertreter aus Zivilgesellschaft, Regierung und Privatsektor aus 22 Entwicklungs- und Schwellenländern teilnahmen, setzte den unter der deutschen G8-Präsidentschaft neu angestoßenen Dialog fort, der alle Betroffenen an einen Tisch bringen soll. Im Zentrum stand der Austausch von Erfahrungen und Best Practices und die fachliche Diskussion.

Mehr Informationen zu Ablauf, Programm und Ergebnissen der Konferenz finden Sie hier: http://www.transparency-extractive-sector-conference-2007.info

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