Erste ATLAS-Zollsoftware-Anbieter werfen das Handtuch in letzter Runde der Einführungsfrist

GLI-MICRAM AG übernimmt Kundenstamm der FJK Zollrechenzentrum GmbH und führt Umstellung auf ATLAS-Version 6.0 bei den ersten Kunden durch
(PresseBox) (Bochum, ) Ab sofort betreut die GLI-MICRAM AG, Anbieter von Softwarelösungen zur elektronischen Zollbearbeitung, Kunden ihres ehemaligen Wettbewerbers FJK Zollrechenzentrum GmbH. Bereits Anfang Dezember war abzusehen, dass FJK als kleinerer Anbieter die Zertifizierung einer produktionsreifen Zollabwicklungs-Software für die behördenseitige ATLAS1 Version 6.0 nicht rechtzeitig realisieren kann. Ausgangslage war die endgültige Festlegung der Umstellungsfrist für einen Teil der Anwender vereinfachter Verfahren auf den 31. Januar 2004 durch das Bundesministerium für Finanzen. Demnach werden die bisherigen halbelektronischen Verfahren Listbild und ZADAT für die Abwicklung zum freien Verkehr zu diesem Termin offiziell abgeschaltet. Zollanmeldungen können dann nur noch online mit einer für ATLAS zertifizierten Zollsoftware oder alternativ auf Papierformularen durchgeführt werden. Unternehmen, die bis zum Stichtag keine anerkannte Lösung im Einsatz haben, müssen mit massiven Verzögerungen ihres Warenflusses rechnen, denn die Abwicklung von Zollanmeldungen per Formular wird auf Behördenseite nachrangig behandelt. Um eine reibungslose Umstellung auf die Online-Zollabwicklung bei ihren Anwendern zu gewährleisten, hat FJK zusammen mit GLI-MICRAM eine Strategie entwickelt. Der Bochumer Anbieter von ATLAS-Software übernahm die Mitarbeiter des Wettbewerbers und betreut so die FJK-Kunden mit dem gewohnten Know-how zur Pflege der bewährten sonstigen FJK-Lösungen.

"Als relativ kleiner Anbieter von Zollsoftware hätten wir aufgrund der knappen Frist bei der Umstellung auf ATLAS-Release 6.0 die unvermeidbare Support-Lawine mit unseren Ressourcen kaum bewältigen können", beurteilt Gerhard Jünnemann, bisher Geschäftsführer des Waltroper Software-Anbieters, die Lage. "Im Sinne unserer Kunden haben wir nach einer strategischen Lösung gesucht und konnten den Bestandskunden durch die Kooperation ein faires und durchdachtes Migrationsangebot zu einem hervorragenden ATLAS-System unterbreiten." Voraussichtlich werden auch weitere kleinere Zollsoftware-Unternehmen aufgrund nicht ausreichender Kapazitäten und mangelnder Echtbetriebserfahrung unter enormen Zeitdruck geraten. GLI-MICRAM steht bereits mit weiteren Wettbewerbern in Kooperationsverhandlungen, um auch bei deren Kunden eventuelle Verzögerungen in logistischen und Zollabwicklungs-Prozessen zu vermeiden.

Nach Schätzungen der Bochumer sind mindestens 1.000 importierende Unternehmen aller Branchen von der Frist Ende Januar betroffen. Bisher verfügen lediglich einige wenige Anbieter über eine Zertifizierung für die Abwicklung in vereinfachten Anmeldeverfahren mit der Version 6.0. Diese läuft zum jetzigen Zeitpunkt bereits bei den Zollbehörden und ist bei zahlreichen Anwendern noch nicht im Echtbetrieb, obwohl die bisherige Version 5.2 ab dem 31. Januar nicht mehr unterstützt wird. Unternehmen, die in letzter Sekunde umstellen, können vorübergehend vollwertige Anwendungen im Rechenzentrum von GLI-MICRAM im Outsourcing-Verfahren nutzen. Diese Zollabwicklung auf ASP-Basis kann jederzeit durch eine komfortablere Inhouse-Lösung ersetzt werden. Um den erwarteten Ansturm bewältigen zu können, wurde das Personal im Hotline- und Vertriebsteam mehr als verdoppelt.

1ATLAS = Automatisiertes Tarif- und Lokales Zollabwicklungssystem

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