Ergebnisse werden bestätigt: (K)ein Trend oder ERP-Entwicklung "on demand"?.

(PresseBox) (Hamburg, ) Die zweite Auflage der SoftTrend Studie zum Thema IT-Technologie im ERP-Umfeld hat die bereits gewonnenen Erkenntnisse der Auftaktstudie bestätigt. Trotz einer Erweiterung des Untersuchungspools um sieben neue Anbieter und ihre Lösungen können weder hersteller- noch kriterienübergreifende Trends festgestellt werden. Veränderungen beruhen auf konkreten Kundenanforderungen. Konsolidierungseffekte wie Übernahmen und Insolvenzen versetzen den Markt zudem in Unruhe.

Noch immer ist die Marktposition eines Herstellers einer der wichtigsten Faktoren bei einer Softwareauswahlentscheidung. Nach wie vor erzeugen Fusionen und Übernahmen sowie Insolvenzen namhafter Hersteller erhebliche Unruhe und Unsicherheit im Markt.

Gegenüber den Ergebnissen im letzten Jahr (siehe SoftTrend 223) zeichnete sich (k)ein sichtbarer Trend ab. Business as usual ist für viele ERP-Anbieter das Gebot der Stunde. Fast alle Lösungen wurden in enger Abstimmung mit den Kunden, auf Basis deren Anforderungen und Vorgaben, weiterentwickelt. Bei den zum Teil krisengeschüttelten Herstellern bestimmen Kostenorientierung und Sicherheitsaspekte die Entwicklungspolitik. Innovatoren und Visionäre kommen derzeit kaum zu Wort.

Mehr und mehr Anbieter gehen dazu über, mit ihrem Produktportfolio die klassische ERP-Basis auszuweiten und integrierte Zusatzmodule wie CRM, E-Business, Archivierung oder Business Intelligence anzubieten. Während die Technologie in kleinen Unternehmen eine eher untergeordnete Rolle beim Auswahlprozess spielt, dreht sich das Bild bei großen Unternehmen und Konzernen. Interessanterweise verlangen Anwender immer mehr Herstellerkompetenz in Form von überschaubaren Projekten, die sich in einem klaren finanziellen Rahmen abspielen und schnell zum Abschluss kommen.

In Sachen Portabilität genießt die Microsoft Windows Produktpalette nach wie vor die weiteste Verbreitung. Doch Linux gewinnt zunehmend an Bedeutung. Im Bereich der Datenbanken haben Oracle und Microsoft SQL Server die Marktführerschaft. Obwohl die gängige Zeitspanne zwischen zwei Major-Releases klar ein Jahr beträgt, kann man bei den Maintenance-Releases deutliche Unterschiede im Herstellerlager bemerken. Die Anzahl erstreckt sich von einem Maintenance-Release bis zu 50 Maintenance-Releases pro Jahr. Ein Blick auf den Anteil der anwendenden User der jeweils neuesten Version im Verhältnis zu den beiden letzt älteren Versionen zeichnet ein positives Bild. Hier kann man eine hohe Akzeptanz der Software sowie eine kompetente Abwicklung von Release-Wechseln oder auch eine restriktive Release-Wechselpolitik vermuten.

Im Rahmen der Wartungs- und Pflegeverträge bieten zehn Hersteller alle abgefragten Leistungen wie Folge-Release, Fehlerbeseitigung, Service-Packs, Wartung von Software-Modifikationen, Hotline, Fernwartung und funktionale Weiterentwicklung der Software an. Darunter sind die Hersteller Agilisys Automotive GmbH, Agresso GmbH, C.I.S. AG, Exact Software AG, bytesteps AG, GUS Ges. für Unternehmensberatung und Softwarentwicklung mbH, IFS Deutschland GmbH & Co. KG, PITTS GmbH und Step Ahead AG.

Die Bedeutung der objektorientierten Entwicklung ist weiterhin groß. Der Anteil der getesteten Lösungen, die nicht objektorientiert entwickelt worden sind, macht jedoch immer noch rund ein Viertel aus. Bei der Entwicklungszeit dominiert nach wie vor eine Dauer von ein bis drei Jahren. Die Anzahl der beschäftigten Entwickler variiert stark. Die Anzahl der Entwicklungsstandorte schwankt zwischen einem und drei Standorten. Was die Länderniederlassungen für die Entwicklung der Standardsoftware betrifft, lässt sich ein Trend zum Rückzug aus einzelnen Ländern sowie zur Konzentration auf den Heimatstandort feststellen.

Die für eine Software ausgewählten Werkzeuge und die Entwicklungsumgebung sind ein guter Indikator für die Modernität der Lösung. Interessant ist hier, dass sich die von Microsoft als Standard erhobene Programmiersprache C# nicht weiter bei den Herstellern hat durchsetzen können. Was die Komponenten der benutzten Entwicklungsumgebung angeht, bieten zwölf Hersteller alle Komponenten an. Die Lauffähigkeit mit verschiedenen Datenbanken stellt nach wie vor keine Priorität auf Herstellerseite dar.

Auf die Frage nach Applikationsservern, setzen nur wenige Hersteller ein von uns abgefragtes Modell ein. Ein anderes Bild zeigt sich hingegen bei der Schichtenteilung. Der Großteil der abgefragten Hersteller lässt eine bestmögliche Schichtenteilung von Datenbank, Datenhaltung, Business Logic und Oberfläche zu. Die Unterstützung von Komponentenstandards teilt sich wie auch schon in der ersten Studie in die zwei Lager, der CORBA sowie der Active X (sprich Microsoft) Anhänger. Es verwundert hingegen, dass trotz des anhaltenden Internetbooms immer noch drei Hersteller keine browser-basierte Oberfläche vorsehen. Bei der Unterstützung von XML-Formaten ist nach wie vor ein deutliches Schwergewicht festzustellen, während im Rahmen einer asynchronen Kommunikation nur wenige Anbieter Roll-Out Standards anbieten.

Im Bereich der Qualitätssicherung sehen alle Hersteller eine strenge Qualitätssicherung innerhalb ihrer Entwicklungsbereiche vor. Und mit neun Systemen weisen rund ein Viertel der Hersteller eine Zertifizierung nach DIN/EN/ISO 9001-3 auf. Dies spiegelt auch die Testverfahren wieder. 13 Hersteller führen alle abgefragten Tests durch. Die meisten produkt- und herstellerspezifischen Veränderungen beruhen auf konkreten Kundenanforderungen. Die wenigsten Veränderungen weisen die Aspekte Portabilität, Kommunikation, Sicherung und Wartung und Qualitätssicherung auf. Bewegung gibt es bei der Aktualität, Entwicklungsphilosophie und Werkzeuge/Entwicklungsumgebung.

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