Indien ist näher als gedacht

GLOBALFORUM: Heilbronn-Franken - Geschäftlich in Indien
GLOBALFORUM: Heilbronn-Franken - Geschäftlich in Indien (PresseBox) (Heilbronn, ) Das Indian Forum in Schwäbisch Hall hatte am 4. Februar zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft und Politik zu Gast. Anlässlich des GLOBALFORUM: Heilbronn-Franken zum Thema Indien trafen sich auf Einladung der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF) mehr als 30 Interessierte, um sich über die Geschäftsmöglichkeiten in Indien zu informieren und Erfahrungen auszutauschen. Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, die Unternehmen der Region auf die Netzwerkpartner der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF) hinzuweisen und in diese in ihrer Internationalisierung zu unterstützen.

Unternehmen, die ihre Aktivitäten in Indien auf- oder ausbauen wollen, hatten beim GLOBALFORUM: Heilbronn-Franken im Indian Forum in Schwäbisch Hall die Möglichkeit zur Information und Diskussion. Wie gestalten sich die steuerlichen Rahmenbedingungen in Indien? Wie verhält es sich mit den Neuregelungen für Business-Visa? Welche Möglichkeiten bietet das Angebot der Deutsch-Indischen Gesellschaft für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Indien?

Geschäfte mit Indien brauchen Geduld

"Wer in Indien unternehmerisch erfolgreich sein will, muss sich gut auf diesen Zielmarkt vorbereiten", betonte Steffen Schoch, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF), der über die große Resonanz sehr erfreut war. "In Indien kann man mit Geduld sehr viel Geld verdienen, mit Ungeduld aber viel Geld verlieren", so Schoch weiter. Das Veranstaltungsprogramm bot neben interessanten Impulsvorträgen auch einen kleinen Einblick in die indische Kultur.

Die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF) ist für das Standortmarketing und die internationale Vermarktung der Region Heilbronn-Franken verantwortlich. Mit dem GLOBALFORUM: Heilbronn-Franken sollen vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Ihrer Internationalisierung und bei der Erschließung neuer Märkte unterstützt werden, die wesentlich zur Sicherung des Heimatstandortes beitragen können.

Konkrete Erwartungen bei den Teilnehmern

Die über 30 Teilnehmer, die der Einladung der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken ins Indian Forum nach Schwäbisch Hall gefolgt sind, kamen mit unterschiedlichen Erwartungen. So war für Stefanie Rosenberger, Projektmanagerin in der Logistik bei der Bechtle AG, die geplante Ausweitung der unternehmerischen Aktivitäten von Bechtle nach Indien maßgeblich für ihre Teilnahme an der Veranstaltung. Bei Alexander Heinrich, Betriebsleiter vom gleichnamigen Weingut aus Obersulm-Sülzbach, standen Möglichkeiten für das Exportgeschäft im Mittelpunkt des Interesses. Teilnehmer Kurt Engel, Geschäftsführer des Technologiezentrums Schwäbisch Hall, visierte als Vertreter des "Packaging Valley" eine Ausweitung der Netzwerkverbindungen an.

AHK betreibt in Indien Netzwerkpflege seit 50 Jahren

In seinem einführenden Vortrag wies Steffen Schoch auf die zahlreichen Ansprechpartner in der Region, wie auch in Land und Bund hin. "Die Deutsch-Indische Handelskammer ist beispielsweise die älteste AHK in Asien. Sie betreibt dort sechs Büros und verwaltet mit 100 Mitarbeitern gut 6700 Mitglieder. Seit ihrem Start vor 50 Jahren berät Sie deutsche Unternehmen beim Markteintritt in Indien." Hilfestellung und Informationen gibt es auch bei Germany Trade & Invest (GTAI), beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, das zur Erstinformation verschiedene Internetportale wie beispielsweise www.ixpos.de betreibt oder auch die Wirtschaftsförderung des Landes Baden-Württemberg, Baden-Württemberg International (BW-I).

Professioneller Marktcheck auf Gemeinschaftsmessestand

Susanne Volpers, Bereichsleiterin für Internationale Unternehmenszusammenarbeit bei der Baden-Württemberg International GmbH (BW-I), erläuterte den Teilnehmern verschiedene angebotene Unterstützungsmaßnahmen, die von den aktiven und künftigen Akteuren aus Deutschland auf dem indischen Markt genutzt werden können. Gleichzeitig warb Susanne Volpers für die Fachmesse AUTOMATION - Internationale Fachmesse für Industrieautomation - vom 21.-24. September 2010 in Mumbai. "Es ist die beste Gelegenheit für Sie im Rahmen eines Gemeinschaftsstandes des Landes Baden-Württemberg auf Ihre Produkte hinzuweisen und den Markt professionell abzutesten", so die Managerin, die seit vielen Jahren eine profunde Indienkennerin ist und erst jüngst mit einer 120köpfigen Delegation zusammen mit Günther Oettinger, dem ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Indien bereiste.

