Trendstudie: Nur wenig SEPA-Kenntnisse in Unternehmen

82 Prozent haben (noch) keinen Umstellungsplan, 93% keine Aufwandsschätzung - Software kaum vorbereitet - Angst vor mangelndem Datenschutz und Zugriff des US-Geheimdienstes
(PresseBox) (Ulm, ) Die künftig geltenden gesetzlichen Anforderungen zum einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr, SEPA (= Single Euro Payments Area), sind in Unternehmen noch weitgehend unbekannt. Kaum eine Firma ist auf die neuen Regeln vorbereitet. Das hat eine Umfrage des Ulmer Softwareherstellers Wilken bei 400 mittelständischen Geschäftskunden ergeben. Gut 41 Prozent gaben an, dass ihnen SEPA kein Begriff sei. Mehr als 74 Prozent fühlen sich über SEPA nicht ausreichend informiert und somit hat sich auch mehr als die Hälfte der Befragten noch nicht mit den Herausforderungen bei der Umstellung beschäftigt. SEPA gilt u.a. für Überweisungen und Lastschriftverfahren, die in den nächsten Jahren Schritt für Schritt an einheitliche europäische Standards angepasst werden.

Dass es im Zuge der SEPA-Lastschrift neue Einreichungsfristen für die Verarbeitung der Dateien bei der Bank geben wird, wussten mehr als 82 Prozent nicht; 76 Prozent waren die geänderten Voraussetzungen für die Übertragung von SEPA-Zahlungen zur Bank gänzlich unbekannt. Die Einführung von SEPA verlangt neue technische Voraussetzungen in der derzeitigen Software. Nur sieben Prozent der befragten Firmen konnte den Aufwand zur Einführung von SEPA beziffern. Allgemein wird jedoch eine Erhöhung der Transaktionskosten befürchtet. Auch die eingesetzten IT-Systeme sind bei der Mehrzahl der Unternehmen noch nicht SEPA-fähig. 54 Prozent gab an, dass ihre Software SEPA-Informationen nicht verarbeiten, speichern oder anzeigen kann.

„Es zeichnet sich ein scheinbares Paradoxon ab“, resümiert Wolfgang Grandjean von Wilken. „Die Befragten bezeichnen zwar Vereinfachungen im Zahlungsverkehr als überfällig, aber sie befürchten, dass der Gesetzgeber mit den jetzt geplanten Maßnahmen genau das Gegenteil erreicht, d.h. den Zahlungsverkehr verkompliziere und verteuere. Gerade wer die Regeln schon kennt, hat viel an den Umsetzungsbestimmungen auszusetzen.“ Dies gilt insbesondere für den Datenschutz. Da SEPA auf dem so genannten SWIFT-System aufbauen soll, besteht die Gefahr, dass die US-Geheimdienste Zugriff auf alle – auch nationale – Überweisungen in Europa bekommen. Nach öffentlicher Kritik hat SWIFT angekündigt, neue Backup-Server für die europäischen Backupdaten in Europa aufzustellen, um diese dem US-Zugriff zu entziehen. Nach der Wilken-Umfrage haben dennoch mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (52,7 Prozent) Angst vor einem zu geringem Datenschutz.

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