Alias-Technologie überzeugt auch im dritten Teil von "Der Herr der Ringe"

Maya: Schlüsselrolle als 3D-Animations-Software für alle drei Folgen des Filmreigens "Der Herr der Ringe"
(PresseBox) (Unterföhring, ) Die Software Maya sowie zusätzliche, von Alias speziell für Weta Digital entwickelte Software-Technologien spielten bei der Produktion zahlreicher Schlüsselszenen des Films "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" eine zentrale Rolle. Der Film läuft seit dem 17. Dezember 03 in den Kinos. Zu den Szenen, die hauptsächlich mit Alias-Technologie entstanden, gehören Gollum sowie die Sequenzen mit der Spinne Kankra, die Schlacht auf den Pelennor-Feldern und die Todeszene des Hexenkönigs.

Maya kam in allen drei von Weta Digital produzierten Folgen der Trilogie Der Herr der Ringe, die von New Line Cinema vertrieben werden, maßgeblich bei der Erstellung der 3D-Animationen und Effekte zum Einsatz. Die Oscar-prämierte Software ermöglichte dem Team für visuelle Effekte und Animationen bei Weta Digital die Produktion von 1.500 CG-Effekten in dieser letzten Folge und die überaus lebensechte Animation der Figur Gollum sowie weiterer digitaler Charaktere.

"Die Produktion von "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" ist in mehrfacher Hinsicht eine überzeugende Leistung, nicht zuletzt aufgrund der beispiellosen Realitätsnähe der CG-Characters und der visuellen Effekte dieses Films", sagt Bob Bennett, General Manager of Product Management, Alias. "Das Team bei Weta Digital hat die beeindruckende Darstellung des Gollum und der anderen digitalen Charaktere in intensiver Arbeit mit unserer Software Maya realisiert. Unser Custom Development Center unterstützte die Weta-Mannschaft mit der Entwicklung kundenspezifischer Software-Tools, so dass Weta mehr Zeit für die kreative Arbeit blieb und sie sich weniger um die Technik da hinter kümmern mussten."

"Die Herausforderungen, die wir in "Die Rückkehr des Königs" zu meistern hatten, waren sehr hoch", so Scott Houston, Chief Technology Officer bei Weta Digital. "Wir wollten in der Animation Dinge erreichen, die es in der Geschichte der Spielfilmindustrie so bisher nicht gegeben hatte. Dazu gehören Hunderttausende von Soldaten für die Kampfszene auf den Pelennor-Feldern und die äußerst lebensechte Animation der Spinne Kankra (Shelob) sowie des Gollum. Hinzu kam die unglaubliche Menge von 1.500 Effekt-Shots im Vergleich zu den 500 für den ersten Film." Weiter erklärt Houston: "Um diese Herausforderungen zu meistern, brauchten wir Geschäftspartner wie Alias, die unsere Anforderungen wirklich verstehen und entsprechende Lösungen liefern. Ich sehe in Alias mehr als einen reinen Software-Lieferanten. Das Unternehmen hat uns nicht nur Maya zur Verfügung gestellt – die entscheidende Animationstechnologie für die Trilogie – es hat uns außerdem kundenspezifische Anpassungen geliefert, die es uns ermöglicht haben, die Vision von Peter Jackson zum Leben zu erwecken, während wir gleichzeitig unsere Terminvorgaben einhalten konnten." Houston schließt: "Ich glaube nicht, dass "Die Rückkehr des Königs" ohne die Alias-Technologie ein solches Niveau an digitalen Effekten erreicht hätte."

Mayas Rolle in der Weta-Animations-Pipeline
Randall William Cook, zweifacher Oscar-Gewinner für seine Arbeiten an den ersten beiden Filmen der Trilogie und Animations-Designer und Supervisor bei Weta Digital, war an der Entscheidung, die Software Maya von Beginn an einzusetzen, beteiligt. "Maya war von Anfang an im Gespräch", erinnert sich Cook. "Mir wurde eine Auswahl an Software gezeigt und ich hatte die Gelegenheit, sie zu testen. Vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen in der Animation fand ich, dass Maya das komfortabelste Benutzer-Interface darstellte. Dem Team bietet es zudem Eingriffsmöglichkeiten in die Software, um den Code unseren Bedürfnissen anzupassen – daher wählten wir Maya und stellten diese Entscheidung nie in Frage."

Cook stellte ein Team zusammen, dem es dank eines flexiblen Software-Pakets gelang, die vorgegebene Vision zu realisieren. "Zwischen "Die zwei Türme" und "Die Rückkehr des Königs" haben wir die Zahl unserer Artists für digitale Arbeiten um fünfzig Prozent erhöht", kommentiert Cook. "Und obwohl viele unserer Artists Erfahrung in der Arbeit mit Maya hatten, gab es einige traditionelle 2D Cel Animators, die noch keinerlei Kenntnisse in der 3D-Animation besaßen." Cook fügt hinzu: "Um den Workflow zu erleichtern, konstruierten wir mittels der Scripting-Fähigkeiten von Maya, der Maya Embedded Language (MEL), ein gewaltiges Szenen-Management-System: In diesem System klickten die Animators in der Maya-Benutzeroberfläche nur auf einen ‚Tab’, um notwendige Szeneninformationen einer anderen Abteilung aufzurufen. Das konnten sowohl Kamera-Informationen, Motion Capture-Daten, Live Action Plate–Dateien als auch Sound-Dateien sein."

