Jackie Weiss im Gespräch mit der schnellsten Frau Deutschlands: Steffi Halm

Steffi Halm, 23 Jahre jung, Rennfahrerin und gelernte Verwaltungswirtin aus Ammerbuch spricht mit Jackie Weiss über ihre Aussichten in 2008.
Steffi Halm: Motorsport ist mein Leben (PresseBox) (Frankfurt, ) Steffis Rennsport-Karriere zeigt Erfolge, angefangen vom Kartsport, über die Formel König und Formel VW bis zum Porsche Carrera Cup.
Eigentlich kann man sagen, daß Steffi generell in allen Serien, in der sie am Start war, die Damenwertung für sich entschieden hat. Was aber so richtig in ihr steckt, will sie jetzt in der Renn-Sasion 2008 zeigen: Am liebsten erneut im Team Tolimit im nationalen Porsche Carrera Cup. Jackie führte ein lockeres Gespräch mit Steffi - hier sind ihre ´schnellen´ Antworten:
Jackie Weiss: Du wirst öfters die schnellste Frau Deutschlands genannt, was hältst Du von dem Spitznamen?
Steffi Halm: Im Grund sind mir Spitznamen egal, aber es ist natürlich schön so etwas in der Presse zu lesen. Für mich ist meine Leistung wichtiger als ein solcher Spitzname. 2007 konnte ich im Carrera Cup leider noch nicht zeigen was in mir steckt, das möchte ich 2008 ändern.

Jackie Weiss: Du hattest während der 2007 Saison Support von der Deutschen Post Speed Academy, bekommst Du diesen Support auch für 2008?
Steffi Halm: Das steht noch nicht fest, aber ich habe mich erneut beworben und hoffe auch 2008 gefördert zu werden. Eine Entscheidung wird es wohl erst im Februar geben.

Jackie Weiss: Steht Deine Familie hinter Deiner Motorsport Karriere?
Steffi Halm: Klar. Meine Familie ist der Fels in der Brandung. Ohne meine Familie geht gar nichts. Ich bin so aufgewachsen, und es ist mir sehr wichtig meine Familie um mich zu haben. Wichtige Entscheidungen werden immer im "Familienrat" entschieden.

Jackie Weiss: Was machst Du in der Winter-Pause?
Steffi Halm: Naja, ich schreibe derzeit meine Diplomarbeit. Die Prüfungen sind im Juli 08. Das heisst: lernen, schreiben und nochmal lernen. Zwischendurch trainiere ich viel und ausgiebig um fit zu sein für 2008.

Jackie Weiss: ..und neben dem Motorsport, hast Du da noch Zeit für Hobbies oder zum Studieren?
Steffi Halm: Ja, für dies und das. Motorsport ist ja mein Leben und nimmt einen wichtigen Stellenwert ein, aber Zeit für Freunde, Familie und Hobbies bleibt immer.
Das ist nur eine Frage der Zeiteinteilung. Da ich damit aufgewachsen bin, fällt mir das gar nicht so auf, sondern ist fest in mein Leben integriert.

Jackie Weiss: Hattest Du je ein Problem mit einem Teamkollegen, weil Du eine Frau bist?
Steffi Halm: Nein nicht wirklich... klar, die üblichen Sprüche, aber die kamen nie von Teamkollegen. Im Team arbeitet man zusammen, auch wenn man auf der Strecke und im Rennen allein im Auto sitzt, so ist und bleibt es Teamsport.

Jackie Weiss: Denkst Du Frauen müssen doppel so viel Kraft-Training machen als Männer, um gleichzuziehen?
Steffi Halm: Nein... oder Jein... Frauen sind nunmal anders ausgestatten von Mutter Natur und deshalb müssen wir Frauen an manchen Stellen durchaus mehr trainieren um am Ende ein ähnliches körperliches Ergebnis zu erzielen, aber das heisst nicht grundsätzlich mehr Training, "anderes" Training trifft es vielleicht besser.

Jackie Weiss: Fährst Du in Deiner Freizeit noch Kart?
Steffi Halm: Ja, es ist nach wie vor ein perfektes Training, aber leider habe ich dafür nicht regelmässig Zeit. Dennoch nutze ich jede Gelegenheit. Ich bin mit dem Kart aufgewachsen und liebe es nach wie vor.

Jackie Weiss: Hast Du einen Tip für die jungen Nachwuchsrennfahrerinnen?
Steffi Halm: Gas geben. Nein, Scherz beiseite. Ob junger Fahrer oder junge Fahrerin, ich denke hier zählen die gleichen Dinge: Durchhalten, schnell sein und nicht aufgeben.

Jackie Weiss: War es für Dich leicht oder schwer Sponsoren zu finden?
Steffi Halm: Super schwer... aber das ist es für jeden. Sponsoren wachsen nicht auf den Bäumen und es ist leider oft nur das Geld, was fehlt. Sponsoring hat bei vielen Firmen noch keinen hohen Stellenwert und Marketingbudgets sind hart umkämpft. Sponsoren sind bei mir sehr willkommen.

Jackie Weiss: Wie siehst Du die generelle Akzeptanz von Frauen im Motorsport?
Steffi Halm: Letztendlich zählt die Leistung. Ob Mann oder Frau ist da egal.

Jackie Weiss: Müsste Deiner Meinung nach etwas verändert werden, um dem Nachwuchs bessere Möglichkeiten einzuräumen?
Steffi Halm: Nachwuchs beginnt meist im Kart und dort hat sich ziemlich viel verändert. Immer professioneller, immer teurer. Der Einstieg für die Familien, die kein Geld haben, ist fast unmöglich geworden, ausser es ist von Hause aus ein Sponsor im Spiel, was wiederum sehr schwer ist. Ohne finanziellen Hintergrund hat Nachwuchs kaum mehr eine Chance. Manchmal kommt es mir vor, als entwickelt sich hier ein Sport für Reiche, was sehr schade wäre. Ich finde an dieser Stelle müsste mehr, viel mehr getan werden.

Das findet das Speed-Magazin auch. Wir wünschen Dir, Steffi, viel Glück und viele Erfolge in Deinem Leben und Deiner Karriere!

Interview und Fotos von Steffi Halm auf http://www.speed-magazin.de

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