Nicht verbesserungsfähig!

NABU fordert trotz Nachbesserungen Stopp des Kraftwerksbaus in Moorburg
(PresseBox) (Hamburg, ) Anlässlich der angekündigten öffentlichen Auslegung der geänderten Planungsunterlagen zum Kohlekraftwerk Moorburg bekräftigt der Naturschutzbund NABU seine Ablehnung dieses klimaschädlichen Bauprojektes. Im Erörterungsverfahren war deutlich geworden, dass durch die Entnahme und Einleitung des Kühlwassers schwerwiegende Schäden am Ökosystem des Flusses wahrscheinlich sind. Deshalb legt Vattenfall nun neue Gutachten zur Sauerstoffproblematik und zur Nachbesserung an der Kühlung vor. Ab dem 29. Januar können dazu Hamburgs Bürger und Bürgerinnen vier Wochen lang Stellungnahmen und Einwände bei der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) einreichen.

"Wir sind gespannt darauf, wie Vattenfall die bestehenden Unsicherheiten in Bezug auf die Kühlwassereinleitung und die Sauerstoffproblematik ausschalten will", erklärt Stephan Zirpel, Geschäftsführer des NABU Hamburg. Bislang hält der NABU Hamburg das Kraftwerk nach geltendem Wasserrecht für nicht genehmigungsfähig. Auch mit nachgerüsteter Laufwasserkühlung wird nach Ansicht des NABU das Kraftwerk durch Einleitung von Kühlwasser die Elbe erwärmen. Dadurch würde sich der sommerliche Sauerstoffmangel in der Elbe verschlimmern, was negative Folgen für die Elbfische hätte. "Trotz Nachbesserungen sind die grundlegenden Probleme, die das Kraftwerk mit sich bringt, nicht gelöst," kritisiert Zirpel. "Energiepolitisch ist der Neubau eines Kohlekraftwerks ohnehin der falsche Weg. Daran ändern auch die ergänzenden Gutachten nichts." Der Bau des Steinkohlekraftwerks in Moorburg würde das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 eine CO2-Reduzierung von bis zu 80 Prozent zu erreichen, in der Metropolregion Hamburg unmöglich machen. "Für einen effektiven Klimaschutz sei nur der Verzicht auf das Kohlekraftwerk sinnvoll", so der NABU-Vertreter. "Die Klimaschutzbemühungen des derzeitigen Senats sind unglaubwürdig, wenn gleichzeitig in Moorburg eine riesige CO2-Schleuder gebaut wird." Der NABU ist überzeugt, dass die BSU Vattenfall die endgültige Baugenehmigung verwehren muss, wenn die Mängel nicht ausgeräumt werden. Zur Erinnerung: Der Senat hatte mit Vattenfall Nachbesserungen an dem geplanten Kohlekraftwerk ausgehandelt, im Gegenzug Mitte Dezember aber den vorzeitigen Baubeginn genehmigt.

Der NABU ruft Hamburgs Bürger und Bürgerinnen auf, bei der anstehenden Bürgerschaftswahl am 24. Februar für einen ehrlichen (!) Klimaschutz zu stimmen. Die Internetseite www.wurmdrin-hamburg.de bietet ausreichend Hilfestellung bei der Wahlentscheidung und informiert, unterhaltsam aufbereitet, über die Ansichten der Parteien zur Umweltpolitik in Hamburg.

ACHTUNG! Terminhinweis: 24. Januar 2008, 17 bis ca. 21 Uhr öffentliche Anhörung zur "Volkspetition gegen das Kohlekraftwerk Moorburg" im Reimarus-Saal der Patriotischen Gesellschaft, Trostbrücke 6, 20457 Hamburg.

Kontakt

Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Hamburg e.V.
Klaus-Groth-Straße 21
D-20535 Hamburg-Borgfelde
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