Volker Treier, Chefvolkswirt der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), am 10. Februar 2010 im Interview der Deutschen Welle

"Griechische Schulden nicht mit Weltwährungsfonds-Krediten tilgen"
(PresseBox) (Bonn, ) "Im Moment setzen die Märkte auf ein 'Nicht-Weiter-Zahlen-Können' oder 'Nicht-Bedienen-Können' des griechischen Staates auf seine Schulden. Das beeinträchtigt den Euro, obwohl wir in dieser Finanzmarktkrise schon andere Situationen gesehen haben. Auch andere Länder wurden schon schwach bewertet, etwa Ungarn und Rumänien. Dort hat sich die Situation aber beruhigt. Insofern nehme ich an, dass sich der Eurokurs wieder beruhigen wird."

Treier sprach sich gegen Weltwährungsfonds-Kredite für Griechenland aus. Auf die Frage, ob Griechenland gerettet werden solle, um den Euro stabil zu halten, sagte Treier: "Nein, das sollten wir nicht tun. Das wäre ein schlechtes Signal an die anderen Länder, die jetzt auch in einer schwieriger werdenden Situation sind, wie Spanien und Portugal. Die Iren zum Beispiel haben vorgemacht, dass man in einer schwierigen Situation sein und trotzdem eine glaubwürdige Haushaltskonsolidierung anvisieren kann."

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Steffen Heinze
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