Erstes Projekt der Stiftung für die TU Kaiserslautern erfolgreich abgeschlossen

Freiraum für Kommunikation, Kreativität und Innovation
Außenansicht der Villa Denis (PresseBox) (Kaiserslautern, ) Im Juni 2006 wurde die Stiftung für die TU Kaiserslautern gegründet. Sie startete mit einem Gründungskapital von 185.000 Euro und neun Gründungsstiftern. Wenn auch zu diesem Zeitpunkt der Präsident der TU, Gründungsstifter und Vorstand zuversichtlich waren, dass die Stiftung langfristig ihr Kapital erhöhen wird, rechnete niemand mit einer so rasanten Entwicklung wie sie tatsächlich in den letzten Monaten stattfand. Heute verfügt die Stiftung über ein Kapital von rund 1,5 Mio. Euro.

Auslöser dieser Entwicklung ist ein Projekt der Stiftung, das einzigartig die Identifikation mit der jungen und inzwischen für die Pfalz so wichtigen TU Kaiserslautern einerseits und mit einem herausragenden Denkmal für Geschichte und Baustil der Pfalz andererseits vereinbart. Heute können der Vorstand der Stiftung für die TU Kaiserslautern und deren Präsident den erfolgreichen Abschluss des Projektes bekannt geben, nämlich die Unterzeichnung des Kaufvertrages für die Villa Denis in Diemerstein bei Hochspeyer. Durch die Stiftungsentscheidungen von insgesamt zwölf Stiftern wurde dies möglich.

Nutzungskonzept für die Villa Denis:

Mit dieser Villa kann die Technische Universität dank ihrer Stiftung stilvolle Rückzugsräume anbieten, welche die Kreativität, Kommunikation und Innovation fördern. Es ist ein Serviceangebot von unschätzbarem Wert für Mitglieder der Universität, die Forschungseinrichtungen und die Stifter, das sowohl bei Industriekontaktgesprächen als auch bei wissenschaftlichen und repräsentativen Veranstaltungen große Wettbewerbsvorteile schaffen wird.

Die Stiftung selbst will die Räumlichkeiten nutzen, um mit Konzerten, Soireen und Vorträgen die öffentliche Wahrnehmung zu steigern. Zusätzlich soll die Villa Denis von Firmen und kulturellen Einrichtungen gemietet werden können, wenn sie repräsentative Räume für besondere Veranstaltungen benötigen.

Mit der Landesstiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz wurde bereits eine musikalische Nutzung des neuen Ambientes vereinbart, und zwar auf Anregung von Prof. Dr. Klaas Bergmann, der zugleich Mitglied des Hochschulrates und des Vorstands der "Freunde der Villa Musica" ist. Ab Herbst 2008 werden im Rittersaal mit seinen rund 80 Plätzen Kammerkonzerte der Villa Musica stattfinden. Für die Saison 2008/2009 sind bereits drei Termine vereinbart worden. Die Villa Denis reiht sich damit in die große Zahl der Villa Musica-Spielstätten im ganzen Land ein. Sie wird an der renommierten Reihe "Musik in Burgen und Schlössern" beteiligt sein und das besondere Prinzip der musikalischen Nachwuchsförderung, wie es Villa Musica auszeichnet, im Hochschulrahmen präsentieren. Zugleich erweist die Villa Denis ihren besonderen Rang als intimes Ambiente für ganz besondere Konzerte.

Wichtig ist die hervorragende Anbindung von der TU her: 11 S-Bahn-Minuten ab Hauptbahnhof und dann ein kurzer Fußweg oder 15 Minuten mit dem Auto dank der neuen Umgehung Hochspeyer durch das wunderschöne Biosphärenreservat des Pfälzer-Waldes, und dort bereits auf halbem Weg zu den Weinen der Vorderpfalz. Besser geht es fast nicht.

"Die Villa Denis bietet den Wissenschaftlern der TU Kaiserslautern optimale Bedingungen als Seminar- und Tagungsstätte und die Stiftung verfügt über einen hoch repräsentativen Rahmen, um Stifter für zukünftige Projekte zu gewinnen," freut sich TU-Präsident Schmidt. Aus der Science Alliance haben übrigens die Institutsleiter der beiden Fraunhofer-Institute (Professor Prätzel-Wolters und Professor Rombach) schon sehr früh erklärt, dem Kreis der "Villen-Nutzer" beizutreten, und die Villa und das ganze Anwesen in Augenschein genommen. Andere werden folgen, wenn die Potenziale jetzt nach Projektabschluss breiter kommuniziert werden können. Mittelfristig wird das nicht nur zu mehr Wahrnehmung, Reputation oder sogar "Glanz", sondern über die Vermietung auch zu weiteren Stiftungserträgen führen, deren Verwendung im Sinne des Stiftungszweckes dann jeweils durch die Organe der Stiftung beschlossen werden wird.

