"Nutze die Talente, die du hast."

HWK unterstützt Betriebe bei der Kompetenzerhaltung
(PresseBox) (Mainz, ) Karl W. ist 61 Jahre alt. Er gilt im Betrieb als "alter Hase", kennt die Kunden, den Markt und die Wettbewerber. Als ihn vor fünf Jahren ein Bandscheibenvorfall aus dem aktiven Tagesgeschäft riss, entschied die Betriebsleitung sich gegen eine Frühverrentung und beschloss, ihn im Innendienst einzusetzen.

Eine weise Entscheidung, wie sich heute zeigt. In der Akquise und Beratung der Kunden ist er heute ein unverzichtbarer Mitarbeiter. Seine Fachkompetenz als SHK-Meister, die er bei Kundengesprächen sowie auf Messen und Ausstellungen beweist, hat dem Betrieb zu einem guten Stand im Wettbewerb verholfen.

Jonas B., 23 Jahre alt, wurde vor fünf Jahren an seiner Stelle eingestellt, um Karls Position als Installateur zu übernehmen. Jonas hat eine andere Ausbildung, der Zeit entsprechend, Pelletsheizung mit Solarunterstützung, Brennwertkessel neuester Technologie, EDV-Kenntnisse – damit ist seine Generation groß geworden.

Während Karl Weiterbildungen in Themen wie Kundenbeziehung, Verkaufsgespräch, Messeauftritt, Telefonakquise usw. besucht, um seine neue Aufgabe mit Freude und Bravour erfüllen zu können, schlägt Jonas sich mit dem handwerklichen Alltag herum. Aber beide Fähigkeiten braucht der Betrieb gleichermaßen.

Karl fehlt die körperliche Kraft, die hat er immerhin jahrzehntelang in den Betrieb eingebracht. Aber er ist ein ganz erfahrener Profi. Jonas ist körperlich voll auf der Höhe, aber ihm fehlt die Erfahrung im Umgang mit den Kunden. Da ist der ewig Meckernde, der immer Unzufriedene aber auch der alles Besserwissende, der "Das sag’ ich Ihrem Chef"-Typ. Auch tut er sich schwer, andere Dienstleistungen des Hauses so anzu-bieten, dass der Kunde interessiert darauf eingeht. Dieses alltägliche "Obendrein" zu der sowieso schon schwierigen körperlichen Arbeit.

Karl und Jonas haben sich inzwischen zu einem starken Team im Betrieb entwickelt. Karl unterstützt Jonas mit Tipps und Ratschlägen, die nur ein erfahrener Mitarbeiter kennen kann. Mit handwerklichen Kniffen, die in keinem Lehrbuch stehen. Mit ermutigenden Worten: "Mir ist das auch schon mal passiert."

Jonas hingegen diskutiert mit Karl über Vor- und Nachteile der Pelletsheizungen und Solaranlagen. Dadurch fühlt sich Karl im Kundengespräch fachlich sicherer. Jonas hilft Karl auch schon mal am Computer.

Das Beispiel Karl und Jonas ist fiktiv. Nicht jedoch die Problematik, die dahinter steckt. Branchenunabhängig muss Fachkompetenz im Betrieb dauerhaft erhalten bleiben. Das geht nur in einer guten Kommunikation zwischen "Alt" und "Jung", zwischen "Oben" und "Unten". Manchmal bedarf es dafür einer Moderation, die von außen kommt. Oftmals fehlt lediglich das Know-how, wie solche Gespräche konstruktiv zu führen sind.

Zunächst muss erst einmal erkannt werden, welcher Mitarbeiter über besondere Talente verfügt. Dann müssen diese langfristig im Betrieb etabliert und nutzbringend eingesetzt werden.

Die Handwerkskammer Rheinhessen bietet in Zusammenarbeit mit erfahrenen und praxiserprobten Spezialisten aus der Region eine umfangreiche Beratung und Begleitung dieses Prozesses an. Das Handwerkzeug hierzu können sich Betriebe, die an dem HWK-Projekt "Kompetenzerhaltung im Handwerk" teilnehmen, kostenlos abholen. In einer Reihe von Seminaren, die noch bis September 2008 angeboten werden, können sich Unternehmer und Führungskräfte des Handwerks umfangreiches Know-how aneignen.

Themen sind u.a.: Teambildung (Vom Einzelkämpfer zum Teammitglied), Effektiv verhandeln: das Verkaufsgespräch (Wie wird aus einem Kundenkontakt ein gelungenes Verkaufsgespräch?), Manöverkritik am Ende eines Auftrages (Was war gut, was lief schlecht, woran müssen wir noch arbeiten?), Wissenserhalt im Betrieb (Damit kostbare Erfahrung nicht verloren geht.), Marketing (Jeder Außendienstler ist auch ein Marketingmitarbeiter!).

Zudem können betriebsspezifische InHouse-Schulungen und Beratungen für Mitarbeiter angefordert werden.

Das Seminarprogramm Frühjahr 2008 ist ab sofort bei der HWK Rheinhessen erhältlich. Das erste Seminar startet bereits am 23. Januar.

Gefördert wird dieses Angebot durch den Europäischen Sozialfonds, das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz sowie das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.

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