Geschäftlich unterwegs nur mit Business-Visum

Besonderen Besuch erhielt das GLOBALFORUM: Heilbronn-Franken vom Indischen Generalkonsulat aus München. In Vertretung für den Indischen Generalkonsul Anup Kumar Mudgal referierte Konsul Yash Pal Motwani über die zahlreichen Visa-Regelungen in Indien. Er informierte die Teilnehmer über aktuelle Änderungen zur Erlangung von Business-Visa und erläuterte weitere wichtige Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen. "Wer in Indien geschäftlich unterwegs ist, benötigt zwangsläufig dieses aufwändige Business-Visum", hob der Konsul hervor.

Indien ist kein Steuerparadies

Dass Indien kein Steuerparadies ist, das machte der Ernst & Young-Spezialist Hagen Reiser anhand der Körperschaftsteuer deutlich, die für ausländische Investoren mit einem Steuersatz von über 42% eine beachtlichte Höhe aufweist. Er erläuterte wesentliche Eckpunkte der indischen Besteuerung und beeindruckte die Teilnehmer mit findigen Steuerspartipps.

Deutsch-Indische Gesellschaft in Schwäbisch Hall

Der Austausch zwischen deutschen und indischen Geschäftspartnern ist für Sebastian Dürr von besonderer Bedeutung. "Wir wollen die indische Kultur begreifbar machen", so Dürr, der im Hauptberuf das Steinbeis-Beratungszentrum Projektentwicklung Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Wolpertshausen leitet. Als Vorstand für wirtschaftliche Zusammenarbeit der Deutsch-Indischen Gesellschaft Schwäbisch Hall e.V., informierte er die Teilnehmer über Netzwerkmöglichkeiten und zeigte Chancen zum Austausch in den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Kultur auf. Rund 30 Mitglieder pflegen momentan das Vereinsleben dieses Clubs, der sich auch um den Austausch von Schülergruppen und die Vermittlung von Praktika und Diplomarbeiten widmet.

Der aus Indien stammende Victor Thamburaj ging in Bangalore zur Schule und studierte an der renommierten Hochschule in Chennai. Nach beruflichen Stationen bei Bosch, Ziehl-Abegg und THEN gründete er 1997 die TLON - heute IPLON. Thamburaj berichtete über seine bisherigen Erfahrungen in Indien und verwies auf wichtige Kriterien, die es bei geschäftlichem Engagement in Indien zu berücksichtigen gilt. Mit Humor informierte er, wie man mit seinen Landsleute Geschäfte machen kann. Er wies aber auch offen auf die Probleme hin, die aufgrund der unterschiedlichen Mentalität bestünden. "Wenn sie keinen klaren Business-Plan haben, brauchen sie in Indien nicht zustarten." Wie andere Referenten zuvor auch, sah Thamburaj den Markteintritt in Indien durch Joint Ventures äußerst kristisch. "Bei einem Joint Venture fließt viel ihres Knowhows ab", so Thamburaj. Wichtig seien gute Kontakte zu den Ministerien und Behörden, ohne diese es in Indien nicht gehen würde. Ebenso empfahl er, dass die deutschen Unternehmen in Clustern auftreten sollten, weil diese sonst im indischen Markt untergehen würden.

Indischer Tanz und indisches Curry zum Networking

Zum Abschluss des Programms präsentierte die Tanzgruppe KALASHILPAM eindrucksvoll landestypische Tänze aus Indien und vermittelte so den Teilnehmern auch einen Hauch indischer Kultur. Danach nutzten zahlreiche Firmenvertreter die Gelegenheit, um mit den Referenten und anderen Teilnehmern bei einem indischen Buffet ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung gab vielen Teilnehmern interessante Impulse für ihr aktuelles oder geplantes Engagement auf dem indischen Markt und sensibilisierte diese zugleich auch in Bezug auf kulturelle Aspekte.

Positiv wurde von den Teilnehmern ebenso der gewählte Veranstaltungsort hervorgehoben, der den Vortragsthemen eine passende Atmosphäre verschaffte, wie Teilnehmer Sascha Galic, J. Rettenmaier & Söhne GmbH & Co. oder Steffen Sinn, Ziehl-Abegg AG bestätigten konnten.

Die Vorträge stehen unter www.heilbronn-franken.com/... zum Download bereit.

Kontakt

Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH
Weipertstraße 8-10
D-74076 Heilbronn
Steffen Schoch
Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH
Geschäftsführung

Bilder

Social Media