Die Motivation der Stifter lässt sich in drei Punkten zusammenfassen:

1. Es gibt an einer Hochschule Aufgaben z.B. im Bereich der Infrastruktur, Grundausstattung und Personal, die von dem zuständigen Ministerium übernommen werden müssen. Daneben werden zusätzliche Mittel benötigt, um die Profilierung der TU Kaiserslautern voranzutreiben. Dies geschieht durch Projekte, für die keine Mittel des Wissenschaftsministeriums verwendet werden können. Hier sehen Stifter ihr Engagement, hier können sie mit ihrer Unterstützung nicht nur die Universität unterstützen sondern auch in die Region wirken.

2. Innovative Ideen entstehen in den Köpfen. Dafür bedarf es entsprechender Freiräume, die die universitäre Umgebung vor allem junger Universitäten oft nicht bietet. Zudem werden Forschungsprojekte immer komplexer und bedürfen der intensiven persönlichen Kommunikation unter den Wissenschaftlern. Dies haben verschiedene Forschungsgemeinschaften seit vielen Jahren erkannt und bieten ausgewählten Wissenschaftlern in Häusern mit entsprechendem Ambiente und in ansprechender Umgebung Rückzugsmöglichkeiten, um im Kollegenkreis Projekte weiter zu entwickeln. Als Beispiel sei hier nur das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach im Schwarzwald, die Villa der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Bad Honnef oder Schloss Dagstuhl für die Informatiker genannt. Die Stifter erwarten sich von der Villa Denis einen vergleichbaren Effekt auf die Forschungs- und Arbeitsgruppen der TU. Sie soll zum Nukleus werden, aus dem Ideen geboren werden.

3. Stifter wollen und können gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Durch die Unterstützung der Ziele der Stiftung für die TU Kaiserslautern zeigen sie ihr Engagement für die Belange von Wissenschaft und Forschung.

Stifter sind:

Annemarie Becker
Anne und Otto Buhler
Jutta und Reinhold Gondrom
Renate und Hans-Jakob Heger
Bettina und Albrecht Hornbach
Ulrich Putsch
Ursula und Dr. Michael Ritter
Gabriele, Sophie und Josef Skipiol
die Bau AG Kaiserslautern
der Bezirksverband Pfalz
die Kreissparkasse Kaiserslautern
die Kreissparkassen-Stiftung für die TU Kaiserslautern
die Technischen Werke Kaiserslautern

Paul Camille von Denis:

Bekannt wurde Paul Camille von Denis, der im Jahre 1796 in Frankreich geboren wurde, durch seine hervorragenden Ingenieursleistungen sowie seine politischen Aktivitäten.

Er erbaute 1835 die erste Eisenbahnstrecke Deutschlands, die 5 km lange erste "Ludwigsbahn" zwischen Nürnberg und Fürth. Danach wurde Denis mit dem Bau einer Eisenbahnstrecke beauftragt, welche das Saarland mit dem Rhein verbinden sollte um den Transport der Steinkohle zu erleichtern. Der Bau dieser zweiten "pfälzischen Ludwigsbahn", die mit 473 Brücken und 12 Tunneln bestückt war, dauerte von 1844 bis 1848. An ihrem östlichem Endpunkt entstand der Ort Ludwigshafen.

Die politischen Aktivitäten von Denis waren geprägt vom Einfluss des "Deutschen Press- und Vaterlandsverein", der sich für Pressefreiheit und Demokratisierung einsetzte und u.a. das Hambacher Fest, an dem auch v. Denis teilnahm, organisierte. Zur Gründung dieses Vereins kam es am 29. Januar 1832 auf dem 1. Schüler-Fest. Daneben war v. Denis Mitglied des pfälzischen Landrates (heutiger Bezirksverband Pfalz). Da er 1832 wegen seiner politischen Aktivitäten in den Anklagezustand versetzt wurde, entschied er sich, zusammen mit Carl Adolf Ritter aus Frankenstein eine Amerikareise anzutreten. Dort und während eines anschließenden Studienaufenthalts in England konnte er die Anfänge des Eisenbahnwesens studieren.

