EU-Dienstleistungsrichtlinie - Fluch oder Segen?

Wirtschaftsinformatiker der Uni Münster präsentieren Werkzeuge und Methoden zur effizienten Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie im kommunalen Bereich auf der KomCom Nord 2008
(PresseBox) (Münster, ) In Verbindung mit der EU-Dienstleistungsrichtlinie stehen die öffentlichen Verwaltungen zukünftig vor einer Reihe von Aufgabenstellungen, die eine starke Auswirkung auf die Nutzung und Gestaltung von Verwaltungsprozessen haben wird. Die in diesem Zusammenhang erwachsenden Herausforderungen beziehen sich insbesondere auf die Vereinfachung von Verfahren, die zunehmende elektronische Verfahrensabwicklung sowie die Sicherstellung von einheitlichen Ansprechpartnern. So sind öffentliche Verwaltungen nicht nur aufgefordert, ihre Verfahren und Prozesse zu erfassen und auf Verbesserungspotenziale zu untersuchen, sondern darüber hinaus auch deren Reifegrad sowie organisatorische, technische und rechtliche Rahmenbedingungen in Bezug auf eine elektronische Verfahrensabwicklung zu überprüfen. Ferner müssen alle Akteure, die an der Aufnahme einer Dienstleistungstätigkeit beteiligt sind, identifiziert sowie der Prozessablauf zwischen diesen erfasst und dokumentiert werden. Nicht zuletzt sind alle Informationen über einen Prozess zur Aufnahme einer Dienstleistung so zu dokumentieren und strukturieren, dass diese an einer zentralen Stelle zur Verfügung gestellt werden können.

Alle angeführten Problembereiche erfordern letztlich eine umfassende und systematische Auseinandersetzung mit den Prozessen in öffentlichen Verwaltungen, die zur Aufnahme einer Dienstleistungstätigkeit erforderlich sind. Jedoch allein die Tatsache, dass eine Kommunalverwaltung schon über 1000 Verfahren und Prozesse anbietet, lässt gewisse Hindernisse und Problemstellungen deutlich werden, die es bei der Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie zu bewältigen gilt.

Auf der in Kürze in Hannover stattfindenden Verwaltungsmesse KomCom Nord stellt das an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster angesiedelte European Research Center for Information Systems (ERCIS) mit der PICTURE-Methode ein Werkzeug vor, das öffentliche Verwaltungen in die Lage versetzt, den mit der EU-Dienstleistungsrichtlinie verbundenen Aufgabenstellungen und Herausforderungen in effizienter wie effektiver Art und Weise zu entgegnen. Neben einem allgemeinen Einblick in die PICTURE-Methode am Stand L03, stellt Dr. Lars Algermissen - Leiter des Kompetenzzentrums für E-Government am ERCIS – am 27. Februar im Rahmen eines Workshops den praktischen Einsatz der PICTURE-Methode zur Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtline vor.

Kontakt

ERCIS - European Research Center for Information Systems der Universität Münster
Leonardo-Campus 3
D-48149 Münster
Dr. Lars Algermissen
Prozessmanagement und eGovernment
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