Deutsche Angestellte arbeiten immer länger

Mehr als ein Drittel plant, erst nach dem 65. Lebensjahr in den Ruhestand zu gehen
(PresseBox) (Troy/Hamburg, ) Um ihre Ersparnisse für den Lebensabend zu erhöhen und länger aktiv zu bleiben, verschieben immer mehr deutsche Arbeitnehmer den Renteneintritt. Das hat eine internationale Studie ergeben, die der global agierende Personaldienstleister Kelly Services unter 115.000 Angestellten in 33 Ländern durchgeführt hat, davon über 2.000 in Deutschland.

Dabei glaubt nur jeder Vierte der Befragten, im Alter von seinem Ersparten komfortabel leben zu können. Männer sind hier mit 34 Prozent etwas optimistischer als ihre Kolleginnen (24 Prozent). Dagegen gehen 61 Prozent der Studienteilnehmer davon aus sich im Alter einschränken zu müssen. Damit ist im internationalen Vergleich die Anzahl der Arbeitnehmer, die die private Vorsorge für unzureichend halten, in Deutschland neben Finnland am höchsten.

Im Vergleich der Bundesländer zeigen sich Angestellte in Bayern (14 Prozent), Niedersachsen und Schleswig-Holstein (je 13 Prozent) am zuversichtlichsten, mit ihren Ersparnissen auszukommen. In Thüringen und Brandenburg teilen nur drei beziehungsweise vier Prozent der Befragten diese Einschätzung. Interessant: Auf die Frage, ob sie auch nach Erreichen des gesetzlichen Rentenalters für ihren jetzigen Arbeitgeber tätig sein würden, antworteten bundesweit 60 Prozent der Studienteilnehmer mit "ja". In Sachsen-Anhalt (72 Prozent), Thüringen (71 Prozent), Berlin (65 Prozent) und Schleswig-Holstein (62 Prozent) war der Anteil der im Alter Arbeitswilligen sogar noch höher.

"Das traditionelle Ruhestandsmodell, bei dem Arbeitnehmer ihre Tätigkeit von heute auf morgen komplett niederlegen, gehört zunehmend der Vergangenheit an - das zeigen die Ergebnisse ganz deutlich", sagt Jessica Schönfeld, Marketing Managerin bei Kelly Services Deutschland. "Immer mehr Angestellte im Rentenalter bleiben in irgendeiner Form berufstätig, ob als Teilzeitkräfte, in Beratungsfunktionen oder als Selbständige. Grund dafür ist auch der weltweite Fachkräftemangel: Qualifizierte und erfahrene Arbeitskräfte sind gefragter denn je, so dass Unternehmen sie auch über das gesetzliche Rentenalter hinaus halten wollen."

Auch für Rentner ist die Fortbeschäftigung attraktiv: Teilzeitmodelle ermöglichen es, ihre Tätigkeit mit dem persönlichen Lebensstil in Einklang zu bringen. Zudem bleiben sie aktiv und können gleichzeitig den Einkommensfluss sowie ihre Lebensqualität erhalten.

Dabei bieten sich aus Sicht der Arbeitnehmer verschiedene Möglichkeiten, ihr Einkommen nach dem Renteneintritt aufzustocken: 18 Prozent planen, sich nach Zeit- oder Auftragsarbeit umzusehen, für 15 Prozent ist permanente Teilzeitarbeit erstrebenswert. Immerhin acht Prozent können sich vorstellen im Rentenalter ein eigenes Unternehmen zu gründen. Angestellte, die in Betracht ziehen, auch über das Rentenalter hinaus für ihren jetzigen Arbeitgeber tätig zu sein, tun dies nur teilweise wegen des Geldes: Für 60 Prozent ist die Erhaltung ihrer Aktivität die wichtigste Motivation, zwölf Prozent halten Loyalität ihrem Arbeitgeber gegenüber für entscheidend. Nur jeder Vierte denkt an die Aufbesserung der eigenen Rente.

Bei der Frage, wo sie ihren Lebensabend verbringen wollen, sind viele Studienteilnehmer (45 Prozent) noch unentschieden. Etwa jeder Dritte plant, in derselben Stadt wohnen zu bleiben, sieben Prozent würden einen Umzug in eine andere Stadt vorziehen. Die Auswanderung in ein anderes Land kommt sogar für 15 Prozent der befragten Arbeitnehmer in Frage.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick:

- Nur 29 Prozent der Befragten glauben, von ihrem Ersparten im Alter gut leben zu können
- 59 Prozent der Befragten planen mit 65 Jahren in Rente zu gehen
- 41 Prozent haben allerdings vor, auch nach dem 65. Lebensjahr zu arbeiten
- Für 57 Prozent kommt eine Beschäftigung im Rentenalter in Frage
- Ein Viertel glaubt sogar, nach dem Renteneintritt leicht einen Job zu finden.

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