PTB-Wissenschaftler Prof. Dr. Michael Kühne zum neuen Direktor des Internationalen Büros für Maß und Gewicht (BIPM) gewählt

Staatssekretär Wuermeling: "Berufung unterstreicht führende Rolle Deutschlands im internationalen Messwesen"
(PresseBox) (Berlin, ) Die internationale Welt des Messwesens wird in Zukunft an einer prominenten Stelle von einem deutschen Wissenschaftler besetzt. Prof. Dr. Michael Kühne, Mitglied des Präsidiums der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), wird der zukünftige Direktor des Internationalen Büros für Maß und Gewicht (BIPM), mit Sitz in Sèvres bei Paris. Dies ist das erste Mal in der über 130-jährigen Geschichte dieser Institution, dass ein Deutscher diese Aufgabe übertragen bekommt.

"Ich freue mich", sagt Dr. Joachim Wuermeling, für Technologiepolitik zuständiger Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), "dass mit Prof. Kühne ein hervorragender deutscher Metrologe als künftiger Direktor des BIPM gefunden wurde. Durch diese Berufung wird auch die führende Rolle Deutschlands im internationalen Messwesen unterstrichen." Die PTB als nationales Metrologieinstitut gehört zum Geschäftsbereich des BMWi.

"Ich freue mich über das mir entgegengebrachte Vertrauen", sagt Michael Kühne, "und hoffe, dass ich die Erwartungen, welche die metrologische Gemeinschaft an mich stellt, erfüllen kann." Die Voraussetzungen dafür sind durchaus gut, schließlich hat Michael Kühne eine wissenschaftliche Laufbahn in der Metrologie ebenso im Gepäck, wie eine große Erfahrung im Wissenschaftsmanagement - Letzteres gesammelt sowohl innerhalb der PTB, als auch als Vorsitzender der europäischen Metrologievereinigung EURAMET. Diese Kompetenzen waren es dann wohl auch, die zu einem einstimmigen Wahlergebnis bei der diesjährigen Sitzung des Internationalen Komitees für Maß und Gewicht (CIPM) führten - eine Wahl, die aus 29 eingegangenen Bewerbungen getroffen werden musste.

Michael Kühne tritt sein neues Amt mit dem Ausscheiden des jetzigen BIPM-Direktors, des Briten Prof. Dr. A.J. Wallard, an, d.h. zum Ende des Jahres 2010. Kühnes Amt, das - mit einem Vorlauf als Stellvertretender Direktor - voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2009 beginnt, wird dabei in eine metrologisch aufregende Zeit fallen, da derzeit eine Neudefinition zahlreicher physikalischer Einheiten, etwa des Kilogramms oder des Kelvins, heiß diskutiert wird. Hierbei wird eine Definition über die orts- und zeitunabhängigen Naturkonstanten angestrebt.

Das BIPM ist zugleich administrative Schaltstelle der Meterkonvention und metrologisches Forschungsinstitut. Die Meterkonvention ist die überstaatliche Organisation im Messwesen, der aktuell 51 Mitgliedsstaaten angehören. Das internationale System des Messwesens hat für die Wirtschaft und die Gesellschaft zentrale Bedeutung - es ist notwendige Voraussetzung für hochpräzise Messungen in Forschung und Technik und es schafft Vertrauen in die Richtigkeit von Messwerten in unserem Alltag. Zwei Beispiele aus der Arbeit des BIPM sind dabei allen Bürgern geläufig. So beherbergt das BIPM den internationalen Prototyp der Masse, das Ur-Kilogramm. An diesem Metallzylinder aus einer Platin/Iridium-Legierung müssen sich alle übrigen Kilogramm-Prototype (also auch das deutsche) messen lassen. Ein weiteres Beispiel ist die koordinierte Weltzeit (UTC), welche beim BIPM aus dem Gang der weltweit verteilten Atomuhren berechnet wird.

Aus dem Lebenslauf von Michael Kühne:

Michael Kühne wurde 1949 in Celle, Niedersachsen, geboren. An das Studium der Physik, das er 1973 in Hannover mit dem Diplom abschloss, folgte ein Forschungsaufenthalt an der Harvard University, USA, finanziert durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes. Von 1974 bis 1977 arbeitete Michael Kühne als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Plasmaphysik der Universität Hannover. Nach der Promotion in 1977 wechselte Michael Kühne zur Physikalisch-Technischen Bundesanstalt nach Berlin, wo er am Aufbau des PTB-Labors für Vakuum-Ultraviolett-Radiometrie am Berliner Elektronenspeicherring BESSY mitarbeitete, um 1986 Leiter dieses Labors zu werden. 1991 wechselte Michael Kühne zur Thermometrie und übernahm die Leitung des Fachbereichs Temperatur und Wärme. 1992 erfolgte die Habilitation am Fachbereich Physik der Universität Hannover mit der Ernennung zum Privatdozenten, 1996 die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor.

In 2001 wechselte Michael Kühne von Berlin nach Braunschweig, um die Leitung der Stabsstelle des Präsidiums zu übernehmen und um in 2003 selbst Mitglied des Präsidiums zu werden. Im Präsidium ist Michael Kühne insbesondere für die internationale Zusammenarbeit zuständig.

Michael Kühne ist Mitherausgeber der Zeitschrift "Measurement Science and Technology" und Fellow am Institute of Physics, London. Seit Juni 2006 ist Michael Kühne der Vorsitzende von EURAMET, der Kooperation der europäischen Metrologieinstitute. Schwerpunkt dieser Zusammenarbeit der nationalen Metrologieinstitute von 32 europäischen Staaten und dem IRMM der europäischen Kommission ist die Darstellung und Weiterentwicklung des internationalen Einheitensystems (SI) sowie die Weitergabe an Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft in Europa.

Kontakt

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Scharnhorststr. 34-37
D-10115 Berlin
Prof. Dr. Michael Kühne
Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
Mitglied des Präsidiums
Dr. Dr. Jens Simon
Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
Pressestelle PTB
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