Göttinger Laser unterstützt Klimaforschung auf Deutschlands höchstem Berg

(v.l.n.r.) O. Tiemann, S. Döring (Coherent), L. Klanner, Dr. T. Trickl (IMK-IFU), G. Schwabl / the team after successful installtion: (f.l.t.r.) O. Tiemann, S. Döring (Coherent), L. Klanner, Dr. T. Trickl (IMK-IFU), G. Schwabl (PresseBox) (München, ) Der Klimawandel ist von komplexen Abläufen in unterschiedlichen Luftschichten abhängig, die es genau zu kennen gilt, will man Maßnahmen zum Klimaschutz ergreifen. Eine schon seit den frühen Achtzigerjahren eingesetzte und seitdem zu einem zuverlässigen Verfahren ausgebaute Methode ist die Untersuchung der Luftschichten mittels Laserstrahl. Dieses ähnlich wir ein RADAR arbeitende LIDAR-System (LIDAR = Light Detection and Ranging) kann verschiedenste Spurengase, vor allem Wasserdampf und Ozon, sowie Temperatur in sehr großen Höhen präzise detektieren und somit eine Art Fingerabdruck einer Luftschicht liefern. Um Störungen der Messungen durch die erdnahe Feuchte und lokale Einflüsse zu vermeiden, muß ein derartiges LIDAR-System in großer Höhe installiert werden.

Für ein neuartiges LIDAR-System des Karlsruher Institutes für Technologie ( Institut für Meteorologie und Klimaforschung, Atmosphärische Umweltforschung ) auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, fiel die Wahl auf einen eigentlich für die industrielle Fertigung entwickelten Excimerlaser der Firma Coherent GmbH Göttingen. Dieser robuste und langlebige Lasertyp wird vorwiegend im asiatischen Raum für die Produktion von Flachbildschirmen eingesetzt. Die Anforderungen des neuen LIDAR-Systems sind denen der Produktionssysteme recht ähnlich, soll es doch wie diese über Tage hinweg ohne größere Unterbrechung betrieben werden.

Nicht alltäglich war der Transport des Lasers auf den Berg. Ein LKW- oder Seilbahntransport zum Standort war nicht möglich, somit wurde die Sendung in Grainau auf einen Spezialzug der Zugspitzbahn verladen und frühmorgens, noch vor den ersten Skifahrern, auf den, oder besser gesagt, in den Berg gefahren. Ziel war der inzwischen für den Personenverkehr aufgegebene mit 2650 Meter ü.NN. höchste Bahnhof Deutschlands im früheren Hotel Schneefernerhaus. Nach Schließung des Hotelbetriebs wurde dieses Gebäude zu einer Umweltforschungsstation ausgebaut und 1998 eröffnet. Es werden vor allem wichtige Beiträge zur Langzeituntersuchung der Atmosphäre geleistet, so auch zum weltweiten Meßnetz des "Global Atmosphere Watch" Programms (GAW) der WMO. Innerhalb des Gebäudes stellte sich die zweite Transportherausforderung, konnte das Labor doch nur über ein schmales Treppenhaus erreicht werden. Nur mit demontierten Modulen und per Kettenzug war es möglich, den Excimerlaser aus Göttingen durch das Treppenhaus an seinen zukünftigen Wirkungsbereich im Turm der Umweltforschungsstation zu bringen. Der Laser ist elementarer Bestandteil des LIDAR-Systems, welches in den nächsten Monaten am Schneefernerhaus aufgebaut wird. Über dieses neue System wird ein bedeutender Beitrag zur Klimaforschung angestrebt.

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