Lean sorgt für Wachstum in deutscher Industrie

TBM-Produktivitätsumfrage 2007: Verbesserte Betriebsabläufe fördern Produktivität von deutschen Unternehmen
(PresseBox) (Genf, ) Die deutschen Produktionsunternehmen wachsen im Takt ihrer Produktivitätsverbesserungen, die sie vor allem auf kontinuierliche Prozessoptimierung zurückführen. Das sind zwei zentrale Ergebnisse der 5. Internationalen Produktivitätsumfrage, die das Beratungsunternehmen TBM Consulting Group in Deutschland, Großbritannien, Spanien, den USA, Mexiko und Brasilien durchführte. An der jährlichen TBM-Umfrage nahmen weltweit über 3.000 Führungskräfte aus mittelständischen und großen Unternehmen der Fertigungsindustrie teil.

2007 war ein produktives Jahr
Das Jahr 2007 war für die deutsche Industrie laut Studie trotz des starken Euros ein Erfolg. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen (42,1 Prozent) verzeichnete Zuwächse um bis zu fünf Prozent. 47,9 Prozent der Befragten konnten ihre Produktivität sogar um bis zu 20 Prozent steigern.

Als Ursache für diese positive Entwicklung sieht ein Drittel der befragten Unternehmen (31,6 Prozent) die kontinuierliche Verbesserung von Produktionsprozessen. Hierbei greifen 84,2 Prozent der Befragten auf Kaizen-Techniken und 47,4 Prozent auf Lean-Methoden zurück. ISO Zertifizierung, TQM und LeanSigma folgen auf den Plätzen. Im internationalen Vergleich steht bei Unternehmen in Großbritannien (75,5 Prozent) und den USA (74,9 Prozent) Lean an erster Stelle. Als weiteren Wachstumsfaktor nennen 26,3 Prozent der deutschen Unternehmen die Reaktionsfreudigkeit auf Anforderungen des Marktes. Wachstumsmotoren der deutschen Industrie waren für die Befragten demnach vor allem die Optimierung interner Produktionsabläufe und die Flexibilität einzelner Unternehmen.

Innovationsfähigkeit im internationalen Vergleich
Bei der Einschätzung des Wachstumstreibers Innovation treten im internationalen Vergleich deutliche Wahrnehmungsunterschiede hervor. Bei den deutschen Befragten stufen nur für 5,3 Prozent ihre Innovationsfähigkeit als wachstumsfördernd ein. Demgegenüber schreiben die ausländischen Konkurrenten ihrer Innovationsfähigkeit einen weitaus stärkeren Einfluss auf das Wachstum zu: Bei den britischen Unternehmen sind es 14,3 Prozent, in den USA sogar 24,6 Prozent.

Der deutschen Zurückhaltung in der Einschätzung der eigenen Innovationsfähigkeit steht die Tatsache gegenüber, dass die überwiegende Mehrheit der befragten Manager mit dem Innovationsniveau in ihrer Firma „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ (89,5 Prozent) sind. Dieser Widerspruch weist darauf hin, dass betriebliche Innovationsfähigkeit in Deutschland nicht als Wachstumsfaktor wahrgenommen wird, sondern eine gesonderte Stellung in Unternehmen einnimmt. So wird laut der deutschen Befragten Neues vor allem in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen erdacht (21,1 Prozent) oder durch neue Prozesse in Leben gerufen (ebenfalls 21,1 Prozent). Neue Produkte und ihre Gestaltung sind mit 5,3 Prozent deutlich weniger wichtig. Dass Innovation auch an der Produktionslinie stattfinden kann, hat sich bei den deutschen Teilnehmern nur begrenzt durchgesetzt (15,8 Prozent), während die US-Kollegen in diesem Umfeld am meisten tun (27,8 Prozent).

Der deutsche Blick auf 2008 ist getrübt
Auch der Blick aufs neue Jahr weist international Unterschiede auf. Während Unternehmen in den USA und Großbritannien mit 57,8 Prozent bzw. 78,6 Prozent die Zukunft voller Chancen sehen, sind die Erwartungen der deutschen Industrie für das Jahr 2008 eher verhalten. 44,4 Prozent sehen die Zukunft skeptisch, nur für ein Drittel der Befragten stehen Chancen im kommenden Jahr im Vordergrund. Als Gründe für den leicht getrübten Blick nannten die Studienteilnehmer vor allem den anhaltenden Kostendruck (73,7 Prozent) und den Fachkräftemangel (57,9 Prozent). Auch die Qualitätssicherung ist laut 42,1 Prozent eine wichtige Herausforderung.

Als Chance fasst die Mehrheit der deutschen Befragten im kommenden Jahr hingegen vor allem Verbesserungen von Geschäftsprozessen (63,9 Prozent) und Wertschöpfungsketten (57,9 Prozent) sowie die eigenen Mitarbeiter (57,9 Prozent) auf.

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