Im Bereich Character-Animation entwickelte das Team die Maya-basierte Animations-Pipeline weiter. Jason Schleifer, Senior Animator und Creature Technical Director bei Weta Digital schuf mit seinem Team in Maya ein prozedurales "Puppet System". Damit ließen sich Charaktere durch eine Reihe einfacher Kontrollen und Sliders animieren. Allein für das Gesicht des komplexen und sehr gefühlsbetonten Gollum wurde ein Satz aus 135 Controls vorbereitet. "Damit konnten wir Gollum als Persönlichkeit wirklich entwickeln", erklärt Schleifer. "Im Film wird das besonders in der Szene deutlich, in der Gollum schlafend auf dem Boden liegt. Obwohl er schläft und sich kaum bewegt, kann man auf seinem Gesicht beobachten, wie ein innerer Kampf stattfindet. Es gehört zu den schwierigsten Dingen überhaupt, einen Character zu animieren, der sich nicht bewegt. Allein diese Szene v ermittelt einen Eindruck, wie täuschend lebensecht das Gefühlsleben des Gollum dargestellt wird."

Das Ableben des Hexenkönigs
Eine der beeindruckendsten Szenen in der gesamten Trilogie ist der Tod des Hexenkönigs. Hier kam MEL auf den Prüfstand. Schleifer animierte den Character des Hexenkönigs mittels der Kurven-Animations-Werkzeuge und MEL. "Peter (Jackson) wollte, dass der Character etwas von einem implodierenden Unterseeboot haben sollte", sagt Schleifer. "Eine Herausforderung bestand im Animieren der Hand dieses Characters, die sich zwar nach oben bewegt, dies aber mit sehr nervösem, flatternden Aussehen. Mittels MEL erstellte ich ein Tool, das es mir ermöglichte, zwei Animationskurven zu kombinieren: eine mit vielen hochfrequenten Daten (für das Flattern) und eine mit den Hauptanimations-Informationen." Dann strickte Schleifer ein user interface um sein neues Maya-Tool und übergab es seinen Team-Mitgliedern. "Unsere gesamte Maya-basierte Animations-Pipeline gründet auf der Voraussetzung, dass die Animatoren nicht über die technische Seite der Dinge nachdenken müssen. Wir wollen, dass sie sich auf ihre künstlerische Arbeit und die Darbietung der Charaktere konzentrieren."

Das Custom Development Center von Alias
Eine der entscheidenden Support-Optionen von Alias für große Film- und Spiele-Produktionen ist das Custom Development Center mit Sitz in Toronto, Ontario, und Santa Barbara, Kalifornien. Das Center besteht aus Senior Maya Software-Entwicklern mit vielen Jahren Erfahrung im Unternehmen, die bei großen Projekten beraten. Sie entwickeln kundenspezifische Software, um die Maya-Funktionalität für die besonderen Anforderungen spezieller Projekte zu erweitern. Für "Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" waren die Entwicklung eines speziellen Codes für die Animation und die Kleidungssimulation sowie generelle R&D-Unterstützung erforderlich. "Wir wollten mit Teams zusammen arbeiten, die mit diesem Projekt emotional verbunden sind und an dem Werdegang des Films vollständig teilhaben wollten – besonders, wenn wir zu jeder Tages- und Nachtzeit schnelle Änderungen vornehmen mussten", erläutert Houston. "Glücklicherweise konnte das Team bei Alias diese Anforderungen meistern."

Jenseits der ‚Ringe’
Weta Digital setzte die Maya-Software von Alias seit 1999 ein, als das Unternehmen mit der Arbeit an den zahlreichen Effektaufnahmen begann, die für "Der Herr der Ringe: Die Gefährten" gebraucht wurden. Nur vier Jahre später hat Weta drei überaus erfolgreiche Folgen von "Herr der Ringe" vollendet, von denen zwei den Academy Award für die "Best Visual Effects" gewonnen haben.

Das Leben nach den ‚Ringen’ sieht für das Team in Neuseeland mit neuen Projekten, die bereits im Entstehen sind, vielversprechend aus. "Wir haben Maya bis an die Grenzen des Möglichen und darüber hinaus genutzt, um die Vision von Peter Jackson zu realisieren. Mit Hilfe von Alias und dem Custom Development Team wird es nicht dabei bleiben", ist Houston überzeugt. "Unser nächstes Projekt ist - wortwörtlich - sogar noch gewaltiger: es ist "King Kong". Mehr denn je müssen wir uns dabei auf Alias verlassen."

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