Vom Umgang mit Krisen

Bison Montagsgespräch
(PresseBox) (Sursee, ) Die Nachwirkungen der Subprime-Krise bleiben spürbar, die konjunkturelle Lage und der Zusammenbruch weiterer Unternehmen setzen global Fragezeichen. Das Bison Montagsgespräch ging mit den Podiumsgästen Dr. Eric Honegger, Partner CE Services und ehemaliger Verwaltungsratspräsident SAir Group, und René Lüchinger, Wirtschaftspublizist und ehemaliger Chefredaktor "Bilanz", der Frage nach, wie Führungskräfte auf persönlicher und unternehmerischer Ebene mit Krisen umgehen können.

Das Podium war sich einig: Krisen entstehen immer dann, wenn wiederholt Warnzeichen übersehen, der gesunde Menschenverstand vernachlässigt und wenn Risiken unterschätzt werden. René Lüchinger unterstrich jedoch: "Viele Krisen sind vermeidbar, wenn die Grundsätze einer gesunden Corporate Governance berücksichtigt werden". Der erfahrene Journalist hat im Rahmen seiner Karriere viele Unternehmen in die Katastrophe schlittern sehen, weil die oben genannten Grundsätze missachtet wurden.

In der Krise gibt die Familie Kraft

Eric Honegger hob hervor, dass ein gut funktionierendes Umfeld und klare Führungsgrundsätze in Krisenzeiten besonders wichtig sind: "Der Druck der Medien, Aktionäre, der Kunden, ja überhaupt der gesamten Öffentlichkeit ist enorm". Kraft schöpfen könnten Führungskräfte in einer intakten Partnerschaft oder bei der Familie. Ganz zentral sei seine Familie gewesen, die bedingungslos zu ihm hielt, unterstrich Honegger. Die permanente Verfolgung durch die Medien habe ihm zugesetzt. Lüchinger riet den Anwesenden: "Verkriechen hilft nichts. Besser ist es, das Gespräch zu suchen - auch mit Kritikern".

Führungsgrundsätze wie Konzentration auf das Wesentliche und rasches Handeln haben sowohl Honegger als auch zahlreichen anderen Führungskräften in der Krise gute Dienste geleistet. "Ein gesundes Selbstbild muss Teil einer gereiften Führungspersönlichkeit sein", so Honegger, der nach dem Swissair-Debakel lange mit sich selbst kämpfte. Wer sich selbst nur mit Ja-Sagern umgebe, laufe schneller Gefahr, blind in die Krise zu schlittern.

UBS mit "Vogel-Strauss-Politik"

Neben dem Grounding der Swissair kam auch der Fall "UBS" zur Sprache. Eine vermeidbare Krise? René Lüchinger: "Ja, denn wie so oft im Vorfeld von Krisen waren auch hier übersteigerte Egos am Werk". Honegger meinte: "Warnsignale sind immer undeutlich und widersprüchlich." Im Nachhinein sehe alles immer viel einfacher aus. Trotzdem, so Lüchinger: "Alle Anzeichen im amerikanischen Markt deuteten auf Sturm. Die UBS hat den Kopf in den Sand gesteckt und das Management glaubte blind daran, dass die UBS unverwundbar sei".

Was können bzw. müssen Unternehmen und Führungskräfte in der Krise lernen? Beide Podiumsgäste hatten hierzu klare Vorstellungen: Eric Honegger meinte: Es gibt immer einen Ausweg. Um eine Krise zu bewältigen braucht es Zeit und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten". René Lüchinger empfahl aus Sicht des Medienschaffenden, dass man die wichtigen Medienleute frühzeitig persönlich kennen lerne und vor allem: "Niemals lügen. Ein guter Journalist verzeiht dies nie".

Moderator Martin Zenhäusern fasste abschliessend wie folgt zusammen: "Unternehmen und Führungskräfte tragen Verantwortung. Diese Verantwortung müssen sie wahrnehmen, indem sie intern konstruktive Kritik fördern und rechtzeitig sowohl für ein Frühwarnsystem als auch für geeignete Kontrollmechanismen sorgen. Wer mit glänzenden Augen fernen Visionen oder dem eigenen Ego verfällt und darüber die Realität vergisst, fällt auf die Nase. Wie auch sonst gilt in der Krise: gut vorbereitet lässt sich alles einfacher meistern".

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