Paul Camille von Denis, der von 1817 bis 1825 Bauinspektor in Kaiserslautern war, ist über den Bau des Gefängnisses auf den Ruinen des Johann Casimir Schlosses, des Pfarrhauses der St. Martin Kirche und des Dekanatshauses auf dem Rittersberg mit Kaiserslautern verbunden. Somit lassen seine beruflichen Leistungen und sein Wirken in Kaiserslautern einen Bezug zur TU Kaiserslautern herstellen.

Geschichte der Villa Denis:

Die Villa steht unter Denkmalschutz, entspricht in vielen Details dem damaligen Zeitgeist und gehört wie die Ludwigshöhe bei Edenkoben zu den seltenen erhaltenen Gebäuden, die im Stil des von Italien abgeleiteten bayerischen Klassizismus errichtet wurden. Die zuständige Denkmalschutzbehörde stellt den regional- und kunstgeschichtlichen Rang der Villa heraus. So wurden bei der umfassenden Sanierung 1995/1996 die Wand- und Deckenmalereien rekonstruiert, die nach heutigen Erkenntnissen von Johann von Schraudolph stammen. Die direkt über der Villa liegende Burg Diemerstein mit Zugang aus dem Park der Villa erweitert die geschichtliche Bedeutung des Anwesens. Erstmals schon 1216 urkundlich erwähnt, beherbergte sie u.a. 1521 den Reformer Ulrich von Hutten. Dessen Leitsatz: "Die Luft der Freiheit weht" ziert das Siegel der Stanford University.

Paul Camille von Denis bekam das Grundstück, auf dem die heutige Villa Denis steht, sowie die Burg Diemerstein von König Ludwig geschenkt, als Auszeichnung für seine herausragende Leistung im Eisenbahnbau. Von 1845 bis 1849 ließ v. Denis die Villa errichten und bewohnte sie mit seiner Frau. 1855 verkauft v. Denis die Villa an die Familie Ladenburg. Die Bankiersfamilie aus Mannheim hat entscheidenden Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Ludwigshafen. Eine Tochter des Hauses, Julie Ladenburg, setzt sich erfolgreich als Vorsitzende des Vereins "Frauenbildung-Frauenstudium" für den Hochschulzugang für Frauen ein.

1925 geht die Villa schließlich in den Besitz des Vereins Evangelische Heime über, der sie 2001 an Andreas Knappe verkauft.

Die Villa im Überblick:
- Baujahr: 1845 - 1849
- Grundstücksgröße: ca. 5.000 m2
- Wohn-/Nutzfläche: ca. 1.000 m2

Besonderheiten:
- Bachlauf mit Fischrecht
- 5 Garagen und großer Parkplatz
- Kneipp-Anlage, artesischer Brunnen,
- englischer Landschaftspark
- direkter Zugang zur Burg Diemerstein

Verkehrsanbindung: Autobahnanschluss A6, A63 ca. 6 km entfernt Bahnhof Frankenstein ca. 500 m entfernt
(Schnellbahn Mannheim-Saarbrücken-Kaiserslautern) Kaiserslautern ca. 15 Min. entfernt

Renovierungskosten: ca. 2,5 Mio. Euro in der Zeit von 1993 - 2000

Bezirksverband Pfalz beteiligt sich an der Stiftung zum Kauf der Villa Denis

Mit 160.000 Euro beabsichtige der Bezirksverband Pfalz, sich an der Stiftung für die TU Kaiserslautern zu beteiligen, um den Kauf der Villa Denis in Diemerstein zu ermöglichen, erläuterte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder bei der Vorstellung des Projekts. Der Beschluss des Bezirkstags Pfalz müsse zwar noch erfolgen, so Wieder weiter, doch die Fraktionen hätten bereits Zustimmung signalisiert. Für den Bezirksverband Pfalz, der bereits 1997 die Restaurierung der Villa Denis mit knapp 130.000 Euro bezuschusst habe, gebe es auch eine historische Anknüpfung: "Der Namensträger des Hauses war Mitglied des Landraths der Pfalz, dem Vorgänger des Bezirkstags Pfalz". Als "Träger hochkarätiger Einrichtungen in der Pfalz steht der Bezirksverband Pfalz allen Projekten offen gegenüber, die viele Partner in der Pfalz miteinander verknüpfen", sagte Wieder.

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Dipl.-Volkswirt Thomas Jung
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