Behelfslösung Verbindungsleitung - NABU: An der Mittleren Bille wird nun verdünnt statt gefiltert und gedrosselt

(PresseBox) (Hamburg, ) Anlässlich der heute stattfindenden Einweihung des "Frischwasser"zulaufes zwischen der "Mittleren Bille" und ihrem Oberlauf weist der Naturschutzbund NABU darauf hin, dass der Stadtbach trotz des Anschlusses der Verbindungsleitung starken Belastungen ausgesetzt sein wird. Die Beschickung der Mittleren Bille mit Wasser aus dem Oberlauf verbessere zwar die Wasserqualität im Abschnitt bis zum Zusammenfluss mit der Kampbille auf Höhe des Heckkatenweges. Über die Straßenentwässerung würden aber bedeutende Schadstofffrachten in das Gewässer eingetragen, der hydraulische Stress aber nicht verringert, so der NABU.

"Die Verbesserung beruht vor allem auf einem Verdünnungs- und Spülungseffekt", erläutert der Gewässerexperte Tobias Ernst vom NABU Hamburg. "Die Schadstoffe wie vor allem Schwermetalle und Polyaromatische Kohlenstoffe werden sich nun im Rückhaltebecken an der Bergedorfer Gesamtschule sammeln." Ebenfalls weiter ungelöst sei die hydraulische Belastung aus dem Regensielauslass am Sander Damm. Ernst: "Bei Starkregen werden Fische und Kleintiere aus dem Bach regelrecht herausgespült oder von treibendem Sand zermahlen." Um diese Gewässerbelastung zu minimieren, sei eine Drosselung der Einleitung auf ein gewässerverträgliches Maß notwendig.

"Das Geld aus dem europäischen Projekt Urban Water Cycle hat offenbar nicht ausgereicht, um am Auslass Sander Damm eine umfassendere Lösung zu realisieren und zum Beispiel einen Retentionsbodenfilter zu bauen", bedauert der NABU-Referent für Gewässerschutz. "Das ist schade, denn eine solche Anlage hätte sowohl die Schadstoffe herausfiltern, als auch die großen Abflussspitzen drosseln können. Wir hätten uns gewünscht, dass die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt und die Hamburger Stadtentwässerung zusätzliches Geld investiert hätten, um die Niederschlagswassereinleitung an dieser Stelle nachhaltig zu entschärfen." Die Behelfslösung zeige, wie ernst die Behörde die Entlastung der Stadtbäche aus Niederschlagswassereinleitungen nehme.

Zudem wird bei diesem Vorhaben erneut das mangelhafte Vorgehen bei der Beteiligung der Öffentlichkeit deutlich. "Die baulichen Veränderungen am Regensielauslass Sander Damm sind nicht mit den Naturschutzverbänden beraten oder gar abgestimmt worden", ist Ernst verärgert. Die Verwaltung setze sich damit bewusst über die Bitte der Naturschutzverbände hinweg, sie über Maßnahmen zu informieren, die den Zustand der städtischen Gewässer direkt betreffen.

Infos zum Gewässerschutz gibt es unter www.NABU-Hamburg.de/wasser

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