Welche Rollen spielten CIA und Stasi?

Telepolis über die Wurzeln des Terrorismus
(PresseBox) (Hannover/München, ) Italien und Deutschland waren in den 70er und 80er Jahren die Länder, die am stärksten vom Terrorismus betroffen waren. Während sich Italien mit den Hintergründen der Terrorjahre bereits seit vierzig Jahren kritisch auseinandersetzt, tut sich Deutschland mit der Aufklärung schwer. So ist erst seit 2007 bekannt, dass auch in Deutschland die Geheimdienste im Terrorismus involviert waren. Das Onlinemagazin Telepolis beleuchtet in einer sechsteiligen Artikelserie unter www.telepolis.de [1] die Kooperationen.

"Anders als in Italien spricht man bei uns in den großen Medien nicht gerne allzu kritisch über die eigenen Staatsorgane und auch nicht über die der verbündeten Staaten. Was die Hintergründe des Terrorismus anbelangt, taucht der Kontext zum Kalten Krieg in unseren Medien meist nicht auf und damit keine Logik, die eine Involvierung der Geheimdienste im Osten und im Westen überhaupt erst verständlich macht. Da beschleicht einen manchmal das Gefühl, als ob auch die Medien irgendwie weisungsgebunden seien. In Deutschland nicht viel anders als im Berlusconi-Land, schreibt Telepolis-Autorin Regine Igel.

In sechs Folgen untersucht sie die Einflussnahme des KGB und seiner untergeordneten Geheimdienste. "Die Kette der Indizien und auch Beweise für die Einflussnahme auch des Ostens auf den Terrorismus im Kalten Krieg ist inzwischen lang. Doch aus einem noch nicht recht zu greifenden Grund ist hier ein schützendes Tabu errichtet worden", schreibt die Telepolis-Autorin. Es ist inzwischen mehr als deutlich, dass die DDR für den deutschen Linksterrorismus eine ähnliche Bedeutung hatte, wie die CSSR für den italienischen. Wie in tschechischen paramilitärischen Ausbildungslagern auch deutsche Terroristen auftauchten, war dies möglicherweise in deutschen Camps auch für italienische Terroristen möglich.

Der Konsens des Ostens mit den linksradikalen, terroristischen Kämpfern lag in den Feindbildern - gegen die amerikanische und israelische Außenpolitik, Kolonialismus und Imperialismus - und in der Schwächung des Kapitalismus durch Destabilisierung. Dabei boten östliche Geheimdienste und ihre Regierungen ständig sichere Rückzugsorte für verdeckte Kämpfer aus vielen Ländern, stellten auf ihren Territorien freie Unterkunft und Fahrzeuge. Da die "heißesten" Akten der Staatssicherheit, das heißt die über die operativen Vorgänge, gleich 1989 vernichtet bzw. geschreddert wurden, haben Aufklärer jedoch eine schwere Ausgangsposition.

Die ersten beiden Artikel der Serie sind bereits online:

Teil 1: Von heimlichen und unheimlichen Kooperationen [1]
Teil 2: Alles begann mit dem neuen KGB-Chef Jurij Andropov [2]

[1] http://www.heise.de/...
[2] http://www.heise.de/...

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